Die großartige Schauspielerin Gong Li hat mit Filmen wie “Rote Laterne” und “Lebewohl, meine Konkubine” erst China und dann auch den Westen erobert.

Man hat Gong Li als “Marilyn mit Mandelaugen” bezeichnet. Die-ser Spitzname zeigt schon, dass die 1965 geborene Chinesin (seit 2008 hat sie die singapurische Staatsbürgerschaft) auch im Westen bekannt ist. Zunächst war die Karriere von Gong Li eng mit dem Regisseur Zhang Yimou verbunden. Ihre erste Rolle spielte sie in dessen Regiedebüt “Rotes Kornfeld” (1987) – damals hatte sie noch nicht einmal ihr Schauspielstudium abgeschlossen. Bis 1995 dreh-ten die beiden, die in dieser Zeit auch privat ein Paar waren, fünf weitere Filme zusammen, darunter Meisterwerke wie “Judou” (1990), “Rote Laterne” (1991) und “Die Geschichte der Qiu Ju” –hierfür erhielt Gong Li 1992 den Darstellerpreis der Internationalen Filmfestspiele von Venedig. Eine ihrer bis heute bekanntesten Rol-len übernahm die Schauspielerin 1993 in Chen Kaiges Drama “Lebewohl, meine Konkubine”.

Englisch war lange ein Problem

Zu dieser Zeit war Gong Li in China bereits ein Superstar – und mutig genug, öffentlich Kritik an der chinesischen Zensurpolitik zu äußern. Auch im Westen wurde sie zunehmend populärer, scheute jedoch bis Mitte der 2000er meist vor Hollywood-Rollen zurück, weil sie ihr Englisch für nicht ausreichend hielt. Der Durchbruch im englischsprachigen Markt gelang der Chinesin dann mit “Die Geisha” (2005) und “Miami Vice” (2006). Im Jahr 2006 arbeitete sie bei dem opulenten Wuxia-Film “Der Fluch der goldenen Blume” wieder mit Zhang Yimou zusam-men. 2014 drehten die beiden gemeinsam das Drama “Coming Home”, in dem Gong Li als Frau zu sehen ist, deren Mann nach langen Jahren im Gefängnis zu ihr zurückkehrt. Dass sie immer noch Lust auf neue Herausforderungen hat, bewies die Darstellerin 2016 mit einer Rolle in dem Actionfilm “The Monkey King 2”.

| rtv Redaktion | 7. August 2019