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Pflück dir einen Sommertraum

Pflück dir einen Sommertraum

WIR HOLEN UNS DIE NATUR IN HAUS & GARTEN

Über eine Sommerwiese gehen, den Duft der Pflanzen einatmen und dann einen bunten Blumenstrauß pflücken: Kann es etwas Schöneres geben? Aber ja! Einen Besuch im Garten von Hortensia am Niederrhein, den sich eine Pflanzensammlerin erschaffen hat.

Ein betörender, wunderbarer Duft umfängt den Besucher. Ein bisschen wie eine Sommerblumenwiese. Nein, intensiver noch, bunter, reicher, fülliger. Gerade weht ein Hauch Rose vorbei, dann kitzelt schon eine Pfefferminznote die Nase. Würziges Aroma von Gräsern und Kräutern mischt sich mit einer mal zarten, mal blumig-fruchtigen Duftwolke. Das Blütenmeer verströmt Wohlgerüche, hier in Alpen. Alpen, das sind in diesem Fall nicht die Berge, sondern es ist ein Ort am Niederrhein. Hier liegt Hortensia, das Paradies von Hobbygärtnerin
Claudia Trösch. Blumenfreunde, tretet ein!

Ein zartlila blühender Storchenschnabel empfängt uns, daneben erstrahlt die Färberkamille in Goldgelb. Das Mutterkraut zeigt seine zarten Blüten, die kleinen Margeriten ähneln, und die Schafgarbe wiegt sich im Wind. 600 Quadratmeter groß ist der Blumengarten, der etwas versteckt am Wegesrand liegt. Claudia Trösch hat sich dieses Paradies vor einigen Jahren erschaffen.

DER GARTEN IST IN KREISEN ANGELEGT

©Sybille Pietrek

Die Idee dazu kam ihr während des Urlaubs in der Schweiz: „Ich habe gesehen, dass die Leute mit solchen Gärten oder Blumenpflückfeldern sogar Geld verdienen, und dachte, das probierst du jetzt auch.“ Platz auf einem Grundstück beim Haus war ausreichend vorhanden, und so verwandelte sie das Brachland nach und nach in ein Blumenparadies.

„Ich habe das aber nicht wie ein Feld, sondern in Kreisen angelegt, damit man bequem hindurchgehen und die Blumen schneiden kann.“ In der Mitte wurde ein Ruhepol mit Glyzinien geschaffen. Hier steht eine Bank, auf der man auch verweilen kann. Und weil die Hortensie damals ihre Lieblingsblume war, nannte Claudia Trösch ihren Garten „Hortensia“. Leider, so gesteht sie, gedeihe nur eine Sorte wirklich gut bei ihr am Niederrhein, andere Pflanzen aber lieben das Klima dort umso mehr. Der Garten ist im Sommer nicht nur für jedermann offen, die Blumen und Gräser, die in üppiger Fülle gedeihen, dürfen auch gepflückt werden. Hier gibt es, was man sonst nur bei einem Spaziergang durch eine Wildblumenwiese finden kann: Ruhe und genügend Platz, um in aller Muße Blume für Blume zu pflücken und sie zu einem Strauß zu binden. Gartenklassiker wie Rosen, Dahlien, Hortensien
oder Nelken gedeihen hier neben vielen Stauden und Gräsern, die Claudia Trösch nach und nach angepflanzt
hat, darunter Glockenblumen, Eisenkraut (Verbena) und Wiesenrauten (Thalictrum), die ebenfalls zu den Lieblingsblumen von Claudia Trösch zählen. Wicken winden sich der Sonne entgegen, Sonnenblumen recken ihr Gesicht ins Licht. Und von der Duftgeranie wandern gerade Blätter als schmückendes Element in den Sommerblumenstrauß. Jedes Jahr kommen neue Pflanzen dazu. „Wenn ich in einer guten Staudengärtnerei etwas sehe, was mir gefällt, muss ich das einfach mitnehmen“, gesteht die Hüterin von Hortensia.
So hat sie englische Rosen gepflanzt, neue Sorten der geliebten Wiesenraute und wunderbare Duftnelken. Auch
ein Rittersporn wird in diesem Jahr seine Pracht in Hellblau und Weiß entfalten.

