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Dienstag, 24. Januar 2017
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Thriller/Science Fiction
10 Cloverfield Lane
USA 2016
Regie: Dan Trachtenberg
Altersempfehlung: ab 16
Laufzeit: 104 Minuten
 

Inhalt

Designstudentin Michelle packt ihre Sachen, legt ihren Verlobungsring ab, fährt nachts los und wird auf einer abgelegenen Landstraße in einen schweren Unfall verwickelt. Sie erwacht verletzt und angekettet in einem unterirdischen Bunkerraum. Alsbald bringt ihr Howard, der sie medizinisch versorgt hat, etwas zu essen und erklärt der verstörten Michelle, dass er ihr einen Gefallen tun würde, da die Erde von einer tödlichen Giftgasattacke verseucht sei. Mit dem naiv wirkenden Landei Emmett befindet sich ein weiterer Gast in Howards Obhut.

Langbesprechung

Nervenaufreibender psychologischer Thriller, in dem eine junge Frau nach einer vermeintlichen Giftgasattacke unterirdisch gefangen gehalten wird.
Die zehn Mio.-Dollar-Produktion weist (entfernte) Story-Anleihen zum Found-Footage-Monsterfilm "Cloverfield" von 2008 auf, doch handelt es sich laut Produzent J.J. Abrams nicht um ein herkömmliches Sequel, sondern um einen "Blutsverwandten" zum ebenfalls von ihm produzierten Original. Interessanterweise existierte die Hauptstory bereits bevor es mit "Cloverfield" lose verknüpft wurde. Die Parallelen erschöpfen sich mit Plotfragmenten, ansonsten sind die Produktionen (Endzeit-)Welten voneinander entfernt. Weggefallen ist die augenermüdende Wackelkamera-Optik, die Protagonisten sind als facettenreiche Charaktere angelegt; und mit John Goodman und Mary Elizabeth Winstead finden sich zwei versierte Schauspieler, die nicht nur stereotypische Genrefiguren verkörpern. Dafür ist das Drehbuch der Skriptnovizen Josh Campell und Matthew Stuecken zu clever angelegt, denn nicht nur besitzt das Opfer Kampfgeist und Einfallsreichtum, auch der Unhold ist mehr als ein eindimensionaler Psychopath. Inszeniert wird das klaustrophobische Kammerspiel des Grauens von Regie-Newcomer Dan Trachtenberg mit konstant unterschwelliger Bedrohung und Beklemmung sowie sich fast altmodisch langsam steigernder Spannung, wodurch die Schockmomente noch stärker zum Tragen kommen.
Die Einstiegsszene entfaltet sich in klassischer Hitchcock-Manier. Designstudentin Michelle packt ihre Sachen, legt ihren Verlobungsring ab, fährt nachts los und wird auf einer abgelegenen Landstraße in einen schweren Unfall verwickelt. Sie erwacht verletzt und angekettet in einem unterirdischen Bunkerraum. Alsbald bringt ihr Howard, der sie medizinisch versorgt hat, etwas zu essen und erklärt der verstörten, jedoch bereits aktiv an ihrem Ausbruch arbeitenden Michelle, dass er ihr einen Gefallen tun würde, da die Erde von einer tödlichen Giftgasattacke verseucht sei. Mit dem naiv wirkenden Landei Emmett (John Gallagher Jr.) befindet sich ein weiterer Gast in Howards Obhut. Nach anfänglicher Abscheu fügt sich Michelle in eine Art familiäre Routine mit den beiden. Doch es zeigen sich schnell Risse in Howards scheinbar gutmütig-väterlicher Fassade, und die Situation eskaliert zum mörderischen Schachspiel, bei dem Michelle gewieft mit eigenen Zügen kontert.
Der Soundtrack u.a. mit verzerrt klingenden Oldies von einer Jukebox und die vielfältigen Soundeffekte tragen effektiv dazu bei, die Spannung hochzuschrauben. Desweiteren überzeugen Goodman und Winstead dermaßen in ihren Rollen, dass sich das psychologische Horrordrama zu einer regelrechten Tortur des Terrors gestaltet. ara.

Kritik

Nervenaufreibender psychologischer Thriller, der nur wenige Motive, einen Teil des Titels und seinen versierten Produzenten J.J. Abrams mit dem Überraschungsmonsterfilm "Cloverfield" gemein hat. John Goodman und Mary Elizabeth Winstead spielen hier überzeugend mehrdimensionale Figuren nach einem cleveren Drehbuch der Newcomer Josh Campell und Matthew Stuecken. Regieneuling Dan Trachtenberg inszeniert das klaustrophobische Kammerspiel mit konstant unterschwelliger Bedrohung, sich langsam steigernder Spannung und effektiven Schockmomenten.

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