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Dienstag, 28. März 2017
14:05 Uhr
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Komödie
Eddie the Eagle - Alles ist möglich
Großbritannien/USA 2016
Originaltitel Eddie the Eagle
Regie: Dexter Fletcher
Altersempfehlung: ab o.A.
Laufzeit: 106 Minuten
 

Inhalt

1973 übt Klein-Eddie in der Badewanne, wie lange er unter Wasser bleiben kann. Olympionike will er werden - egal in welcher Sportart. Als Hürdenläufer stolpert er, als Speerwerfer zerstört er Fensterscheiben, als Skifahrer schafft er es nicht ins Nationalteam. Schließlich versucht es das Stehaufmännchen mit Skispringen und findet im Kette rauchenden, mit einem Flachmann bewährten US-Ex-Überflieger Bronson Peary einen Trainer, der ihn bis zu den Olympischen Spielen 1988 bringt, wo Eddie zum Publikumsliebling wird.

Langbesprechung

Taron Egerton und Hugh Jackman mischen in Dexter Fletchers Biopic 1988 bei den Olympischen Spielen als "odd couple" die Skispringerwelt auf.
Wer hoch steigt, fällt tief, heißt es. Bei Michael "Eddie" Edwards, besser bekannt als "Eddie the Eagle", war das anders. Der Skispringer aus dem englischen Cheltenham avancierte 1988 bei den Olympischen Spielen zum Zuschauer- und Medienliebling obwohl er in den Wettbewerben von der Normal- bzw. Großschanzes jeweils den letzten Platz belegte - mit persönlichem (und britischem) Rekord. Ein Exot, der den Olympischen Gedanken lebte: Dabei sein ist alles. So sahen es auch die Bobfahrer aus Jamaika, die im selben Jahr in Calgary den Einkanal hinunter rasten.
Ihnen setzte Jon Turteltaub 1993 mit "Cool Runnings" ein filmisches Denkmal, von dem sportiven Family Entertainment inspiriert, legt nun Dexter Fletcher ("Wild Bill") - mit Produzent Matthew Vaughn ("Kick-Ass") als treibender Kraft - sein Wohlfühl-Biopic vor. 1973 lernt man Klein-Eddie in der Badewanne kennen. Die Uhr in der Hand stoppt er, wie lange er unter Wasser bleiben kann. Olympionike will er werden - egal wie, egal in welcher Sportart. Als Hürdenläufer stolpert er, als Speerwerfer zerstört er Fensterscheiben, als Skifahrer schafft er es nicht ins Nationalteam - "Du bist kein Olympia-Material" muss er sich von einem brummigen Funktionär sagen lassen.
Wie er es dennoch schafft, seinen Lebenstraum zu verwirklichen, davon handelt dieser kurzweilige Mix aus Fakt und Fiktion. Mit Alpinskiern steht Eddie, naiv und liebenswert von Taron Egerton ("Kingsman: The Secret Service") gespielt, eines Tages in der Skisprung-Arena von Garmisch-Partenkirchen. Bei einer netten Wirtin (sympathisch: Iris Berben) darf er kostenfrei logieren, ihre Avancen wehrt er, ganz fokussierter, Milch-trinkender Athlet, ab. Einen (zunächst widerwilligen) Trainer findet er im Kette rauchenden, stets mit einem Flachmann bewährten US-Ex-Überflieger Bronson Peary; "Wolverine" Hugh Jackman füllt den Part gewohnt lässig und charmant.
"Up, back, forward, down" lautet das Mantra des Coaches, diese vier Worte definieren den Bewegungsablauf beim Sprung. Zu Ravels "Bolero" wird trainiert, dabei an Bo Derek gedacht. Skispringen und Sex haben demnach viel gemein. Man glaubt es gerne. Immer wieder hebt Eddie ab, immer wieder kommt er zu Fall, immer rappelt er sich auf. Ein nimmermüdes, ewig freundliches Stehaufmännchen - eine Art Jerry Lewis mit dem (fiktiven) Peary als dessen "odd couple"-Partner Dean Martin. Die flotte Montage sorgt fürs nötige Tempo, Edvin Endre darf als vierfacher Olympia-Sieger Matti Nykänen übers Skispringen philosophieren, Christopher Walken sorgt als Trainerlegende für Starpower. Der schönste Satz bleibt Jim Broadbent als BBC-Kommentator vorbehalten: "Der Adler ist gelandet". Vorhersehbar, aber auf den Punkt. Wie der Film. geh.

Kritik

Die Aufsteigergeschichte eines Underdogs erzählt Dexter Fletcher in diesem Wohlfühlfilm mit verschmitzten Humor und Gefühl nach der wahren Geschichte des liebevoll "Eddie the Eagle" genannten englischen Skispringers. Taron Egerton, der als großes Nachwuchstalent im britischen Kino gilt und in "Kingsman: The Secret Service" die Hauptrolle spielte, gibt den Titelhelden, Hugh Jackman ("Wolverine") seinen Trainer, der sich ebenso wie sein Protege gegen das Sport-Establishment durchsetzen muss.

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