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Mittwoch, 29. März 2017
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Interview mit Steffen Schroeder
Interview mit Steffen Schroeder
Im Leben eines Mörders

"Soko Leipzig"-Schauspieler Steffen Schroeder stellt sein erstes Buch vor - einen Krimi ohne Drehbuch und Regie

 

was-alles-in-coverBesuch im Gefängnis

Steffen Schroeder (Foto, r., mit Andreas Herden, stv. Chefredakteur der rtv) ist Schauspieler. Regelmäßig sehen wir ihn in "SOKO Leipzig". Privat betreut der Vater von drei Kindern als ehrenamtlicher "Vollzugshelfer" einen Mörder, der zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Darüber hat er ein Buch geschrieben, das er auf der Leipziger Buchmesse 2017 vorstellt. Wir haben mit ihm gesprochen ...

Herr Schroeder, in "Was alles in einem Menschen sein kann" begegnen Sie einem Mann, der der rechten Szene angehörte und der einen brutalen Mord begangen hat. Was wollen Sie mit Ihrem Buch erreichen?

Steffen Schroeder: Indem man einen Mörder zur Bestie macht, schiebt man ihn und seine Tat möglichst weit von sich weg und setzt sich nicht mit ihm auseinander. Der Großteil der Täter wird jedoch irgendwann wieder aus dem Gefängnis entlassen. Wenn wir nicht wollen, dass sie erneut zur Gefahr werden, müssen wir versuchen, sie wieder in unsere Gesellschaft zu integrieren und uns mit ihnen auseinandersetzen.

Inwieweit war das Schreiben auch eine Reise ins eigene ich?

Steffen Schroeder: In meiner Jugend lief vieles ziemlich schief. Ich hatte viele Probleme und oft eine sehr große Wut in mir. Anders als bei Micha, hat sich diese Wut jedoch nie gegen andere gewendet. Trotzdem habe ich mich oft gefragt, warum ein Leben so verläuft, und ein anderes, wie das von Micha zum Beispiel, ganz anders.

Haben die Begegnungen mit dem Mörder, den Sie "Micha" nennen, Einfluss auf ihre Arbeit als Schauspieler bei der "SOKO Leipzig" genommen?

Steffen Schroeder: Sicher insofern, dass ich zunehmend dankbar bin für all die Geschenke, die mein Leben mir bisher gemacht hat. Meine Frau und meine Söhne, aber auch meine Arbeit, die mir großen Spaß bereitet und mich immer wieder neu fordert. Ansonsten habe ich die Erfahrung gemacht: Das echte Leben hat oft wenig mit dem zu tun, was wir im Fernsehen zeigen.

Das wahre Leben schreibt die besten Krimis

Sie sind verheiratet, haben drei Kinder, was hat Ihre Familie zu ihrem Ehrenamt als Vollzugshelfer gesagt?

Steffen Schroeder: Wir waren uns alle von Anfang an einig, dass das eine sehr sinnvolle Tätigkeit ist. Trotzdem nimmt es natürlich viel Zeit in Anspruch und ich bin beruflich generell ziemlich ausgelastet. Aber gerade lesen meine Söhne ganz interessiert mein Buch.

Wer sollte Ihr Buch lesen?

Steffen Schroeder: Das Buch ist sicher spannend für jeden Krimifan, denn das wahre Leben schreibt doch oft die besten Krimis. Gleichzeitig ist es ein Versuch, ein wenig Einblick in einen Menschen zu gewähren, dessen Tat uns erst einmal nur fassungslos erschaudern lässt.

Und was sollte der Leser nach der Lektüre für sich mitnehmen?

Steffen Schroeder: Jeder Mensch hat mehrere Seiten. In welche Richtung sich schlussendlich ein Mensch entwickelt, dafür gibt es viele Faktoren.

Ist das eigentlich ihr erstes Buch?

Steffen Schroeder: Ja.

Oder ihr Letztes?

Steffen Schroeder: ... und sagen wir mal so: Ich habe bereits eine Idee für ein neues...

Sie drehen gerade neue Folgen von "SOKO Leipzig". Worauf müssen oder dürfen sich die Zuschauer einstellen?

Steffen Schroeder: Es ändert sich ja einiges bei Soko Leipzig. Aber auch wenn wir eine neue Chefin haben, Hajo Trautzschke in Pension geht- als Figur bleibt er uns zum Glück weiterhin erhalten. Natürlich fällt ihm der Ruhestand nicht ganz leicht und wir drehen in Kürze einen 90-Minüter, in dem er das Ermitteln mal wieder nicht sein lassen kann... Tom Kowalski wird ihm dabei behilflich sein, darauf freue ich mich schon. Darüber hinaus hält mich meine Tochter Jackie weiter auf Trab, und die Frauen überhaupt sind natürlich immer ein Thema bei Tom Kowalski...

 
 

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