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Asthma bei Kindern: Rohmilch senkt Risiko

Die Milch macht’s – wenn sie frisch von der Kuh kommt und von klein auf getrunken wird. Dann nämlich beugt sie Asthma vor. Das haben Forscher aus München in einer Langzeitstudie ermittelt. Dennoch: Der Verzehr von Rohmilch ist nicht per se unbedenklich.

Das Leben auf dem Bauernhof hält Kinder fit. Der Kontakt zu vielen Mikroorganismen (wie Bakterien und Pilzen) härtet die Kleinen ab und schützt sie vor Allergien und Atemwegserkrankungen. Nutztiere und auch Haustiere haben als putzige Bakterienschleudern einen stärkenden Effekt auf das Immunsystem des Kindes, wie Wissenschaftler mehrfach nachwiesen.

Münchner Forscher haben in einer Langzeitstudie nun außerdem festgestellt, dass der Konsum frischer, also unbehandelter Milch, einen ähnlich positiven Einfluss auf die Kindergesundheit hat. Den Grund dafür sehen sie in den Inhaltsstoffen.

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Rohmilch

Rohmilch kann Asthma vorbeugen. (c) Markus Mainka / Fotolia

Omega-3-Fettsäuren in Rohmilch schützen vor Asthma

Die Arbeitsgruppe der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) erfasste schon 2014 Daten von 1.133 Kindern vom Lande – in fünf europäischen Ländern und vom Zeitpunkt der Geburt bis zum sechsten Lebensjahr. Gesammelt wurden Blutproben und Informationen zum Milchkonsum der Aufwachsenden. Das Ergebnis: Bei Kindern, die seit ihren frühen Jahren unbehandelte Milch auf den Tisch bekommen, sank das Asthmarisiko. Im Gegensatz zu den H-Milch-Trinkern. Die Experten führen diese Wirkung auf den höheren Anteil von Omega-3-Fettsäuren zurück, den Rohmilch im Vergleich zu den industriellen Alternativen aus dem Supermarkt enthält.

„Man geht zum Beispiel davon aus, dass sie im Körper zu entzündungshemmenden Stoffen umgewandelt werden“, sagt Tabea Brick, die zur verantwortlichen LMU-Arbeitsgruppe gehört. Die ungesättigten Fettsäuren sind essenziell für unsere Ernährung: Weil der Körper sie nicht selbst produziert, müssen wir sie über Lebensmittel aufnehmen. Pasteurisierte, homogenisierte und fettreduzierte Milch aus dem Laden beinhaltet jedoch wesentlich weniger lebensnotwendige Omega-3-Fettsäuren.

Vorsicht: Rohmilch enthält Krankheitserreger

So verführerisch naturverbunden es auch klingt: Milch direkt von der Kuh ins Glas – davon ist trotzdem abzuraten. Ganz unverarbeitet geht es nicht. Auch wenn der Einfluss frischer Kuhmilch auf den Kinderkörper positiv sein mag, kann das rohe Produkt bakteriell belastet sein.

Deshalb raten die Experten dazu, die frische Milch vor dem Trinken immer abzukochen. Gleichzeitig plädieren sie für schonendere industrielle Verarbeitungsverfahren, damit die schützenden Inhaltsstoffe bewahrt bleiben und das tägliche Glas Milch bedenkenlos zu genießen ist.

Die Studie wurde in der Fachzeitschrift Journal of Allergy and Clinical Immunology veröffentlicht.

Quellen:

https://www.uni-muenchen.de/forschung/news/2014
https://www.uni-muenchen.de/forschung/news/2016