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Adipositas – dickes Problem bei Jüngeren

Adipositas ist weltweit auf dem Vormarsch. Immer mehr Menschen sind fettleibig. Besorgnis erregend ist, dass immer jüngere Menschen unter Adipositas leiden.

Übergewicht und Adipositas nehmen weltweit zu. Die Hauptgründe sind eine falsche Ernährungsweise und Bewegungsmangel. Bei der Fettleibigkeit spielen aber auch die Gene eine Rolle. Jetzt fanden Leipziger Forscher heraus, dass die Adipositas nicht nur ein Problem der Älteren ist. Der Trend zum Dicksein greife auch auf die jüngeren Altersgruppen über.

Adipositas trifft immer Jüngere

Das Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationserkrankungen (LIFE) der Universität Leipzig wertete die Daten von 10.000. Teilnehmern einer Erwachsenenstudie aus. Ergebnis: Mit dem Alter wächst der Anteil der übergewichtigen Personen. Besorgnis erregend sei jedoch, dass immer mehr jüngere Menschen unter Adipositas litten, so die Forscher. Schon acht Prozent der unter 40-Jährigen hätten einen Body-Mass-Index (BMI) von über 30. Ab diesem BMI gilt ein Mensch als fettleibig oder adipös. Einen Wert von 25 und aufwärts stufen Mediziner als Übergewicht ein.

Adipositas im Bodyscan– nicht nur Apfel- oder Birnenform

Die Forscher setzten in der LIFE-Studie eine neue Methode ein, um die Körperformen und Fettverteilung zu erfassen. Mit Hilfe der 3D-Bodyscan-Technik ließ sich die Einteilung der Körperformen wesentlich verfeinern. “Insgesamt haben wir 17 verschiedene Körperformen ermitteln können”, erklärt Dr. Henry Löffler-Wirth, der die Daten des Bodyscanners ausgewertet hat. “Allein für Menschen mit Präadipositas und Adipositas haben wir acht verschiedene Körperformen gefunden. Es reicht also nicht aus, die Menschen nur nach Apfel- und Birnenform zu unterscheiden”. Die Forscher hoffen, mit dieser verfeinerten Einteilung Frühzeichen bestimmter Erkrankungen zu finden und Risikofaktoren für Erkrankungen besser abschätzen zu können.

Adipositas und die gefährliche Lust auf Süßes

Die LIFE-Studie untersuchte außerdem das Essverhalten der Teilnehmer. Die Auswertung der Daten zeigte, dass das Essverhalten bei sechs Prozent der Probanden stark gestört war. Dies äußerte sich beispielsweise in vermehrtem Essen bei Angst, Anspannung oder in Gesellschaft. Mehr als 28 Prozent der Probanden kontrollierten ihr Essverhalten bewusst. “Diese Kontrolle ist nicht unbedingt negativ zu sehen. Es handelt sich eher um das Bemühen, Übergewicht zu vermeiden”, erläutert Ernährungswissenschaftlerin Antje Löffler. Als schwierig zu kontrollieren betrachteten viele Studienteilnehmer das Verlangen nach Süßem –  sowohl 30 Prozent der Männer als auch 47 Prozent der Frauen haben Probleme mit der Lust auf Süßigkeiten.

Quelle: Leipziger Forschungszentrum für Zivilisationserkrankungen, Universität Leipzig, 24. September 2015, http://life.uni-leipzig.de;

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