Was ist eine Analfissur?

Magen & Darm

Was ist eine Analfissur?

Von einer Analfissur spricht man, wenn die sehr empfindliche Haut im Analkanal (Anoderm) reißt. Wenn sie verletzt wird, bildet sich ein längliches Geschwür und es kommt zum Afterriss. Dies kann für Betroffene recht schmerzhaft sein. Wir zeigen Ihnen die möglichen Ursachen einer Analfissur.

Wodurch entsteht eine Analfissur?

Rein medizinisch sind die genauen Ursachen für Analfissuren noch nicht abschließend geklärt. Dennoch gibt es Umstände, die den sogenannten Afterriss begünstigen können. Dazu gehören:

  • Verstopfung und damit verbundenes starkes Pressen auf der Toilette
  • Hämorrhoiden
  • Anhaltender Durchfall
  • Grunderkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn (hier können die Analhautgeschwüre als Folge auftreten)
  • Verkrampfter Schließmuskel
  • Infektionen

Liegt eine Analfissur vor, wird dies meist durch Schmerzen beim Stuhlgang oder durch hellrotes Blut auf dem Toilettenpapier oder im Stuhl bemerkt.

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Ärzte unterscheiden übrigens zwischen zwei Formen dieser Verletzung des Anoderms:

  • Akute Analfissuren heilen normalerweise innerhalb weniger Tage wieder von selbst.
  • Chronische Analfissuren dagegen können länger bestehen und führen womöglich zu einer Narbenbildung, die wiederum eine verdickte Hautfalte (Vorpostenfalte) am After hervorruft. Außerdem können um das betreffende Geschwür herum Polypen entstehen.
Arztgespräch

Bei Darmbeschwerden sollten Sie einen Arzt aufsuchen. (c) Alexander Raths / Fotolia

Behandlung und Therapie einer Analfissur

Einige Menschen vermeiden oft aus Scham einen Arztbesuch und versuchen, die Schmerzen, die durch eine Verletzung der Schleimhaut im Analkanal entstehen, selbst zu behandeln. Bevor Sie allerdings zu Salben oder anderen Hilfsmitteln greifen, raten wir Ihnen, trotzdem einen Hausarzt oder einen Proktologen, der in diesem Bereich spezialisiert ist, aufzusuchen. Nur so können Sie verhindern, dass Folgeschäden wie Vernarbungen oder weitere Entzündungen entstehen.

Behandlungstherapie mit Salben und Zäpfchen

Eine sehr wirksame und häufig angewandte Methode ist die Behandlung mit einer nitrathaltigen Salbe. Diese hat die Eigenschaft, dass sie die Entzündung bzw. den Riss gezielt behandelt und gleichzeitig die Schließmuskulatur entspannt. Eine weitere Möglichkeit, Analfissuren zu beheben, sind Zäpfchen, sogenannte Analtampons. Sie haben den großen Vorteil, dass sie direkt an der entzündeten und verletzten Stelle wirken. In Kombination mit schmerzlindernden Tabletten oder Tropfen, die Ihnen der Arzt verschreibt, bekommen Sie das Problem schnell wieder in den Griff.

Sitzbäder bei Analfissuren

Wer unter einer Analfissur leidet, ist nicht selten auch in Sachen Stuhlgang gehemmt, da dies immer wieder mit neuen Schmerzen verbunden ist. Begleitend zur medizinischen Behandlung können warme Sitzbäder Abhilfe schaffen, indem sie die Muskeln entspannen und so einer möglichen Verstopfung vorbeugen oder diese beheben.

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Operation bei chronischer Analfissur

Sollte der Afterriss auch nach einigen Wochen nicht verheilt sein, kann sich Ihr behandelnder Arzt für einen kleinen operativen Eingriff entscheiden. Je nach Alter des Patienten wird die OP entweder ambulant oder mit einem kurzen stationären Aufenthalt durchgeführt. Die „Fissurektomie“ ist eine Operation unter Kurznarkose. Hierbei wird das bereits vernarbte Gewebe um den Riss herum entfernt und der Schließmuskel dabei in der Regel nicht verletzt.

Da einige Patienten befürchten, es könne zu einer potenziellen Inkontinenz kommen, gibt es mittlerweile auch alternative Therapiemethoden, bei denen zum Beispiel Botox in den Schließmuskel injiziert oder eine nitrathaltige Salbe angewandt wird, die die Durchblutung fördert.

Die Untersuchung einer Analfissur

Besteht der Verdacht auf eine Analfissur, findet bei Ihrem Arzt zunächst eine körperliche Untersuchung des betroffenen Bereichs statt. Bei der Untersuchung der inneren Schleimhaut wird der Analbereich vorher etwas betäubt, sodass der Patient dabei keinerlei Schmerzen empfindet. Sofern eine Spiegelung, also eine Proktoskopie, durchgeführt wird, erfolgt diese ausschließlich unter Narkose.

Es kann vorkommen, dass ein chronischer Afterriss nach einiger Zeit noch nicht verheilt ist. In solch einem Fall wird gegebenenfalls eine Gewebeprobe entnommen, die einer histologischen Untersuchung unterzogen wird, um weitere Ursachen und Faktoren auszuschließen.

ballaststoffe

Ballaststoffe sind gut für den Darm und können einer Analfissur vorbeugen. (c) Colourbox

Vor- und Nachsorge bei einer Analfissur

Bei einer akuten Analfissur, die mit entsprechenden Salben und Sitzbädern behandelt wird, ist normalerweise keine ärztliche Nachsorge notwendig. Es kann jedoch nicht schaden, den Bereich gut zu beobachten und auf erneute Symptome zu prüfen. Nach einem operativen Eingriff gehören regelmäßige Arztbesuche sowie heilende Sitzbäder dazu, um einen möglichst erfolgreichen und reibungslosen Heilungsprozess zu unterstützen. Eine Analfissur, die operiert wurde, gleicht einer offenen Wunde, die gut verheilen muss. Gerade im After ist sie zahlreichen Bakterien und Keimen ausgesetzt, die eine Heilung erschweren können. Umso wichtiger ist eine präzise und umfangreiche Hygiene.

Um einer Analfissur vorzubeugen, ist es wichtig, sich dauerhaft gesund und ballaststoffreich zu ernähren und außerdem ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Auch nach einer solchen Erkrankung sollten Sie verstärkt auf eine gesunde Lebensweise achten, damit die Symptome nicht erneut auftreten. Im Übrigen können Kinder und Erwachsene gleichermaßen von diesem Krankheitsbild betroffen sein.

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