Augen

Augen auf: Das hilft gegen Bindehautentzündung

Eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) ist meist harmlos. Die Symptome können dennoch ziemlich unangenehm sein: gerötete, tränende Augen, die bei jedem Wimpernschlag schmerzen. Viele Ursachen kommen in Frage – die Therapie sollte darauf abgestimmt sein.

Bindehautentzündung (Fachbegriff: Konjunktivitis) kennt kein Alter – vom Baby bis zum älteren Erwachsenen kann jeder an ihr erkranken. Ausgelöst wird die Infektion durch Bakterien oder Viren. Die Erreger sorgen dafür, dass sich die Augen röten und tränen. Schmerzen beim Lidschlag und Verkrustungen kommen hinzu. Trotz allem ist eine Bindehautentzündung auch ohne Medikamente in den Griff zu kriegen. Nach sechs bis zehn Tagen heilt sie im Normalfall ab.

Reinigt und schützt: die Bindehaut

Die Bindehaut ist eine Schleimhaut in der Augenhöhle und überzieht unter anderem die dem Augapfel zugewandte Seite der Augenlider. Wie ein Scheibenwischer verteilt sie bei jedem Lidschlag die Tränenflüssigkeit über die Hornhaut des Auges und hält es so feucht und sauber. Die Bindehaut reagiert leicht auf Irritationen von außen – das macht sie anfällig für Entzündungen.

Symptome der Augeninfektion

Eine Bindehautentzündung ist die häufigste Infektion der Augen überhaupt – und sie kann ganz plötzlich auftreten. Typische Symptome:

• die Augen röten sich und schwellen an
• die Lidspalte ist verengt
• das Auge tränt vermehrt und ist lichtempfindlicher
• der Impuls, die Augen zusammenzukneifen, stellt sich ein
• die Augen jucken und schmerzen – sie fühlen sich an, als seien sie durch Fremdkörper verunreinigt
• die Augen brennen oder schmerzen
• Eiter bildet sich
• auf der Schleimhaut treten Beläge oder Bläschen auf

Ursachen für eine Bindehautentzündung

Wer sich fragt, was seine Konjunktivitis eigentlich ausgelöst hat, muss erst einmal Ursachenforschung betreiben, denn viele äußere Faktoren – Erreger ebenso wie Umweltreize – kommen in Frage. Ebenso können Störungen am Auge selbst die Erkrankung auslösen.

Infektion durch Bakterien und Viren

Bakterien und Viren stehen ganz oben auf der Liste der möglichen Ursachen für die unangenehm roten Augen, denn eine ganze Reihe unterschiedlicher Erreger kann die Symptome einer Bindehautentzündung auslösen.

Zum einen können Bakterien die Bindehaut infizieren:

• Neugeborene können sich durch eine Schmierinfektion bereits mit Gonokokken anstecken.
Chlamydien werden beim Geschlechtsverkehr erworben und wandern über die Hand ins Auge.
• Pseudomonas aeruginosa, die in feuchten Umgebungen wie Waschbecken, Seifenbehältern oder Kontaktlinsenlösungen auftreten, gelangen über die Hand ins Auge.

Außerdem können auch Staphylo-, Strepto- und Pneumokokken sowie der Diphtherie-Erreger (Corynebacterium diphtheriae, auch Klebs-Loeffler-Bazillus genannt) eine Bindehautentzündung auslösen.

Der Arzt kann gegen bakterielle Bindehautentzündungen Augentropfen oder -salben mit Antibiotika empfehlen. Studien haben gezeigt, dass sie bei etwa zehn Prozent der Erkrankungen die Heilung beschleunigen. Auch Hausmittel können bei einer Bindehautentzündung lindernd wirken.

