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Mittwoch, 24. August 2016
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Interview mit Katharina Münk
Interview mit Katharina Münk
Lachen über das Vergessen …

Die Kanzler-Komödie „Die Eisläuferin“ stammt aus der Feder von Katharina Münk. Im Interview erzählt die Autorin davon, warum Ihr Buch so heißt, wie es heißt, und welche Unterschiede es zum Film gibt.  

 

 

"Der Tanz auf glattem Parkett"


Haben Sie am Film „Die Eisläuferin“ mitgearbeitet?

K.M.: Nein. Gut, ich hatte die Idee, habe den Roman geschrieben. Aber es ist ja so: Jemand schreibt ein Buch, ein anderer macht ein Drehbuch daraus und wieder jemand anderer einen Film. Das sind schon drei unterschiedliche Babys. 

Wie zufrieden sind Sie mit dem Film?

K.M.: Mir gefällt er! Das Buch ist ein bisschen bissiger, satirischer, hat aber auch leise Töne. Der Film arbeitet dieses Hintergründige des Buches schön heraus, finde ich. Wesentlich für mich war, dass die Protagonisten im Film genauso rüberkommen, wie ich sie im Buch angelegt habe, und das ist hier der Fall.

Angela Merkels Kindheitstraum

Warum eigentlich „Die Eisläuferin“?

K.M.: Frau Merkel hat in Interviews auf die Frage, was sie denn als Kind eigentlich mal werden wollte, „Eiskunstläuferin“ geantwortet. Damit habe ich gespielt, weil ich denke, eigentlich ist sie es ja auch geworden. Den Tanz auf glattem Parkett beherrscht sie ja mittlerweile.

Sie setzen viele Nadelstiche. So etwa, als sich die Kanzlerin auf einen Zettel notiert, dass sie für Menschenrechte ist, weil sie es sonst wieder vergisst…

K.M.: Das tut sie nicht im Buch. Aber es trifft den Ton, den ich auch im Buch anschlage. Das Buch bedient sich anderer Elemente. Da sind es ihre ständigen Selbstmordversuche. Sie nimmt sich immer wieder vor, sich aufgrund ihrer Amnesie das Leben zu nehmen, vergisst es aber am nächsten Tag wieder und macht instinktiv weiter.

Klingt so, als wären die tragischen Elemente im Buch aus dem Film herausgelassen worden.

K.M.: Würde ich nicht so sagen. Sie sind im Film  wie im Buch vor allem in der Zweierbeziehung drin. Wie funktionieren Herr und Frau Wendt eigentlich miteinander? Herr Wendt wird wunderbar gespielt von Ulrich Noethen.

Drei durchgeknallte Manager

Vieles in dem Buch wirkt sehr authentisch.

K.M.: Man bekommt als Normalbürger wirklich eine Menge mit, wenn man will. Ich glaube nur, dass viele Leute gar nicht so viel mitbekommen wollen. Ich habe mir lediglich ein paar Gedanken gemacht über all das, was in den Nachrichten berichtet wird, mir Fragen gestellt und Dinge einfach weiter gesponnen.

Ihr erster Roman ist „Die Insassen“, die Verfilmung läuft am 17.9. im ZDF.

Ja, mein Lieblingsstoff. Drei durchgeknallte Manager leiten aus einer Nervenheilanstalt heraus den Börsengang derselben in die Wege. Die Frage des Buchs: Kann man aus der aus der „Geschlossenen“ heraus einen Börsengang machen? Mit nichts als einem Handy und der entsprechenden Reputation in der Wirtschafts-Community? Antwort: Man kann.

Ein sehr wirtschaftliches Buch. Ich konnte mir Wolfgang Stumph in der Rolle des Wirtschaftsbosses schwer vorstellen.

K.M.: Das ging mir zunächst ähnlich, aber er macht das sehr gut, bekommt die Brüche der Figur super hin. Auch die Figur des Herrn Wienkamp (gespielt von Thomas Kügel) ist genauso, wie ich sie angelegt habe. Der Film ist übrigens gar nicht so wirtschaftlich. Er geht mehr ins Menschliche rein.

Der Stoff erinnert stark an die Dürrenmatts „Die Physiker“.

K.M.: Ja, stimmt schon. Es sind die Physiker, nur umgekehrt. Die Physiker machen auf bekloppt, um ihr Projekt zu kaschieren, bei mir ist es umgekehrt. Die Insassen sind psychisch angeschlagen, realisieren das aber nicht.

Interview: Andreas Herden

Ein weiteres Buch von Katharina Münk ist die Wirtschaftssatire „Glänzende Geschäfte“. Das Buch ist konzipiert als Teil 2 der Insassen.

Am 23.10. erscheint bei dtv ihr neuer Roman: „Westermann und Fräulein Gabriele“. K.M.: „Ein IT-Vorstand verliebt sich in eine Schreibmaschine. Ein Stück über das analoge und das digitale Leben.“

 

 
 

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