Nieren & Harnwege

Blasenentzündung? Hausmittel für schnelle Hilfe

Es gibt Krankheiten, die sind Wiederholungstäter. Die Blasenentzündung gehört dazu. Vielen bereitet sie immer wieder mal Probleme. Wirklich verhindern kann man die Infektion nämlich nicht, aber viel dafür tun, damit sie schnell wieder verschwindet. Wir haben die besten Hausmittel und Tipps zur Behandlung einer Blasenentzündung für Sie.

Von Blasenentzündungen (Fachbegriff: Zystitis) sind vor allem Frauen betroffen. Schuld ist ihre Anatomie, genauer: die relativ kurze Harnröhre, die es Bakterien von außen leicht macht, bis in die Blase aufzusteigen. Sind die Erreger einmal dort, setzen sie sich an der Blasenwand fest und vermehren sich. Die Folge: Die Blasenschleimhaut entzündet sich. Die klassischen Symptome sind: Ständiger HarndrangBrennen beim Wasserlassen und Schmerzen im Unterleib.

Die gute Nachricht: Eine leichte, unkomplizierte Blasenentzündung heilt meist schnell und ohne Probleme aus. Nicht so gut: Viele Frauen werden erneut Opfer der Blasenbakterien. Ein Patentrezept, um eine erneute Erkrankung zu verhindern, gibt es nämlich nicht. Im Gegenteil,  einige Frauen scheinen besonders häufig von einer Zystitis betroffen zu sein.

Umso wichtiger ist es, zu wissen, was schnell hilft, wenn es beim Wasserlassen auf einmal wieder brennt und schmerzt.

Unsere Hausmittel, die Sie bei der nächsten Behandlung der Blasentzündung ausprobieren sollten:

Hausmittel 1: Viel trinken

Die wichtigste Maßnahme bei einer Blasenentzündung ist: trinken, trinken, trinken. Es gilt: Je verdünnter und farbloser der Urin, desto besser – denn: dunkler, konzentrierter Urin verstärkt das Brennen auf der Toilette noch! Plus: Bei jedem Toilettengang wird ein Teil der Bakterien ausgespült.

Daumenregel: Trinken Sie etwa alle 20 Minuten 250 Milliliter Tee (keinen Früchtetee, er hat zu viel Säure!), Wasser oder Mineralwasser (am besten stilles).

Wasserglas

Viel Flüssigkeit spült die Bakterien aus der Blase. (c) sebra / Fotolia

Hausmittel 2: Natron gegen Bakterien

Ist die Zystitis da, hilft es, den pH-Wert des Urins in Richtung basisch zu verändern – denn das mögen die Bakterien gar nicht. Trinken Sie als erstes einen halben Liter Wasser, in dem Sie zuvor einen Teelöffel Haushaltsnatron (Natriumbikarbonat) aufgelöst haben.

Trinken Sie in den folgenden drei Stunden etwa jede Stunde ein großes Glas Wasser mit derselben Menge Natron darin. Keine Sorge: Das Hausmittel hat keinerlei Nebenwirkungen. Nur wer große Herz- oder Blutdruckprobleme hat, sollte die Einnahme von Natron vorab mit seinem Arzt besprechen.

> Hausmittel Natron – Wofür verwenden, wofür lieber nicht?

Hausmittel 3: Mit Wärme entspannen

Das Ziehen im Unterleib lässt sich meist gut durch Wärme lindern. Eine Wärmflasche oder ein heißes Bad lockern außerdem die Muskulatur, die die Blase umgibt. Entspannung und Ruhe sind bei einer Blasenentzündung eine wichtige Maßnahme. Der Körper ist durch die Infektion geschwächt und kann sich so besser auf die Bekämpfung der Erreger konzentrieren.

Hausmittel 4: Mit Kaffee oder Tee unterstützen

Viel trinken ist nur die halbe Miete. Die aufgenommen Flüssigkeit sollte bald wieder ausgeschieden werden. Wenn der Harndrang nicht ausreicht, die Blase in Bewegung zu halten, sind harntreibende Mittel eine gute Wahl. Wer jede Stunde eine Tasse starken, schwarzen Kaffee trinkt, scheidet auf natürliche Weise mehr Harn aus.

Denjenigen, denen der schwarze Muntermacher nicht schmeckt, oder die ihn wegen seines Koffeins meiden, können auch zu Tees mit Brennnessel- und Birkenblättern oder zu Schachtelhalm greifen. Diese Heilpflanzen gelten ebenfalls als harntreibend. Außerdem können Sie diese auch ohne Probleme noch am Nachmittag und Abend trinken ohne anschließend nicht einschlafen zu können.

