Magen & Darm

Bandwurm beim Menschen – Ansteckung, Symptome und Behandlung

Bandwürmer sind Parasiten, die nicht nur bei Tieren vorkommen, sondern auch den Menschen befallen können. Hier erfahren Sie, welche Symptome auftreten und welche Behandlung infrage kommt.

Insgesamt sind mehr als 3.000 Arten von Bandwürmern bekannt, von denen sich einige im Gehirn und im Darm ansiedeln können. Der Bandwurm gehört außerdem zur Gattung der Plattwürmer und ernährt sich ohne eigenen Darm und ausschließlich von den Nährstoffen, die sein Wirt ihm durch die aufgenommene Nahrung zuführt. Einige Bandwurm-Arten können teils schwerwiegende Symptome hervorrufen, die in jedem Fall ärztlich behandelt werden müssen. Tiere sind zwar wesentlich häufiger von Wurmerkrankungen betroffen, doch auch vor Menschen machen Bandwürmer nicht Halt.

Welche Bandwürmer gibt es?

Hierzulande unterscheidet man zwischen den am häufigsten vorkommenden Bandwürmern:

  • Rinderbandwurm
  • Schweinebandwurm
  • Hunde- oder Fuchsbandwurm
  • Breiter Bandwurm
  • Zwergbandwurm
  • Fischbandwurm

Zur gefährlichsten Sorte gehört der Hunde- oder Fuchsbandwurm, der durch Haustiere wie Hunde oder Katzen auf den Menschen übertragen wird. Die Tiere dienen als Zwischenwirt bis der Wurm auf den Menschen übergeht. Daher ist es besonders für Tierhalter wichtig zu wissen, dass ihre Vierbeiner regelmäßig entwurmt werden sollten, um einen Wurmbefall bei Mensch und Tier zu vermeiden. Auszuschließen ist der Hundebandwurm jedoch auch durch eine entsprechende Wurmkur nicht, da die Larven oder Eier auch am Tierfell haften könnten.

Der Fuchsbandwurm ist besonders gefährlich, da er bereits im Larvenstadium die inneren Organe besiedelt, was zu Oberbauchschmerzen oder Gelbsucht führen kann. Bandwürmer können sich selbst fortpflanzen, weswegen sie auch sehr hartnäckig und schwer zu erkennen sind. Sie besitzen außerdem einen Kopf (Skolex), der so strukturiert ist, dass sich der Parasit im Darm anheften kann.

> Erfahren Sie hier mehr über den Fuchsbandwurm

Strauch mit wilden Heidelbeeren im Wald

An rohen Heidelbeeren aus dem Wald können Eier des Bandwurms haften. (c) Colourbox

Rinder- und Schweinebandwurm

Diese beiden Bandwurm-Arten kommen hierzulande zwar recht selten vor, können aber durch den Verzehr von rohem oder nicht ausreichend gegartem Fleisch oder Fisch übertragen werden. In den Schlachthöfen wird das Fleisch beispielsweise schon vor Ort auf mögliche Wurmlarven überprüft. Auch bei Sushi besteht nur ein sehr geringes Risiko, sich mit einem Bandwurm anzustecken. Da die Fischgerichte in den meisten Fällen aus tiefgefrorenem Fisch zubereitet werden, werden mögliche Larven durch die Minustemperaturen hier bereits abgetötet.

Bandwurm: Anzeichen und Symptome

Anfangs treten bei einem Bandwurm-Befall kaum bis gar keine Symptome auf, oft nicht einmal dann, wenn der Wurm schon einige Meter an Länge zugelegt hat. Erst wenn die Larven oder der ausgewachsene Wurm anderweitiges Gewebe oder Organe als den Darm erreichen, kommt es zu Beschwerden, die sich plötzlich stark und schnell verschlimmern. Zu den typischen Symptomen zählen unter anderem:

  • Heißhunger oder Appetitlosigkeit
  • auffälliger Gewichtsverlust
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Durchfall / Verstopfung
  • Blähungen und Druck im Bauch
  • Schmerzen im Ober- oder Unterbauch
  • Müdigkeit und Leistungsschwäche
  • Kopfschmerzen
  • Schwindelgefühl
  • Juckreiz am After
  • nudelartige Wurmbestandteile im Stuhl

Selbst wenn es sich nicht um einen Bandwurm handelt, sollten Sie beim geringsten Verdacht umgehend einen Arzt aufsuchen und ihm Ihre Bedenken schildern. Dieser kann anhand bestimmter Untersuchungen Bandwürmer oder andere Ursachen ausschließen.

Bei Verdacht auf Bandwurm-Befall sollte eine Stuhlprobe veranlasst werden

Bei Verdacht auf Bandwürmer ist eine Stuhlprobe ratsam. (c) WunderBild / Fotolia

Diagnose und Behandlung von Bandwürmern

Besteht der Verdacht auf einen Bandwurm, hat der Arzt mehrere Möglichkeiten, um eine Diagnose zu stellen. In den meisten Fällen wird eine Stuhlprobe genommen, die am besten nicht älter als eine Stunde sein sollte, um ein möglichst genaues Ergebnis zu erhalten. Auch Ultraschall, Tomografie, Röntgenaufnahmen oder eine Laboranalyse vorhandener Wurmteile kommen infrage.

Bei „herkömmlichen“ Wurmerkrankungen werden in der Regel Medikamente wie Antihelminthika eingesetzt. Diese helfen gegen eine beträchtliche Anzahl von Wurmarten und töten sie, indem sie direkt in deren Stoffwechsel eingreifen. Bei einer gefährlicheren Art wie dem Fuchsbandwurm kann ein operativer Eingriff notwendig sein.

Bandwurm: Wann zum Arzt?

Vor allem Personen mit einem schwachen Immunsystem sollten bei Verdacht auf Bandwürmer einen Arzt aufsuchen. Insbesondere auch dann, wenn die oben erwähnten Symptome bereits mehrfach aufgetreten sind. Ist die Haut am After besonders reizbar, finden Sie Blut im Stuhl und waren Sie zudem noch vor einiger Zeit in Ländern wie Asien oder Afrika, könnte es sich ebenfalls um einen Bandwurm handeln. Kam es in der Vergangenheit schon einmal zu einer Infektion mit den Parasiten, könnte sie erneut auftreten, wenn zum Beispiel Larven überlebt haben.

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