Alternativmedizin & Naturheilkunde

Bioenergetische Analyse (BA) – wenn der Körper unserer Seele hilft

Die bioenergetische Analyse ist ein psychotherapeutisches Verfahren. Sie verspricht mehr Ausgeglichenheit und Wohlbefinden. Und sie soll die Lebensenergie erhöhen. Was steckt dahinter?

Den Körper aktivieren und sich selbst bewusster erleben – wer möchte das nicht? Die bioenergetische Analyse soll Blockaden lösen. Und sie soll Menschen helfen, ein neues Verhältnis zu sich und ihrem Körper aufzubauen. Die Idee ist keineswegs neu.

Bioenergetische Analyse – was ist das?

Die bioenergetische Analyse (BA) ist eine Methode der Komplementärmedizin. Laut Fachverband ist die BA das älteste und bekannteste körperpsychotherapeutische Verfahren. Sie orientiert sich an der klassischen Psychoanalyse. Der Psychoanalytiker Wilhelm Reich (1897-1957), übrigens ein Schüler Sigmund Freuds, beobachtete, dass sich alle seelischen Konflikte und Verletzungen auch körperlich äußern.

Alexander Lowen (1910-2008) führte seit den 1950er Jahren den Ansatz Reichs weiter. Er begründete das Konzept der bioenergetischen Analyse. Er war überzeugt:

„Die bioenergetische Analyse ist Therapie der Seele durch Arbeit mit dem Körper.“

Im Unterschied zu anderen psychoanalytischen Techniken geht es bei der bioenergetischen Analyse also nicht nur um psychische Probleme. Sie hat auch ein Augenmerk auf blockierte Energieflüsse, die sich körperlich äußern. Zum Beispiel in Form von chronischen Verspannungen, die wie eine Art Panzer die Körperstruktur und den Charakter beeinflussen sollen.

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Ein Psychologe führt eine bioenergetische Analyse an einer Patientin durch.

Eine der Methoden für die BA ist ein Besuch beim Psychologen. (c) Colourbox

Bioenergetische Analyse – wie funktioniert das Verfahren?

Ziel des Verfahrens ist es, systematisch körperliche – und damit auch seelische Spannungen zu lösen. Das Verfahren nutzt unterschiedliche Methoden. Mit Hilfe von Körperarbeit, Traumarbeit und analytischen Gesprächen sollen Lebensenergie freigesetzt und Gefühle zum Fließen gebracht werden. So findet der Patient zurück zu neuer Lebendigkeit.

Viele bioenergetische Körperübungen kennen Sie vielleicht von anderen Methoden der Körperarbeit: Yoga, Feldenkrais, Tai Chi oder Qi Gong sind bekannte Techniken. Auch hier geht es um Achtsamkeit, Bewegung, Entspannung. Und darum, seinen Körper zu spüren. Einige Übungen in der bioenergetischen Analyse beschäftigen sich mit der Atmung und synchronen Bewegungen.

Einen besonderen Stellenwert haben sogenannte Grounding-Übungen. Das sind Übungen, die den Patienten erden und ihm also dabei helfen, neuen Halt zu finden und sicher mit beiden Beinen auf dem Boden zu stehen. Andere Übungen dienen dem Dehnen und Sich-Weiten. Und zwar nicht nur äußerlich, sondern als Folge auch innerlich. Zusätzlich kommen Elemente hinzu, in denen die Patienten üben, ihre Gefühle auszudrücken. Sie dürfen laut lachen, wütend schreien oder befreiend weinen. Alle diese Übungen sollen den muskulären Panzer lockern und so den Zugang zu zurückgehaltenen Gefühlen öffnen.

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Wie wirksam ist die bioenergetische Analyse?

In den letzten Jahren entwickelt sich in der Fachöffentlichkeit ein Bewusstsein dafür, dass Störungen mit Hilfe des körperlichen Zugangs geheilt werden können. Auch bei neurotischen Störungen sollen Körperpsychotherapieverfahren helfen. Da es jedoch keine Indikationen für die BA gibt, ist es schwer zu sagen, für wen diese Form der Analyse in Frage kommt. Die bioenergetische Analyse wird nicht von der Krankenkasse übernommen.

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