Hausmittel 5: Cranberrysaft stärkt die Blase

Purer Cranberrysaft schmeckt ganz schön herb. Verantwortlich dafür sind die Gerbstoffe. Diese Stoffe bewirken, dass sich die Oberfläche der Blase so verändert, dass Bakterien bei akuter Zystitis und anderen Harnwegsinfektionen schneller ausgeschieden werden. Sie sollten unbedingt Muttersaft verwenden, mit Wasser verdünnter Nektar ist nicht konzentriert genug.

Wer den Geschmack nicht mag, kann die Wirkstoffe der Cranberry auch in Kapselform zu sich nehmen. Wie wirksam Cranberries tatsächlich sind, ist wissenschaftlich umstritten. Ausprobieren lohnt sich aber.

Glas mit rotem Cranberrysaft

Cranberrysaft kann die Blase von innen widerstandsfähig machen. (c) colourbox.de

Hausmittel 6: Sitzbäder gegen die Entzündung

Üblicherweise ist bei einer akuten Zystitis nicht nur die Blase betroffen, auch die Harnröhre fühlt sich schmerzhaft und wund an. Dagegen können Sitzbäder mit Pflanzenextrakten helfen. Besonders entzündungshemmend wirkt Kamille. Einfach einige Teebeutel Kamillentee mit 300 Milliliter kochendem Wasser überbrühen und zum lauwarmen Badewasser geben. Eventuell noch etwas kaltes Wasser zugeben, bis eine angenehme Badetemperatur erreicht ist. 10 bis 15 Minuten baden und genießen! Zusätzliches Plus: Die Wärme wirkt krampflösend.

Kamillentee

Kamille wirkt entzündungshemmend und ist toll als Tee oder Badezusatz. (c) colourbox.de

Hausmittel 7: Mit Schmerzmitteln Antibiotika vermeiden

Antibiotika sind immer noch die Standardtherapie bei Harnwegsinfektionen, da sie bakterielle Infektionen schnell eindämmen können. Doch sie bergen Risiken, unter anderem diese:

  • Resistenzen: Resistente Bakterienstämme werden durch den Einsatz von Antibiotika gefördert. Gegen diese Bakterien wirken dann gängige Antibiotika nicht mehr, die Behandlung wird entsprechend schwieriger.
  • Scheidenpilz: Antibiotika fördern die Wahrscheinlichkeit einer Folgeerkrankung mit einem Scheidenpilz.
  • Allergien: Jedes Antibiotikum kann eine Allergie hervorrufen, die eine Folgebehandlung notwendig macht.

Experten plädieren darum immer häufiger dafür, bei einfachen Harnwegsinfekten auf Antibiotika zu verzichten. Sie setzen stattdessen auf entzündungshemmende Schmerzmittel (zum Beispiel Ibuprofen), während die Infektion von selbst ausheilt. Klar, auch diese Medikamente haben Nebenwirkungen, die mit zunehmender Einnahmedauer und -dosis steigen. Wer sie länger als drei Tage einnimmt, ohne dass sich die Beschwerden bessern, sollte den Rat seines Arztes einholen.

Wichtig: Sobald Schüttelfrost oder Fieber auftreten, sind Antibiotika angezeigt, um eine Ausbreitung der Infektion zu verhindern. Gleiches gilt, wenn die sogenannten Nierenlager (der Raum, der die Nieren umgibt) mit Schmerzen reagieren, wenn man sie abklopft.

Wann müssen Antibiotika sein?

Wenn Sie auch nach sieben Tagen Wärme, Trinken und Co. noch häufig und schmerzhaft Wasserlassen müssen und vielleicht sogar Blut im Urin entdeckt haben, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Zum einen kann auch ein anderer Harnwegsinfekt dahinter stecken, zum anderen gelingt es nicht immer eine Zystitis in Eigenregie erfolgreich zu behandeln. Wenn die Bakterien sich schneller vermehren, als Sie sie ausscheiden können, ist die Therapie mit einem Antiobiotikum unerlässlich.

Meist genügt ein Einmalpräparat, das Ihnen der Arzt verschreibt. Die Erreger werden dann innerhalb von 24 Stunden abgetötet und gleichzeitig verschwinden auch die Beschwerden.

Was Sie tun können, dass es gar nicht erst zu einer Blasenentzündung kommt, lesen Sie hier.