Gesunde Ernährung

Bärlauch: So gesund ist der Frühlingsbote

Viele Bäume und Sträucher tragen noch keine Blätter, da sprießt er schon aus dem Boden: Bärlauch wächst bereits ab März und gilt damit als Frühlingsbote. Die Pflanze macht aber nicht nur Vorfreude auf wärmere Temperaturen, sondern wird bereits seit Jahrhunderten auch als Heilpflanze genutzt. Wir erklären, was in ihr steckt.

Bärlauch wird gerne als „grüner Verwandter“ des Knoblauchs bezeichnet, da er sehr ähnlich schmeckt und riecht. Wie der Knoblauch gehört auch Bärlauch zu den Lauchgewächsen. Die Pflanze liebt schattige Plätze und ist daher oft massenweise im Wald zu finden. Aus der Pflanzenzwiebel im Erdreich wachsen viele einzelne mattgrüne Blätter, die zwischen 20 und 50 Zentimeter hoch werden können. Die Stängel sind relativ schmal, verbreitern sich aber in oval-förmige Blätter.

Der Name Bärlauch entstammt übrigens dem Volksglauben: So soll die Pflanze sogar Bären helfen, nach dem Winterschlaf schnell wieder kräftig zu werden.

So gesund ist Bärlauch

Bärlauch ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen. In 100 Gramm frischen Blättern stecken beispielsweise rund:

  • 150 Milligramm Vitamin C (deckt den kompletten Tagesbedarf): stärkt u.a. das Immunsystem und schützt vor freien Radikalen.
  • 340 Milligramm Kalium (etwa zehn Prozent des Tagesbedarfs): wichtig für das Steuern von Muskeln und das Herz-Kreislauf-System.
  • 3 Milligramm Eisen (entspricht circa 20 bis 30 Prozent des Tagesbedarfs): brauchen wir zum Beispiel für die Sauerstoffversorgung und die Blutbildung.

Zudem enthält das Lauchgewächs Magnesium, Natrium, Kalzium, Zink, Folsäure, zahlreiche essentielle Aminosäuren und Adenosin – es erweitert die Blutgefäße, verlangsamt die Herzfrequenz und senkt den Blutdruck.

Übrigens kann Bärlauch den Spiegel des „schlechten“ LDL-Cholesterins senken und damit das Risiko für „Arterienverkalkung“ (Fachbegriff: Arteriosklerose) reduzieren. Diese Eigenschaft wiederum beugt Herzinfarkt und Schlaganfällen vor.

Verdauungshelfer

Die Pflanzenheilkunde (Phytotherapie) setzt Bärlauch bei Magen-Darm-Beschwerden ein. Das Lauchgewächs enthält viele ätherische Öle, die Blähungen lindern und die Verdauung fördern können. Die Schwefelstoffe der Pflanze können zudem Leber und Galle anregen, was ebenfalls gut für die Verdauung ist. Außerdem stecken in den Blättern reichlich Senfölglykoside, die verdauungsfördernd wirken und den Stoffwechsel ankurbeln können.

Aber Bärlauch hat noch mehr gute Eigenschaften: Er enthält entzündungshemmende und antibakterielle Stoffe wie zum Beispiel Alliin. Dieser Stoff tritt beim Zerkleinern der Blätter aus, reagiert mit Sauerstoff (Oxidation) und verwandelt sich zu Allicin. Allicin gehört zu den sekundären Pflanzenstoffen und kann schädliche Bakterien und Pilze abtöten. Die nützlichen Darmbakterien können dagegen ungehindert siedeln und sorgen für eine gute Darmflora.

Früher wurde Bärlauch wegen dieser Wirkstoffe übrigens sogar als Mittel gegen Würmer und andere Darmparasiten eingesetzt.

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Zellschützer

Die sekundären Pflanzenstoffe des Bärlauchs sorgen dafür, dass die Pflanze besser gegen schädliche Umwelteinflüsse und Krankheiten gewappnet ist. Aber auch im menschlichen Körper können die pflanzlichen Stoffe nachweislich Krankheiten vorbeugen.

