Eigentlich gibt es nichts, das Michael Gwisdek nicht schon gespielt hätte. Immerhin war der mehrfach preisgekrönte Schauspieler bereits in über 100 Filmen zu sehen. Eine Sehnsucht blieb trotzdem: „In jedem Schauspieler steckt der Wunsch, einmal einen originellen, universellen Detektiv zu spielen“, sagt der Mime.
Diesen Wunsch hat ihm jetzt seine Ehefrau Gabriela, mit er seit 2007 verheiratet ist, erfüllt: In ihrem humorvollen Drehbuchdebüt „Schmidt & Schwarz“ schrieb sie ihm die Rolle des ketterauchenden Ermittlers, der auch nach der Pensionierung das Schnüffeln nicht lassen kann, auf dem Leib. Ein Stinkstiefel mit Berliner Schnauze, der Frauen und insbesondere seiner Nachfolgerin bei der Mordkommission wenig zutraut. Gespielt wird die von Corinna Harfouch, mit der Michael Gwisdek viele Jahre lang verheiratet war und zwei Söhne hat. Seit 16 Jahren standen die beiden dafür erstmals wieder gemeinsam vor der Kamera. Ein ganz besonderer Film also für Michael Gwisdek, der in den vergangenen Jahren in von der Kritik hoch gelobten Kinoerfolgen wie „Elementarteilchen“, „Good-Bye Lenin!“ oder der „Bader Meinhof Komplex“ zu sehen war.
Unvergessen auch sein Auftritt in Andreas Dresens „Nachtgestalten“, für den Gwisdek 1999 einen Silbernen Bären erhielt. Für „Das Wunder von Berlin“ gab es 2008 den Deutschen Fernsehpreis. Auch als Regisseur („Treffen in Travers“) kann der Mime Erfolge verbuchen. Ursprünglich schlug er allerdings einen ganz anderen Weg ein: Gwisdek machte eine Ausbildung zum Grafiker und arbeitete u. a. als Plaktamaler. Erst dann zog es ihn an die berühmte Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Nach zahlreichen Theaterengagements war er 1968 erstmals in einer Nebenrolle im
Kino zu sehen: als Cowboy im Indianerfilm „Spur des Falken“.
Im Januar feierte Michael Gwisdek seinen 70. Geburtstag. Was das Alter für den Schauspieler bedeutet? „Die Auseinandersetzung mit schwindenden Möglichkeiten gepaart mit der Freude neuer Erkenntnisse“, so Michael Gwisdek weise. Ein Grund sich zur Ruhe zu
setzen, ist die Zahl 70 nicht. Gwisdek hat jede Menge Ideen für neue Projekte. Einen „eiskalten Killer“ würde gern mal geben. Und auch mit seiner Ehefrau plant er neue Projekte: „Gabrielas und meine Schubladen sind voll!