Augen

Rätselhaftes Augenzucken: Wieso spielt das Augenlid verrückt?

Hoppla, was ist das denn? Wenn das Augenlid plötzlich zuckt, fragen sich manche Betroffene, ob als Ursache Erkrankungen in Frage kommen. Schließlich ist das Zucken nicht kontrollierbar und fühlt sich seltsam an. Wir haben das Phänomen Augenzucken unter die Lupe genommen.

Augenzucken fühlt sich an, als ob unsere Muskeln auf einmal ein Eigenleben führen. Aus medizinischer Sicht ist es in der Mehrheit aller Fälle harmlos. Tritt es auf, sind viele Betroffene jedoch beunruhigt und empfinden es als störend. Was sind die Ursachen für das rätselhafte, wenn auch verbreitete Phänomen des Augenzuckens?

Die Ursachen von Augenzucken

Um die Ursachen von zuckenden Augen zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die Anatomie unseres Auges. Der obere und untere Lidhebermuskel sind für das Schließen und Öffnen des Auges zuständig. Wenn das Zusammenspiel dieser Muskeln kurzfristig nicht klappt, zucken das Unter- oder Oberlid. Augenzucken ist also das spürbare Ergebnis eines Kommunikationsproblems.

Häufigste Ursache dafür, dass das Auge zuckt, ist ein erhöhter Stresspegel. In Stresssituationen sind die Nervenbahnen schlicht überreizt. Es kommt zu einer Übererregbarkeit der Muskeln, wodurch nervöses Augenzucken auftreten kann – etwa am oberen linken Augenlid. Dabei muss es sich nicht immer um Stress im Sinne von Arbeitsüberlastung, innerer Unruhe oder Problemen handeln. Auch Sport oder Saunabesuche können für die Augenlider „Stress“ bedeuten. Zudem kann auch starke Müdigkeit das nervige Augenzucken begünstigen.

Hohe Außentemperaturen können ebenfalls ein ständiges Augenzucken auslösen. Der Grund: Mit dem Schweiß werden Magnesium, Natrium, Kalium und Chlorid ausgeschieden. Diese Salze sind wichtig für die Übertragung der Nervenimpulse, die die Muskeln steuern. Fehlen Flüssigkeit und Mineralien, kommt es zu Muskelzucken. Vitaminmangel kann eine weitere Ursache für dauerhaftes Lidzucken sein, vor allem bei erhöhtem Alkoholkonsum. Dann fehlt es häufig an B-Vitamin B1 (Thiamin), welches wichtig ist für eine optimale Funktion der Muskeln.

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Außerdem kann ein “verrücktspielendes” Unter- oder Oberlid durch einen Fremdkörper entstehen, ausgelöst durch eine Verletzung der Hornhaut. Das Auge zuckt, wenn beispielsweise kleinere Partikel ins Auge geraten und dieses verletzen. Bei leichten Schädigungen regeneriert sich die Hornhaut schnell und das lästige Augenzucken hört auf. Geschieht das nicht, kann auch ein dauerhafter Mineralienmangel eine Ursache sein.

Augenzucken: Auge eines Mannes

Funktionieren die Lidhebermuskeln nicht richtig, zucken die Lider. (c) Colourbox

Wann muss Augenzucken behandelt werden?

Medizinisch behandelt werden sollte ein zuckendes Augenlid, wenn es von Nervosität, Schwitzen und Herzrasen begleitet wird. Dann nämlich kann eine Schilddrüsenüberfunktion vorliegen. Die Schilddrüse ist ein Organ im Bereich des Kehlkopfes und zuständig für die Produktion jener Hormone, die für den Energieumsatz und Antrieb unseres Körpers zuständig sind.

Muskelzucken gilt ebenfalls als Symptom von Multipler Sklerose. Bei dieser neurologischen Erkrankung degenerieren die Nerven – sie verlieren ihre Schutzschicht. Dadurch funktioniert die Übertragung der Nervensignale nicht mehr reibungslos.

Sowohl eine Schilddrüsenerkrankung als auch Multiple Sklerose sind aber nur in seltenen Fällen die Ursache für ein Lidzucken. Sollte jedoch ein erhöhtes Risiko, beispielsweise aufgrund einer Erkrankung innerhalb der Familie vorliegen, sorgt der Gang zum Facharzt für Klärung.

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Was tun, wenn das Auge ständig zuckt?

Um das nervöse Zucken zu stoppen, reicht es meistens, psychischen Stress zu reduzieren. Das gelingt zum Beispiel gut durch Ausdauersport oder aktive Stressbewältigung in Form von Progressiver Muskelentspannung oder Autogenem Training. Ebenfalls wohltuend fürs gestresste Auge: eine Runde Entspannen mit einer kühlenden Augenauflage und auf ausreichend Schlaf achten.

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Bei Augenzucken durch Mineralienmangel sorgen entsprechende Präparate und Nahrungszusätze für Abhilfe. Zuvor sollte jedoch ein Arzt feststellen, ob tatsächlich eine Unterversorgung vorliegt. Empfehlenswert ist in jedem Fall eine Ernährung mit vielen magnesiumreichen Lebensmitteln wie Sonnenblumenkerne, Hirse, Hasel- und Erdnüsse zu sich zu nehmen, um die Nerven zu stärken.