
Helge Schneider
* 30.08.1955

* 30.08.1955
Vollbart, rote Riesenperücke, darunter rotes Riesenhaar. Titel wie "Bonbon aus Wurst" oder "Eiersalat - Eine Frau geht seinen Weg". Richtig, der Mann hat einen an der Waffel, einen Schuss wie kein Zweiter. Und gerade das macht Helge Schneiders Erfolg aus: Gestik, Mimik, Musik, Filme, Bücher, Lesungen... und alles ohne die geringste Pointe. Situationskomik par excellence!
Dabei fing alles ganz vernünftig an, damals in Mülheim an der Ruhr. Er wurde anständig geboren, wuchs anständig auf und ging (eine Zeit lang) anständig aufs Gymnasium. Doch dann ging die "singende Herrentorte" konsequent den Weg der Unbeständigkeit: Abbruch der Schule, Abbruch des Jobs als begabter Elefantenfäkalientransporteur, Abbruch des Musikstudiums am Duisburger Konservatorium (trotz Stipendium!). Die Leidenschaft für die Musik wurde dennoch immer intensiver, vor allem die für den Jazz.
Ab 1977 konzentrierte sich Helge Schneider vollends aufs Musikmachen, z.B. in Combos wie "El Snyder & Charly McWhite" und "Art of Swing". Von da an gönnte er sich keinen Urlaub mehr und engagierte sich zusätzlich als Schauspieler, Komponist, Stummfilm-Pianist und Freund seiner Freundin. 1989 brachte der Barde seine erste LP mit dem Namen "Seine größten Erfolge" unter die Leute, allerdings wurde erst "Guten Tach" (1992) ein ordentlicher Gassenhauer.
Ab 1993 dürfte Schneider auch dem Bundeskanzler bekannt geworden sein, denn in diesem Jahr kam sein erster Kinofilm "Texas - Doc Snyder hält die Welt in Atem" in deutsche Lichtspieltheater, des Weiteren wurde das Erfolgsalbum "Es gibt Reis, Baby" veröffentlicht. 1994 ging's fleißig weiter: "Katzeklo" wurde die erfolgreichste CD des Jahres, der zweite Film "00 Schneider - Jagd auf Nihil Baxter" wurde abgedreht.
Dann bemerkte Helge, dass es auch bei ihm nicht ganz ohne Urlaub geht; er gönnte sich eine kleine Auszeit, um 1995 eine Comeback-Tournee, zusammen mit seinen alten Freunden "Hardcore" und einer Big-Band zu launchen. Der private Schneider traute sich 1996 endlich, seine langjährige Freundin Andrea Vonscheidt zu ehelichen.
Entweder man liebt die "Herrentorte" oder man findet sie einfach nur schlecht. Aber eines steht fest: Der Mülheimer ist multiinstrumental begabt und unterwegs, (fast) nimmermüde und deswegen unglaublich produktiv.
Daher ist es an dieser Stelle nicht möglich, alle seine Taten zu nennen, doch zwei Highlights müssen noch erwähnt werden: Die Gründung einer Band mit dem Namen "Die alten Wurstgesichter mit den unterlaufenen Augen und den unter den Achseln kneifenden zu engen Jäckchen" sowie die Zusammenarbeit mit seinen alten Kollegen für das reine Instrumentalalbum "Helge&Hardcore JAZZ".
Längst bedient Helge Schneider alle Formate. Er schreibt ("Eiersalat – Eine Frau geht seinen Weg"), macht Filme ("Jazzclub – Der frühe Vogel fängt den Wurm") und spielt. Etwa die Hauptrolle in Dani Levys Film "Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler". Seine große Kunst – die Fähigkeit zur grenzenlosen Improvisation – entfaltet Helge Schneider aber am besten live auf der Bühne. Und es ist kein Ende in Sicht...
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