Zum anderen verursachen folgende Viren eine Entzündung der Bindehaut:

• Bei Masern, Röteln, Windpocken und anderen viralen Erkrankungen kann es zu einer sogenannten Begleit-Konjunktivitis kommen.
Herpes-Simplex-Viren können eine Entzündung des Lides auslösen, die auch die Bindehaut betrifft. Hier besteht die Gefahr von Folgeschäden, falls die Entzündung tiefere Schichten der Hornhaut erreicht.
• Das Enterovirus, das bei Infizierten in Tränenflüssigkeit, Atemsekret oder Stuhl nachweisbar ist, löst eine Bindehautentzündung aus, bei der es zu Blutungen im Auge kommen kann.

Eine seltene Sonderform der Konjunktivitis wird durch bestimmte Typen der Adenoviren ausgelöst. Diese Form der Erkrankung ist hochansteckend und sogar meldepflichtig.

Wichtig: Sind Bakterien oder Viren die Ursache des Problems, ist eine Bindehautentzündung ansteckend. Dann unbedingt darauf achten, dass die Erreger nicht auf das gesunde Auge oder andere Personen übertragen werden. Das passiert schnell, wenn beispielsweise das kranke Auge gerieben und so eine Hand infiziert wird. Die Vermeidung von Körperkontakt und besondere Hygienemaßnahmen (häufiges Händwaschen, separate Handtücher) reduzieren das Übertragungsrisiko.

Entzündung durch äußere Reize

Nichtinfektiöse Bindehautentzündungen werden meist durch einen äußeren Reiz ausgelöst. Rauch, Staub, trockene Luft, Kälte oder gechlortes Wasser können die empfindliche Schleimhaut so reizen, dass sie sich entzündet. Auch eine Überlastung des Auges (zum Beispiel durch eine Sehschwäche, die nicht korrigiert wird) oder eine Reizung durch Kontaktlinsen kommen als Auslöser infrage. Störungen im Auge selbst, wie zu wenig Tränenflüssigkeit und Lidschlussprobleme, sowie allergische Reaktionen (Heuschnupfen) stehen ebenfalls auf der Liste der möglichen Ursachen.

Augentropfen mit Antibiotika können eine bakterielle Bindehautentzündung lindern.

Augentropfen können bei einer Bindehautentzündung helfen. (c) colourbox.de

Bindehautentzündung behandeln

Bindehautentzündungen, die durch äußere Reize ausgelöst wurden, müssen häufig gar nicht behandelt werden, weil sie gut von allein ausheilen. In der Regel sind die Symptome nach sechs bis zehn Tagen abgeklungen.

Um Komplikationen zu vermeiden und um eine mögliche Ansteckungsgefahr abklären zu lassen, ist eine ärztliche Untersuchung jedoch sinnvoll. Der Arzt kann die Erkrankung meist mit bloßem Auge feststellen und sichert die Diagnose durch eine Untersuchung mit einer Spaltlampe (Lampe mit mikroskopischer Vergrößerungsfunktion) ab. Hausmittel gegen Bindehautentzündung oder Augentropfen können das schnelle Abklinken der Konjunktivitis jedoch erleichtern.

Im Fall einer bakteriellen oder viralen Infektion kann auf eine Reihe rezeptfreier oder -pflichtiger Medikamente zurückgegriffen werden. Bindehautentzündungen mit allergischem Hintergrund behandelt der Arzt mit Mitteln, die sich gegen die Allergie selbst richten.

Hausmittel gegen Bindehautentzündung

Hausmittel sollten nur für leichte Erkrankungen verwendet werden – und auch nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt. Dann aber lohnt sich ein Versuch mit den natürlichen Helfern. Rötungen und Schwellungen lassen sich zum Beispiel mit einem Quarkwickel kühlen. Eine Kompresse, die mit Augentrost-Tinktur getränkt ist, hilft dabei, Verkrustungen zu entfernen. Kompressen mit warmem Ringelblumen-Tee lindern den Juckreiz und wirken entzündungshemmend. Kühle Kompressen mit Schwarztee entspannen das entzündete Auge und schwächen das Brennen ab.

Auch das Hausmittel Honig hilft gegen eine Bindehautentzündung. Kochen Sie einfach ein wenig Wasser ab und lösen Sie einen Teelöffel Honig darin auf. Verwenden Sie das Honig-Wasser anschließend als Augenspülung.