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Wie sinnvoll ist Bio? Sind Bio-Lebensmittel wirklich gesünder?

Die meisten von uns halten Bio-Lebensmittel vermutlich für gesünder. Doch wie sinnvoll ist Bio wirklich? Eine neue Studie aus Frankreich zeigt, dass Bio-Produkte sogar vor Krebs schützen könnten. Was steckt dahinter?

Biologisch angebautes Obst und Gemüse ist nicht nur gut für die Umwelt. Bio-Produkte beugen außerdem Krankheiten vor. Franzosen, die in einer Umfrage angaben, häufiger Bio-Produkte zu essen, erkrankten in den Folgejahren wesentlich seltener an Krebs. Im Oktober 2018 stellte das Team vom französischen Forschungsinstitut INSERM in Paris die Ergebnisse der Studie vor.

Was bewirken Bio-Lebensmittel?

Die internetbasierte Studie befragte die Teilnehmer seit 2009 nach ihren täglichen Ernährungsgewohnheiten. Unter anderem wollten die Forscher wissen, wie häufig die Teilnehmer 16 bestimmte Bio-Nahrungs­mittel wie Obst und Gemüse aßen. Insgesamt haben 68.946 Franzosen den umfangreichen Fragebogen ausgefüllt. Der Altersdurchschnitt bei den befragten Männern und Frauen lag bei 44,2 Jahre.

Im viereinhalbjährigen Nachbeobachtungs-Zeitraum erkrankten 1.340 Teilnehmer an Krebs. Bei den Konsumenten von Bio-Produkten verzeichneten die Forscher eine niedrigere Krebsrate. Das Viertel der Studienteilnehmer, das am meisten biologisch angebautes Obst und Gemüse aß, erkrankte zu 25 Prozent seltener an Krebs als das Viertel, das am seltensten Bio-Lebensmittel verzehrte.

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Krebs vorbeugen: Wie sinnvoll ist Bio?

Am deutlichsten war der Unterschied bei den Lymphomen. Diese traten bei den Bio-Konsumenten zu drei Viertel seltener auf. Besonders deutlich waren die Effekte außerdem beim Non-Hodgkin-Lymphom. Lymphome und vor allem das Non-Hodgkin-Lymphom zählen zu den Krebserkrankungen, die in den letzten Jahrzehnten deutlich häufiger geworden sind. Wissenschaftler vermuten Umwelteinflüsse als Ursache für den Anstieg. Auch bei Brustkrebs nach der Menopause war ein vorbeugender Effekt erkennbar.

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Bio-Lebensmittel sind weniger mit Pflanzenschutzmitteln belastet. (c) Colourbox

Stärken und Schwächen der Studie

Für den Bostoner Epidemiologen und Ernährungsexperten Frank Hu von der Harvard T.H. Chan School of Public Health ist es noch zu früh, um von eindeutigen Beweisen zu sprechen. Er lobt zwar Stärken der Studie wie die große Teilnehmerzahl, weist aber auch auf Schwächen hin. Er bezweifelt, ob die Ernährungsgewohnheiten bei Bio-Produkten valide erhoben wurden. Hinterfragt wurde in der Studie auch nicht, ob Menschen, die mehr Bio essen, nicht generell ein gesünderes Leben führen.

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Obst und Gemüse: Bei diesen Lebensmitteln ist Bio ein Muss

The Dirty Dozen (deutsch: das dreckige Dutzend) bezeichnet zwölf Giftstoffe, die in Pflanzenschutzmitteln und anderen Industriechemikalien zum Einsatz kommen. Viele Obst- und Gemüsesorten sind mit diesen Pflanzenschutzmitteln belastet.

Deshalb sollten Sie diese Obst- und Gemüsesorten besser in Bio-Qualität kaufen, da sie mehr als andere mit Pestiziden und Fungiziden behandelt werden:

  • Äpfel
  • Birnen
  • Blaubeeren
  • Erdbeeren
  • Grüne Bohnen
  • Grünkohl
  • Gurken
  • Kartoffeln
  • Kirschen
  • Kürbis
  • Nektarinen
  • Paprika
  • Pfirsiche
  • Sellerie
  • Spinat
  • Tomaten/Kirschtomaten
  • Trauben (weiß/rot)

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