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Sonntag, 31. August 2014
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Interview mit José Carreras
Interview mit José Carreras

José Carreras hat mit seiner weihnachtlichen TV-Spendengala zugunsten leukämiekranker Menschen bei sky eine neue Heimat gefunden. Unsere Redakteurin Stefanie Moissl hat den Star-Tenor getroffen …

 

Carreras Gala Einschalthilfe18 Jahre lang war die Jose Carreras Gala im Ersten die erfolgreichste Spendengala im deutschen Fernsehen. Waren Sie enttäuscht über das überraschende Aus vom MDR im letzten Jahr?

José Carreras: In erster Linie bin ich dankbar für die wunderbaren 18 Jahre. In dieser Zeit konnten wir bereits knapp 1000 Projekte umsetzen und 100 Millionen Spenden sammeln.

Nach dem Aus für die José Carreras-Gala vom MDR vermuteten viele, dass dies auch das Aus für die Show sein würde. Was bedeutet es für Sie, die Sendung nun bei Sky weiterführen zu können?

José Carreras: Ich fühle mich den Betroffenen gegenüber verpflichtet. Und die Gala ist enorm wichtig für die Arbeit unserer Stiftung. Deshalb war es klar, dass wir  weitergmachen  würden. Als Sky uns die Möglichkeit dazu anbot, war ich glücklich.

Nach der Gala strahlt Sky auch Ihr legendäres Konzert in Rom anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 mit Plácido Domingo und Luciano Pavarotti als „Die Drei Tenöre“ aus. Welche Erinnerungen haben Sie daran?

José Carreras: Das war eine wunderbare Zeit . Wir drei hatten eine besondere Beziehung und sehr viel Spaß zusammen.  Und es war etwas ganz Besonderes, mit unserer Musik auch viele Menschen zu erreichen, die sonst mit Oper nichts anfangen können.

Es waren weit über  800 Millionen Menschen, die damals das Konzert im Fernsehen verfolgten. Wie hält man diesen Druck aus?

José Carreras: Wirklich? Ich dachte damals, es wären nur 800 Zuschauer (lacht). Im Ernst: Für mich ist die Anspannung immer gleich groß, egal ob ich vor zwei Menschen in einem kleinen Zimmer singe oder vor vielen Millionen Menschen im Fernsehen. Da ist immer dieser Druck, mein Bestes zu geben zu wollen.

Sie besuchen oft Leukämie-Patienten. Gibt es Begegnungen, die Sie ganz besonders berührt haben?

José Carreras: Jeder Fall und jeder Patient ist berührend. Aber es nimmt mich besonders mit, wenn ich kranke Kinder treffe. Ich will kein Pionier sein. Es geht für die Betroffenen und auch für ihre Familien darum, dass da jemand ist, der ihnen Halt geben kann. Jemand, den sie berühren können. Jemand, der das gleiche durchgemacht hat. Ich muss zugeben, dass es in solchen Momenten oft schwer ist, stark zu bleiben.

Keine Gedanken ans Karriereende

In den letzten Jahren war des öfteren zu lesen, dass Sie Ihre Karriere beenden wollen. Nun haben Sie ein neues Album aufgenommen, Sie singen die Titelrolle in der Oper „El Juez“ („Der Richter“) und gehen auf Welttournee. Wie kommt das?

José Carreras: Meine Karriere beenden? Nein, nein, nein! Natürlich gibt es manchmal Zeiten, an denen auch ich mich nach Ruhe sehne. Aber wenn es tatsächlich mal ein paar Tage nichts zu tun gibt, werde ich unruhig. Auf die neue Oper freue ich mich besonders. Premiere wird im April in Bilbao, Spanien, sein. Im Sommer werden wir  in Erl sein. Es stehen auch Buenos Aires, St. Petersburg und viele andere Städte auf dem Programm. Das ist ein riesiges Projekt und eine Herausforderung. Aber ganz ohne Risiko wäre das Leben ja langweilig.

Haben Sie Angst vor der Zeit, in der Sie einmal nicht mehr so aktiv sein werden?

José Carreras: Angst ist vielleicht nicht das richtige Wort. Ich würde sicher Wehmut empfinden, wenn ich einmal nicht mehr auf der Bühne stehe, ja wohlmöglich nicht einmal mehr an den Treffen der Stiftung teilnehmen könnte. Aber ich hoffe, bis dahin sind es noch viele Jahre.

Sie sind oft in Deutschland für Ihre Stiftung unterwegs. Was ist für Sie der größte Unterschied zwischen Ihrer Heimat Spanien und Deutschland? Wenn Sie hier aus dem Flugzeug steigen, dann ...

José Carreras: … frage ich als erstes: „Wo ist das nächste italienische Restaurant?“ (lacht). Nein, im Ernst. Ich denke, das sind alles Klischees. Dass die Deutschen so ernst und streng sind zum Beispiel, Südländer dagegen oberflächlich sind und nur das Leben genießen wollen. Was mir wohl bewusst ist, wenn ich nach Deutschland komme, ist die privilegierte Situation. Nicht nur, was die Wirtschaft betrifft, sondern auch die Infrastruktur, die Kultur, die Kunst. Aber ich bin tatsächlich ein großer Fan der italienischen Küche. Aber ich mag auch eure klassischen Gerichte hier in Deutschland, Würstchen zum Beispiel und den Leberkäse in Bayern.

Und Sie sind ein großer Fußball-Fan. Wenn der FC Barcelona gegen den FC Bayern spielt, für wen drücken Sie die Daumen? Für Ihren Verein oder für Pep Guardiola, mit dem Sie befreundet sind?

José Carreras: Ganz klar: Ich bin Barcelona-Fan, seitdem ich mit fünf Jahren mit meinem Vater zum ersten Mal im Stadion war Du kannst im Leben deine Nationalität, deine Religion und auch deine Ehefrau wechseln - aber niemals den Fußballverein! (lacht).

Sie arbeiten an Weihnachten - in Peking. Fällt das Feiern mit der Familie dieses Jahr aus?

José Carreras: Für die Kinder in Spanien ist traditionell vor allem Heilige Drei Könige der wichtigste Tag. Denn da gibt es bei uns die Geschenke. Den Tag habe ich mir freigehalten, um in Barcelona mit meinen Enkeln zu feiern.

 

 
 

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