Blasenentzündung vorbeugen: Die wichtigsten Tipps

Nieren & Harnwege

Blasenentzündung vorbeugen: Die wichtigsten Tipps

Eine Blasenentzündung ist zwar schmerzhaft, aber meist schnell überstanden. Trotzdem würden die meisten Frauen gerne auf das fiese Brennen und den ständigen Harndrang verzichten. Wir erklären, wie Sie einer Blasenentzündung vorbeugen können.

Eine Blasenentzündung trifft Frauen deutlich häufiger als Männer – aus anatomischen Gründen. Die weibliche Harnröhre ist kurz und ihr Ausgang liegt in unmittelbarer Nähe des Afters. Eine Infektion mit Analbakterien, die über den Damm in die Harnröhre gelangen, ist daher nichts Ungewöhnliches. Sind die Abwehrkräfte der Blase geschwächt kann es dann zu einer Entzündung der Blasenschleimhaut kommen.

Blasenentzündung: Vorbeugen statt behandeln

Auch wenn es kein Patentrezept zur Vorbeugung einer Blasenentzündung gibt – mit diesen Tipps im Alltag können Sie das Risiko einer Harnwegsinfektion auf ein Minimum reduzieren. Wissenschaftlich bewiesen ist die Wirksamkeit dieser Maßnahmen nicht, aber viele Frauen haben damit gute Erfahrungen gemacht. Und: Die Tipps sind leicht im Alltag umzusetzen – und deshalb allemal einen Versuch wert!

Viel trinken

Achten Sie auf Ihre Flüssigkeitszufuhr. Empfehlenswert sind mindestens 1,5 bis 2 Liter kalorienarme Getränke pro Tag. Denn so werden Bakterien aus den Harnwegen gespült. Trinken Sie am besten Wasser, Fruchtsaftschorlen oder ungesüßte Kräutertees. Es gibt auch spezielle Nieren- und Blasentees, welche die Heilung bei einer vorhandenen Blasenentzündung unterstützen sollen. Insgesamt gilt: Es sollten etwa 1,5 Liter Harn pro Tag ausgeschieden werden.

Ab zur Toilette

Wenn Sie einen Harndrang verspüren, versuchen Sie nicht, den Gang zur Toilette hinauszuzögern. Gehen Sie besser sofort. Normal sind vier- bis sechsmaliges Wasserlassen untertags und maximal einmal in der Nacht.

Blasenentzündung

Einer Blasenentzündung können Sie leicht vorbeugen. (c) absolutimages / Fotolia

Achtung Kälte!

Achten Sie darauf, dass Ihre Füße und Ihr Unterleib nicht auskühlen. Wechseln Sie nasse Kleidung und Badesachen sofort. Denn die Unterkühlung verringert die Durchblutung und setzt die Abwehrkräfte der Blase herab. Dann haben Bakterien leichtes Spiel und können in den Körper eindringen.

Immunsystem stärken

Stärken Sie außerdem Ihr Immunsystem. Denn gut funktionierende Abwehrkräfte sind das beste Mittel gegen Eindringlinge wie etwa Bakterien. Schlafen Sie ausreichend, achten Sie auf eine gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse, bewegen Sie sich täglich und halten Sie sich Stress vom Leib, zum Beispiel durch Entspannungstechniken wie Autogenes Training oder Progressive Muskelentspannung.

Gute Intimhygiene

Darmbakterien sind häufige Auslöser einer Blasenentzündung. Achten Sie darauf, dass möglichst wenige Darmbakterien in die Scheide und Harnröhre gelangen. Wischen Sie zum Beispiel nach dem Stuhlgang mit dem Toilettenpapier immer von vorne nach hinten – das hält Darmbakterien vom Harnleiter fern. Auf Intimsprays oder Scheidenspülungen sollten Sie besser verzichten. Sie stören die Scheidenflora und krankmachende Bakterien können sich leichter ausbreiten.

Nach dem Sex

Beim Geschlechtsverkehr können mehr Bakterien in die Harnröhre geraten. Gehen Sie deshalb anschließen zur Toilette. Das Wasserlassen befördert die Bakterien wieder heraus. Auch bestimmte Verhütungsmethoden können das Risiko einer Blasenentzündung erhöhen. Beispiele sind Spermizide, also spermienabtötende Mittel, und Diaphragmen. Wenn Sie häufiger unter Harnwegsinfekten leiden, sollten Sie eine andere Verhütungsmethode testen.

Cranberries

Viele Frauen schwören auf Cranberry-Produkte zur Vorbeugung einer Blasenentzündung. Es gibt sie als Pulver, Säfte, Kapseln oder Tabletten in Apotheken, Reformhäusern und Drogerien. Studien haben jedoch gezeigt, dass Cranberries einer Harnwegsinfektion nicht vorbeugen können.

Antibiotika

Bei sehr häufiger Blasenentzündung helfen Antibiotika nicht nur als Therapie, sondern auch vorbeugend. Allerdings hat die Antibiotikaeinnahme eine Reihe von Nachteilen: Antibiotika müssen sehr lange – meist sechs bis zwölf Monate – geschluckt werden. Die Medikamente greifen nicht nur die Bakterien an, sondern haben Nebenwirkungen wie Verdauungsstörungen, Hautausschlag oder Pilzinfektionen in der Scheide. Außerdem steigt durch die lange Einnahmedauer die Gefahr von Antibiotikaresistenzen. Die Bakterien werden widerstandsfähiger gegen die Wirkstoffe und schließlich wirken gängige Antibiotika nicht mehr. Der Vorteil: Sie haben durchschnittlich weniger Blasenentzündungen.

Hormone

Bei Frauen in den Wechseljahren verändert sich die Schleimhaut in der Scheide aufgrund des Östrogenmangels. So können sich Bakterien leichter ansiedeln und in die Harnwege aufsteigen – es kommt häufiger zu einer Blasenentzündung. Lokal in der Scheide aufgetragene Östrogensalben können manche Frauen vor häufigen Blasenentzündungen schützen. Allerdings verursachen die hormonellen Mittel auch Nebenwirkungen wie Jucken und Brennen im Vaginalbereich.

Impfung

Als Schutz vor einer Blasenentzündung gibt es seit einigen Jahren auch eine Impfung. Der Impfstoff enthält mehrere inaktive Bakterienstämme. Laut Hersteller soll der Körper so lernen, die Erreger besser zu bekämpfen. Auf dem Markt erhältlich sind auch Kapseln zum Einnehmen, die inaktive Bakterienstämme enthalten und wiederkehrenden Blasenentzündungen vorbeugen sollen. Ob diese Mittel und Maßnahmen nutzen, ist jedoch nicht ausreichend erforscht. Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen keines der Mittel.