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Dienstag, 28. März 2017
14:05 Uhr
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Komödie
Dirty Grandpa
USA 2015
Regie: Dan Mazer
Altersempfehlung: ab 12
Laufzeit: 102 Minuten
 

Inhalt

Nach dem Tod seiner geliebten Frau hat Rentner Kelly nur noch ein Ziel. Er will das Leben in vollen Zügen auskosten, am liebsten gleich beim Spring Break in Florida, wo junge hübsche Frauen sich in Fülle und meist ohne Hülle präsentieren. Eher widerwillig spielt sein spießiger Enkel Jason den Chauffeur und muss auf dem Roadtrip erfahren, wie schamlos sich sein Großvater verhält und ihn auf einen Parkours der Peinlichkeiten treibt, der sein durchgeplantes Leben an der Seite einer kontrollsüchtigen Frau verändert.

Langbesprechung

Mit einer hemmungslosen Bad-Taste-Comedy demonstriert Robert De Niro, dass das Alter nicht nur Weisheit zu bieten hat.
40 Jahre nach "Taxi Driver" darf der Veteran 50 Jahre jüngere Studentinnen aufheizen, vorlaute Discoschläger im Rudel disziplinieren und ein schamloses Mundwerk ausführen, als wollte er einen Expendable mit Tourette-Syndrom salonfähig machen. Tatsächlich ist die geheime militärische Vergangenheit seines Senioren Dick Kelly ein Erklärungsfaktor für dessen furchtlosen Umgang mit muskelbepackten Vollpfosten und vermeintlichen Autoritätsfiguren.
Dabei soll der Kontrast zur bisherigen Wahrnehmung dieser Figur wie auch ihres Darstellers gleichermaßen ungläubiges Erstaunen und gelöstes Lachen generieren, weil diese Schwellenüberschreitung weder die Charaktere auf noch die Zuschauer vor der Leinwand erwarten. Als Blockadebrecher für die Offenbarung der wahren Persönlichkeit des Protagonisten erweist sich im Drehbuch von John Phillips der Tod seiner geliebten Frau, der Kelly zum Spring Break nach Florida treibt, um dort nachzuholen, was ihm in der Ehe seit mindestens 15 Jahren verwehrt blieb. Neben dieser Zielvorgabe gilt es, seinen spießigen Enkel Jason (Zac Efron) zu enthemmen und vor der bald anstehenden Eheschließung mit einer kontrollwütigen Powerzicke (Julianne Hough) aus der besten Gesellschaft zu bewahren.
Mehr Plot braucht die zweite Inszenierung von Dan Mazer ("Das hält kein Jahr ...!") nicht, die mit reichlich party und sexy time viele Attribute von Mazers langjährigem Karrierebegleiter Sacha Baron Cohen zeigt. In einem Parkours der Peinlichkeiten darf Disneys Ex-Posterboy im Rausch freizügig vor Publikum tanzen oder mit dem nackten Opa im Bett kuscheln, während dieser seinen dritten Frühling auslebt, auf der Bühne den athletischen Akrobaten und in der Gesellschaft von jungen Bienen den übermotivierten Bestäuber gibt. Weil "Dirty Grandpa" ganz offensichtlich im "Hangover"-Revier wildert, wird das Zielpublikum aus dieser Fangemeinde rekrutiert werden. Für Verweigerer dieses Genres ist dieser De-Niro-Roadtrip wohl reine Nervensache, für alle anderen erfahrungsgemäß ein Spaß. kob.

Kritik

Die zweite Inszenierung von Autor und Produzent Dan Mazer ("Das hält kein Jahr...!") zeigt viele Attribute seines langjährigen beruflichen Wegbegleiters Sacha Baron Cohen, wildert als verbal drastische Bad-Taste-Comedy auch im Revier von "Hangover", ohne den gepflegten Irrsinn dieses Hits replizieren zu können. Für Genreverweigerer ist dieser Roadtrip von Robert De Niro wohl reine Nervensache, für alle anderen die Gelegenheit, den Charakterdarsteller einmal völlig enthemmt, vulgär und hormonell aufgeheizt zu erleben.

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