AUCH FEIERN IM GARTEN IST ERLAUBT

„Am liebsten bin ich morgens und abends hier, nehme meine Schere, schneide und binde direkt hier einen Strauß“, sagt Claudia Trösch, die mit dem Gartenparadies ihren absoluten Traumberuf gefunden hat. „Auf diese Weise wird der Strauß besonders schön.“ Für eilige Zeitgenossen hat sie einen Blumenautomaten aufgestellt, der 37 ihrer gebundenen Sommerträume zum Kauf bereithält. Doch schöner ist es, die Sträuße im Blütenmeer selbst zu binden. Das haben inzwischen viele Menschen entdeckt, und immer häufiger wird eine zukünftige Braut in den Garten entführt. Sie gehört zu einem Grüppchen junger Leute, die lachend durch den Garten ziehen, hier und dort etwas pflücken und das Gefundene zu Kränzen binden: Sie feiern Junggesellinnenabschied. Auch ganze Hochzeiten stattet Claudia Trösch inzwischen mit ihren natürlichen Gartenblumen aus. „Seit ich meine Seite auf Facebook habe, ist die Nachfrage sehr groß geworden“, erzählt die Hobbygärtnerin und wirkt dabei fast ein bisschen erstaunt, dass ihre einst fixe Idee so großen Anklang gefunden hat. Gleich geht es los mit den Vorbereitungen für die Tischdekoration bei einer Hochzeit. Dazu werden Blumen im Garten gesammelt und in kleinen Gläschen hübsch dekoriert. „Das läuft heutzutage unter Vintage-Stil und wird sehr oft nachgefragt“, kommentiert Claudia Trösch ihre Vorbereitungen leicht amüsiert.

KRÄNZE BINDEN LERNEN

©Sybille Pietrek

Neben dem Hochzeitsgeschäft hat sie Workshops zum Strauß- oder Kränzebinden etabliert, die den ganzen Sommer über stattfinden. Im Advent werden aus den Schätzen des Gartens Gestecke und Kränze kreiert. Manchmal gönnt sich Claudia Trösch aber auch ein Ruhepäuschen in ihrer grünen Oase und genießt, was sie geschaffen hat.
Man fühle sich wie in einer anderen Welt, sagt sie.

Mehr über ihre Blütenträume unter:

www.hortensia-alpen.de und www.facebook.com/Hortensia-906959812705413

©Sybille Pietrek ©Sybille Pietrek
Das brauchen Sie

1 Strohrömer, ummantelten Wickeldraht, Hortensien, verschiedene Hagebutten, Clematisfruchtstände, Buchsbaum, Gräser und Baumrinde.

Zeitaufwand

Wenn man keine Übung hat: etwa eine Stunde. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, denn der Kranz hält monatelang, wenn nicht jahrelang.

So geht es

  • Das Material wird in ca. 7 cm lange Stücke geschnitten und dann nacheinander auf den Kranz gelegt.
  • Eine Hand hält die Blumen und die andere führt den Draht 2 bis 3 Mal um den Kranz und zieht ihn fest. Das Material schön gleichmäßig verteilen.
  • Das Ende ist immer das Schwierigste. Der Kranz soll ja schön rund und gleichmäßig sein. Die Stiele der letzten Blumen werden vorsichtig unter den Kranzanfang geschoben und umwickelt. Das Drahtende wird auf der Rückseite verzwirbelt.
  • Falls irgendwo noch Lücken sind, ist das auch nicht so tragisch. Einfach mit Römerhaften nachträglich noch etwas befestigen. Viel Erfolg!
| rtv Redaktion | 16. Juli 2019