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In der Romanverfilmung "Die Eisläuferin" spielt Iris Berben eine Bundeskanzlerin, die ihr Gedächtnis verliert. Im Interview verrät sie uns, wie sie reagieren würde. — Ein satirisches Märchen über die Kanzlerin Uns hat „Die Eisläuferin“ gut gefallen. Was schätzen Sie besonders an dem Film? I.B.: Ich mag es, dass man ein politisches Thema in ein satirisches Märchen packt. Dieses Vergessen, dieses Brett, das ihr auf den Kopf fällt, ist ja eine Metapher für das Vergessen in der Politik und für das Vergessen der Versprechungen, die man mal gemacht hat. Dass man das Thema auf eine so humorvolle Weise transportiert, hat mir sehr gefallen. Sie spielen die Bundeskanzlerin. Wie haben Sie sich vorbereitet? I.B.: Erstens, mir sind Nachrichten nicht fremd, ich schaue sie jeden Tag, das gehört zum Teil meines Lebens. Zweitens kenne ich die Kanzlerin durch viele Begegnungen. Mir ist sie als jemand in Erinnerung, der sehr viel Humor hat, was man ja nicht unbedingt in ihrer politischen Tätigkeit sieht. Wir wollten sie ja nicht persiflieren oder denunzieren. Es gibt ein paar Kleinigkeiten, die Haare, das Kostüm, die Raute, die Haltung…Konkurenz zu Veronica Ferres Wie gefallen Sie sich denn als „Frau Merkel“? I.B.: Wunderschön. Mit der Perücke? I.B.: Wunderbar sehe ich aus. Und den Hosenanzügen? I.B.: Auch. Wunderschön. Finden Sie nicht? Das passt doch. (lacht) Es ist schön, wenn man sich von seinem eigenen Typen weit entfernt, wenn man etwas spielt. Und das haben Sie hier ja geschafft … I.B.: (lachend) Ja, danke! Es gibt ja schon andere Kanzlerinnen-Filme mit Veronica Ferres oder Katharina Thalbach … I.B.: Ich selbst habe die Kanzlerin auch schon mal in einer SAT.1-Serie in einer kleinen Gastrolle gespielt. Ich war sozusagen die erste.Deutschland vor 25 Jahren Kanzlerin Wendt geht nach ihrem Gedächtnisverlust als erstes durch den Kopf „Die Mauer muss weg“. Was wäre ihr Credo in der gleichen Situation? I.B.: Das kann ich so gar nicht beantworten. Ich bin ja noch die Generation, die den Mauerbau miterlebt hat und sich fast daran gewöhnt hat, dass sie da ist. Aber das wütende Staunen darüber, dass es möglich ist, eine solche Mauer zu errichten, das hat nie aufgehört. Und als sie dann fiel, das war für unser Land schon ein sehr einschneidendes Stück Geschichte. Wo waren Sie vor 25 Jahren? I.B.: In Israel. Ich war mit meiner Mutter am Toten Meer. Ich komme aufs Zimmer, mach den Fernseher an und sehe diese Bilder und sage zu meiner Mutter: Das ist komisch, den Film kenne ich gar nicht. Ich habe erst nach ein paar Sekunden begriffen, was da passierte. Zurück zum Film. Die Kanzlerin verliert das Gedächtnis und soll mit der Kindheitserinnerung an das Eislaufen wieder „zurückgeholt“ werden. Was wäre bei Ihnen nach so einem gedächtniszerstörenden Schlag auf den Kopf hilfreich? Gibt es da etwas? I.B.: Das ist eine gute Frage, aber ich glaube fast nicht. Ich bin ein sehr analytischer Mensch. Ich möchte immer begreifen. Warum ist es etwas, wie es ist? Warum bin ich wie ich bin? Ich habe nicht das Gefühl, dass etwas in mir ist, das nicht zum Leben gekommen ist.Kein Double nötig ... Sind die Eislaufszenen eigentlich alle gedoubelt? I.B.: Nein. Das einzige, das gedoubelt ist, ist die Szene mit der Pirouette. Ich war lange nicht auf Schlittschuhen, aber das ist ein bisschen wie Radfahren, das verlernt man nicht. Im Film geht es gegen das Vergessen, mit sehr ironischer Note. Wie ist es Ihnen eigentlich dabei gegangen, weil Sie engagieren sich ja sehr ernsthaft gegen das Vergessen. I.B.:Ich bin jemand, der gegen das Vergessen arbeitet, weil ich es wichtig finde, dass man seine geschichtliche Biografie kennt. Es wird notwendiger denn je, wenn wir sehen, was auf den Straßen passiert. Die Mechanismen sind die gleichen, die auch damals gewirkt haben: Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus. Man muss das Nicht-Vergessen einfordern können, um Gegenwart und Zukunft zu gestalten. Wann haben Sie sich den fertigen Film zuerst angesehen? I.B.: Alleine, zu Hause (lacht). Sind Sie zufrieden? I.B.: Ich bin nie wirklich zufrieden. Aber ich mag den Film, weil ich dieses Märchen mag.Start der zweiten Staffel "Lerchenberg" Sie sind ja nicht nur in „Die Eisläuferin“ zu sehen, am Freitag startet die neue Staffel der ZDF-Satire „Lerchenberg“. I.B.: Die finde ich so wunderbar. Das hätte man dem ZDF ja nicht unbedingt zugetraut. Als die Anfrage kam, habe ich sofort zugesagt. Damit haben die gar nicht gerechnet. Sie geben einen Schauspielkurs zum Thema „Emotionen zeigen“ und wollen Sascha Hehn einen zweiten Gesichtsausdruck  I.B.: Die haben mir das Drehbuch geschickt und ich dachte, das ist ja abgefahren. So komisch. Hat das deutsche Fernsehen zu wenig Mut zur Selbstironie? I.B.: Ja, oder? Deutsche lachen lieber über andere. Aber Sie können auch über sich lachen? I.B.: Ja sicher. Das habe ich bei „Sketchup“ gelernt. (lacht) Ich finde es wichtig, über sich zu lachen. Sie sind sehr aktiv. Haben gerade den Kinofilm „Eagle“ abgedreht, sind im Oktober im ZDF im Film „Die Neue“ zu sehen. Was noch? I.B.: Im Moment drehe ich gerade den Kinderfilm „Conny & Co.“ mit Heino Ferch. Und Emma Schweiger spielt die Conny. Kommt nächstes Jahr ins Kino. Interview: Andreas Herden

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