Jürgen Vogels Spezialität sind mehrschichtige Charaktere, die nicht selten zum Fürchten sind. Wie der Entführer in “Rosamunde”, der Vergewaltiger in “Der freie Wille”, der Grenzen überschreitende Lehrer in “Die Welle” oder der krebskranke Dieb in “Emmas Glück”. Dafür wurde er mit nahezu allen wichtigen Preisen der Branche ausgezeichnet, vom Bayerischen und Deutschen Filmpreis über den Grimme-Preis und Ernst-Lubitsch-Preis bis zum Silbernen Bären.

Seltener Vogel

Einer wie er sei selten in der deutschen Filmlandschaft, sagt er selbst. Es gäbe eine gewisse Parallele zwischen ihm und den Biografien der Leute, die er spiele. Jürgen Vogel wurde 1968 als Sohn eines Hamburger Arbeiters geboren. Mit 15 zog er aus, um Schauspieler zu werden. Den Durchbruch hatte der Mann mit dem lückenhaften Gebiss 1992 in Sönke Wortmanns Komödie “Kleine Haie”. Er spielte den Tellerwäscher Ingo, der durch Zufall in ein Vorsprechen stolpert und an der Schauspielschule aufgenommen wird. Ironie des Schicksals: Jürgen Vogel selbst besuchte nur einen Tag lang die Schauspielschule. Er lernte lieber vom Leben – und von Richy Müller, mit dem er sich eine Wohnung teilte.

In der Filmographie des Schauspielers stehen neben Krimis und Dramen auch Komödien wie “Keinohrhasen” und Kinderfilme wie “Wickie”, “Ostwind” oder ganz aktuell “Die drei !!!”. Er brauche die Arbeit an solchen Stoffen, “um wieder zu gesunden”. 2017 war der 51-Jährige als Ötzi im Kinofilm “Der Mann aus dem Eis” zu sehen, zu seinen bekanntesten Fernsehrollen gehört die Thriller-Miniserie “Blochin”, in der er einen Ermittler spielt, der mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird. Zuletzt spielte der nunmehr fünffache Vater das Familienoberhaupt in der Vox-Serie “Das Wichtigste im Leben”.





| rtv Redaktion | 1. August 2019