Augen

Augenschmerzen: Das kann dahinter stecken

Wenn unsere Augen schmerzen, ist dies immer ein Warnsignal, das ernst genommen werden sollte. Vor allem, wenn Augenschmerzen plötzlich und ohne erkennbaren Grund auftreten. Häufig gehen sie auch mit Sehstörungen einher. Was hinter den Beschwerden stecken kann und was im Einzelfall zu tun ist.

Genauso wie jedes andere Organ, reagieren unsere Augen auf innere oder äußere Reize oder krankhafte Veränderungen mit Schmerzen. Manchmal sind Augenschmerzen eine Begleiterscheinung und treten auf, wenn wir zum Beispiel unter einer Nasennebenhöhlenentzündung, Kopfschmerzen oder einer Migräne-Attacke leiden.

In diesen Fällen verschwinden sie von allein und sind kein Grund zur Sorge. Häufen sich die Schmerzen oder sind sie ungewohnt stark, können allerdings auch andere Ursachen dahinterstecken.

Augenschmerzen durch Sehstörungen

Augenschmerzen können durch eine Sehschwäche (zum Beispiel Weit-, Kurz- oder Alterssichtigkeit) verursacht sein. Ist der Sehfehler nur leicht ausgeprägt, kann das Auge ihn ausgleichen und der Betroffene kommt auch ohne Brille oder Kontaktlinsen zurecht. Wird die Sehschwäche aber stärker und überanstrengt sich das Auge schließlich durch die Kompensation, können Schmerzen die Folge sein. Schnelle Abhilfe schafft dann eine Sehhilfe (Brille, Kontaktlinsen).

Schmerzen durch Entzündungen des Auges

Äußere Reize (zum Beispiel Staub, UV-Strahlung, trockene Luft) und Krankheitserreger (Viren, Bakterien, Pilze) belasten unsere Augen tagtäglich. Ist das Organ bei der Abwehr der schädlichen Einflüsse irgendwann überlastet, kann es sich entzünden.

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Typische Symptome einer Entzündung des Auges sind:

  • brennende Schmerzen oder ein Stechen im Auge,
  • ein Fremdkörpergefühl,
  • erhöhte Lichtempfindlichkeit,
  • wässriger oder eitriger Ausfluss.

Die Erkrankung beginnt meist an einem Auge und kann sich innerhalb weniger Tage auf das andere ausbreiten.

Die häufigsten Entzündungen am Auge sind:

Bindehautentzündung (Konjunktivitis)

Die Bindehaut des Auges befindet sich auf der Innenseite der Lider und auf dem Augapfel. Ist sie entzündet, ist das Auge stark gerötet. Es tränt, brennt und ist stark lichtempfindlich. Verursacht wird eine Bindehautentzündung meist durch Bakterien. Sie ist ansteckend und sollte sofort behandelt werden. Mehr Informationen zu dieser bakteriellen Infektion finden Sie hier.

Hornhautentzündung (Keratitis)

Eine entzündete Hornhaut, auch Keratitis genannt, verursacht starke Augenschmerzen. Die Hornhaut trübt sich, man sieht schlechter und das betroffene Auge ist stark lichtempfindlich. Auch das Gefühl einen Fremdkörper im Auge zu haben, ist typisch für diese Entzündung. Oft wird die Hornhautentzündung von einer Bindehautentzündung begleitet. Pilze, Viren und Bakterien kommen als Verursacher in Frage.

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Gefäßhautentzündung (Uveitis)

Die Gefäßhaut befindet sich oberhalb der Netzhaut und besteht aus drei Schichten. Eine davon ist die Iris (auch Regenbogenhaut genannt). Entzündet sich eine der Schichten der Gefäßhaut, schmerzt das Auge heftig. Die Pupillen verengen sich, das Auge tränt und rötet sich, und ist sehr lichtempfindlich. Je nachdem, welcher Bereich der Gefäßhaut (vorne, mittig oder hinten) betroffen ist, können auch Sehstörungen auftreten.

Außerdem können auch eine Lidrandentzündung (Blepharitis) und Entzündung der Lederhaut (Skleritis) für schmerzende Augen sorgen. Falls eine Entzündung die Ursache von Augenschmerzen ist, muss diese so schnell wie möglich behandelt werden. Setzt die Therapie früh ein, können dauerhafte Schäden am Auge und Komplikationen vermieden werden.

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Eine unbehandelte Fehlsichtigkeit kann Augenschmerzen verursachen (c) Colourbox

Augenschmerzen durch Liderkrankungen

Ober- und Unterlid des Auges haben vielfältige Aufgaben – vor allem schützen und pflegen sie seine empfindliche Oberfläche. Entzünden sich die Lider, werden sie verletzt oder verändern sie sich in Folge von Alterung, kann das ihre Funktion stören und in der Folge Augenschmerzen verursachen.

Eine relativ häufige Liderkrankung ist das Gerstenkorn (Hordeolum) – eine Entzündung der Talg- und Schweißdrüsen des Augenlids, die durch Bakterien verursacht wird. Mehr Informationen zu dieser Augenerkrankung finden Sie hier. Auch ein sogenanntes Hagelkorn (Chalazion) kann Augenschmerzen auslösen.

Auch bei Liderkrankungen gilt: Ein Augenarzt sollte die genaue Ursache der Beschwerden schnell abklären und entsprechende Therapien einleiten.

Schädigungen des Auges

Gelangen Fremdkörper wie Splitter oder Staub ins Auge, kann auch das schmerzende Augen verursachen. Die Ursache ihrer Beschwerden ist den Betroffenen dann aber meist bekannt. Anders sieht es bei der Photokeratitis aus. Wer zum ersten Mal daran leidet, ist sich einer vorangegangenen Schädigung seiner Augen oft nicht bewusst.

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Photokeratitis

Wie die Haut selbst, kann auch die Horn- und Bindehaut einen Sonnenbrand erleiden. Vor allem intensive UV-B-Strahlung stellt eine Gefahr dar. Eine solche Schädigung durch zu intensive UV-Strahlen wird alltagssprachlich auch „Verblitzung“ genannt. Mögliche Ursachen: Schweißen ohne ausreichenden Schutz der Augen oder gleißendes Sonnenlicht am Strand oder in schneebedeckter Umgebung. Auch künstliche Lichtquellen können eine Verblitzung auslösen.

Etwa acht Stunden nach der UV-Schädigung sterben die Zellen der obersten Schicht der Hornhaut ab. Eine Entzündungsreaktion im Gewebe setzt ein, die stechende Schmerzen, ein Fremdkörpergefühl, Sehstörungen und hohe Lichtempfindlichkeit auslöst. Als Therapie genügen Schmerzmittel, da sich die Zellschicht von allein innerhalb weniger Tage regeneriert.

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Augenschmerzen: Wann zum Arzt?

Augenerkrankungen und damit verbundene Schmerzen können akut auftreten, sich aber auch schleichend einstellen. Grundsätzlich gilt: Treten die Schmerzen wiederholt auf oder sind sie ungewohnt heftig, sollte ein Augenarzt ihre Ursache umgehend abklären. Je früher Augenschmerzen auf den Grund gegangen wird, desto besser sind die Chancen einer schnellen Linderung und vollständigen Heilung.