Die im Bärlauch enthaltenen Flavonoide haben zum Beispiel eine anti-oxidative Wirkung. Sie machen freie Radikale unschädlich, die in unseren Körper eindringen, und schützen so unsere Zellen vor Schäden. Dadurch können sie helfen, Krebs vorzubeugen. Mehrere Studien haben übrigens ergeben, dass das Gewächs vor allem das Risiko für Darmkrebs senken kann.

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Achtung, nicht verwechseln

Bärlauch ist zwar sehr gesund, hat aber einige gefährliche Doppelgänger. Die giftigen Blätter von Maiglöckchen und Herbstzeitlosen sehen ihm täuschend ähnlich. Besonders Letztere sind sehr gesundheitsschädlich und können im schlimmsten Fall zu tödlichen Vergiftungen führen. Daher gut hinsehen beim Pflücken!

Bärlauch und Maiglöckchen im Vergleich

Verwechslungsgefahr: links Bärlauch, rechts die giftigen Maiglöckchen. (c) LoSa / Fotolia

Anders als Bärlauch sprießen die Blätter der giftigen Doppelgänger nicht einzeln aus dem Boden. Bei Maiglöckchen wachsen sie paarweise, bei der Herbstzeitlosen sind es gleich mehrere. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal: Die Blattstiele der Herbstzeitlosen befinden sich in der Erde, sodass wir sie nicht sehen können. Beim Bärlauch ragen die Stängel aus dem Boden heraus. Die Blätter der Maiglöckchen sind dunkler als die des Bärlauchs. Sie glänzen an der Unterseite, die von Bärlauch dagegen an der Oberseite.

Wer sich immer noch nicht sicher ist, kann auch einen Geruchtest machen. Dazu ein kleines Blattstück zwischen den Fingern zerreiben. Riechen die Finger nicht nach Knoblauch, dann handelt es sich wahrscheinlich um eine der giftigen Pflanzen. Hundertprozentig sicher ist dieser Test aber nicht, denn der starke Geruch kann an der Haut haften bleiben und den Test verfälschen.

Experten raten, dass nur geübte Sammler das Lauchgewächs selbst pflücken sollten. Ansonsten besser vom Gemüsehändler oder anderen vertrauenswürdigen Quellen beziehen.

Tipps zur Zubereitung

Auch wenn viele nicht genug von Bärlauch bekommen können: Bitte nur für den Eigenbedarf sammeln! Sonst sind die grünen Gesundheitsquellen im Wald schnell versiegt. Beim Sammeln im Wald sollten die Blätter zudem gut abgewaschen werden, da sonst Eier des Fuchsbandwurms an ihnen haften bleiben können.

Bärlauchbutter

Ob aufs Brot oder zum Steak: Bärlauchbutter ist vielfältig einsetzbar. (c) emmi / Fotolia

Bärlauch gedeiht von März bis Juli, schmeckt aber besonders aromatisch, wenn er noch nicht geblüht hat. Ab Mai, wenn die weißen Blüten zu sehen sind, verliert das Lauchgewächs deutlich an Geschmack. Bärlauch wird schnell welk und sollte daher immer so frisch wie möglich verarbeitet werden. Zudem enthalten frische Blätter mehr gesunde Inhaltsstoffe als getrocknete. Außerdem sollte Bärlauch nicht zu lange und zu stark erhitzt werden, da er sonst an Geschmack und Wirkstoffen verliert. Am besten ist er im rohen oder nur leicht erwärmten Zustand.

Tipp: Die Blätter immer klein schneiden, da sich erst dabei das gesunde Alliin entfaltet.

Die fein geschnittenen Blätter sind in der Küche vielfältig einsetzbar. Pur schmecken sie zum Beispiel auf dem Butterbrot oder zu Kartoffeln. Mit Butter oder Quark vermischt, ergeben sie einen leckeren Aufstrich und passen auch zu Gegrilltem. Außerdem lässt sich Pesto daraus machen, das dann zu Nudeln gegeben werden kann.

Weitere Ideen: Bärlauchsuppe, Salat mit Bärlauch und Ziegenfrischkäse, Schweineschnitzel mit Bärlauchsauce oder Kräuterpfannkuchen mit Bärlauch.

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