Startseite » Dieser Sommer ist orange! Studentenblumen
Startseite » Dieser Sommer ist orange! Studentenblumen

Dieser Sommer ist orange! Studentenblumen

Dieser Sommer ist orange! Studentenblumen

So ganz genau weiß niemand woher der deutsche Name der Tagetes kommt. Aber eines steht fest: Sie hat die Reifeprüfung für den Garten längst bestanden. Hier blüht sie den ganzen Sommer unermüdlich und löst so manches Problem…

Wie schön, wenn eine Sommerblume uns nicht nur mit ihren farbenfrohen Blüten erfreut. Die Tagetes kann nämlich mehr – viel mehr. Altes Gärtnerwissen lehrt uns, dass die aus Mittelamerika stammenden einjährigen Blumen gegen die gefürchtete Bodenmüdigkeit helfen.

Erst vor einigen Jahrzehnten haben Wissenschaftler herausgefunden, dass für dieses im Gemüsegarten gefürchtete Phänomen mikroskopisch kleine Tierchen verantwortlich sind: Fadenwürmer (Nematoden). Und die fliegen überhaupt nicht auf die orangegelben Pflanzen. Darum kann man zur Bodenvorbereitung im Jahr zuvor auf den Gemüsebeeten Tagetes einsäen und im Herbst obendrein als Gründünger untergraben.

Schutz und Schönheit

Wer nicht warten mag, pflanzt Tagetes einfach in der Mischkultur zu Sellerie, Möhren und anderen Sorten. Auch im Rosenbeet sollen die bunten Blüher Abhilfe gegen Blattläuse schaffen, da diese den eigenartigen Geruch meiden, den die ganze Pflanze verströmt. Er hat dazu beigetragen, dass manche Gärtner die Tagetes als echte “Stinktiere” bezeichnen. Aber das trifft nur auf alte Sorten zu, die schon unsere Großeltern kannten. Neueren hat man den Geruch weggezüchtet, sodass die Blüten nur nach Honig duften.

So gut Tagetes dank der in den Wurzeln enthaltenen Terthiophene gegen Nematoden gewappnet sind, so machtlos sind sie gegen Schnecken. Die Weichtiere haben Studentenblumen zum Fressen gern. Wer als Gärtner Tagetes mag, findet eine große Auswahl an Sorten im Samenfachhandel; ab Mitte Mai auch in den Gärtnereien vorgezogene Pflanzen, deren Blüten von samtig rotbraun über orange bis zu zitronengelb sind oder zweifarbig leuchten.

Colourbox

Schönheit nicht nur für’s Auge: Die Blüten der bunten Sommerblumen sind essbar.

Doch es gibt auch Tagetes, die fast meterhoch werden und dicht gefüllte Blütenpompons tragen, die sogar Regenwetter trotzen, ebenso weiße und Minis, die kaum centgroße Blütchen über farnartigem Laub haben. Sie machen jeden sonnigen Balkonkasten zu einem Magneten für Bienen und Schmetterlinge. Und dann gibt es da noch die Gewürztagetes, die man auf Pflanzenmärkten findet: Ihr Laub bereichert die Küche mit einem feinen Lakritzaroma.

Auch die Blüten sind essbar. Die Schönheit der bunten Sommerblumen hat ihnen in der ganzen Welt Freunde gemacht. So verwendet man die auch ohne Wasser einige Zeit haltbaren Blüten der gefüllten Sorten in Asien gerne zur Herstellung von  Blütenketten, mit denen Tempelschreine geschmückt werden. Dazu werden die Blüten an einer Schnur aneinandergereiht – und zwar geht der Faden immer durch die Blütenmitte.

Auf der Suche nach natürlichen Mitteln, die die menschliche Gesundheit unterstützen sollen, ist man ebenfalls auf die Tagetes gestoßen: Die Blüten enthalten in großen Mengen den Gelbfarbstoff Lutein. Fermentiert und getrocknet werden sie zu Kapseln verarbeitet, die die Sehkraft unterstützen sollen. Ob das tatsächlich sinnvoll ist, ist zwar nicht erwiesen, aber dass die munteren Farben der Studentenblumen das Auge des Gärtners erfreuen, steht zweifelsfrei fest.

Eine kommt selten Allein

Colourbox

Entdeckungen gäbe es in der Gattung Tagetes ohnehin zu machen. Gut 50 verschiedene Arten sind in Mittelamerika zu Hause und warten auf die Einführung in gärtnerische Kultur. Die bereits erwähnte Gewürztagetes (Tagetes tenuifolia) hat es ja bereits geschafft. Sie ist mit ihren duftigen Blättchen und den centgroßen Blütchen auch im Balkonkasten ein Hingucker.

Besonders empfehlenswert ist die Sorte ‘Orange Gem’ mit kräftig gefärbten Blüten, die an die Farbe von Orangenschalen erinnern. Sie lässt sich auch im Frühsommer noch aussäen.

Orange & Co.

Colourbox

Diese Farbtöne sind feurig und versprühen Lebensfreude. Viele Sommerstauden leuchten in frischen Tönen und sorgen so für gute Stimmung – im Beet und auch beim Gärtner!

Kompromisse duldet diese Farbe nicht. Sie steht immer im Mittelpunkt und zieht alle Blicke auf sich. Kein Wunder, ist sie doch nach einer aufsehenerregenden Frucht benannt: der Orange! Johann Wolfgang von Goethe, der sich intensiv mit Farben und deren Wirkung beschäftigte, nannte den Zwischenton von Gelb und Rot aber noch Gelbrot oder in einer eher roten Variante folgerichtig Rotgelb. Er betrachtete die Farbtöne als edel in der Wirkung – was möglicherweise an der Nähe zu den teuren und exklusiven Zitrusfrüchten lag.

Inzwischen wird das fröhlichlebhafte Spektrum, das deutlich mediterran wirkt, auch nicht nur mit Gelb oder Rot, sondern auch mit anderen Blüten- und Laubfarben kombiniert. Besonders aufregend sind orangefarbene Blütentupfer von Lilien oder Ringelblumen in einem Beet, das überwiegend in Rosatönen gehalten ist. Probieren Sie es aus!

| rtv Redaktion | 16. Juli 2019