Blasenschwäche in der Menopause

Gesunde Frau

Blasenschwäche in der Menopause

Eine schwache Blase in den Wechseljahren ist nicht ungewöhnlich – kann für betroffene Frauen aber häufig zu großen Beschwerden im Alltag führen.

Blasenschwäche kann ein extrem unangenehmes Problem mit massiven Auswirkungen auf Ihren Alltag sein, besonders dann, wenn Sie Ihren Tagesablauf anhand von Toilettenbesuchen planen müssen. Vielen Frauen ist gar nicht klar, dass die Ursachen ihres Problems mit den Wechseljahren zusammenhängen können.

Eine schwache Blase kann Harninkontinenz zur Folge haben – einem Zustand, bei dem Sie unbeabsichtigt Wasser lassen. Die Blase wird von der Beckenbodenmuskulatur verschlossen. Ist sie voll, wird ein Signal an das Gehirn gesendet, dass es der Beckenbodenmuskulatur erlaubt, sich zu entspannen, wenn Sie dafür bereit sind. Bei einer Harninkontinenz können die Probleme sowohl bei der Signalübermittlung an das Gehirn als auch bei der Stärke der Beckenbodenmuskulatur liegen. Während der Wechseljahre ist eine geschwächte Beckenbodenmuskulatur häufig die Ursache für eine Harninkontinenz.

Warum verursachen die Wechseljahre so häufig Blasenschwäche?

Während der Wechseljahre ist Ihr Hormonspiegel Schwankungen ausgesetzt, was unerwartete Auswirkungen auf Ihren Körper haben kann. Am deutlichsten spürbar ist der Abfall des Östrogenspiegels. Östrogen ist für die Gesundheit der Harnröhre und der Blase von Bedeutung. Ein deutlicher Abfall des Östrogenspiegels kann bei Frauen dazu führen, dass Ihre Beckenbodenmuskulatur von allein schwächer wird. Wird sie belastet, etwa wenn Sie lachen oder husten, kann es passieren, dass Sie das Wasserlassen nicht verhindern können.

Des Weiteren kann die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Harnwegsinfekten steigen. Östrogen sorgt dafür, dass das Gewebe der Harnwege stark bleibt und besser Bakterien bekämpfen kann. Wenn der Östrogenspiegel fällt, werden Sie dadurch anfälliger für Infektionen.

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Welche Hausmittel stehen bei einer schwachen Blase zur Verfügung?

Bei Blasenschwäche konzentrieren sich die Hausmittel auf die Stärkung der Beckenbodenmuskulatur.

Beckenboden Training (auch „Kegelübungen“ genannt) ist wirksam und diskret und sollte mehrmals pro Tag durchgeführt werden. Es ist wichtig, dass Sie erkennen, welche Muskeln Sie zu trainieren versuchen. Wenn Sie beim Wasserlassen den Urinstrahl unterbrechen können, haben Sie die richtigen Muskeln gefunden.

Sie sollten den Urinstrahl jedoch nicht zu oft unterbrechen, da dies die Muskeln langfristig schwächt. Stattdessen sollten Sie, sobald Sie wissen, mit welchen Muskeln sie arbeiten müssen, versuchen, diese mit einer leeren Blase zu entspannen und zusammenzuziehen.

Übungen für den Beckenboden in den Wechseljahren:

  • Am besten legen Sie sich dazu auf den Rücken oder setzen sich auf einen Stuhl. Anschließend lassen Sie die Beckenbodenmuskulatur los und spannen Sie schnell wieder an. Wiederholen Sie diese Übung zehnmal.
  • Sie sollten dafür etwa zehn Sekunden benötigen.
  • Führen Sie dieselbe Übung etwas langsamer durch, sodass Sie dafür fünfzig Sekunden brauchen.
  • Versuchen Sie, diese Übungen drei- bis viermal täglich durchzuführen.

Darüber hinaus kann Ihre Ernährung Einfluss auf Ihre Beschwerden haben. Koffein ist dafür berüchtigt, Inkontinenz zu verstärken, da es als Diuretikum (harntreibendes Mittel) wirkt. Des Weiteren können künstliche Süßungsmittel zu einem gesteigerten Harndrang führen. Stattdessen sollten Sie ein gesundes Körpergewicht anstreben, da dadurch der Druck auf Ihre Beckenbodenmuskulatur sinkt. Eine gesunde Ernährung sorgt zudem für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt im Körper.

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Gibt es pflanzliche Arzneimittel, die mir weiterhelfen können?

Es gibt bestimmte pflanzliche Arzneimittel, die Frauen zusammen mit Hausmitteln anwenden können und die Ihnen bei einer schwachen Blase helfen können. Bärentraubenblätter zum Beispiel verfügen über antiseptische Eigenschaften und fördern effektiv ein gesundes Harnwegssystem.

Bedenken Sie auch, dass Ihre schwache Blase ein Symptom der Menopause sein kann. Eine Behandlung der unerwünschten Nebenwirkungen der Menopause kann Ihnen also auch bei diesen anderen Symptomen Linderung verschaffen. Soja-Isoflavone ahmen die Wirkung von Östrogen im Körper nach und mildern so die durch die Menopause bedingten Symptome.

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Wie sieht es mit konventionellen Arzneimitteln aus?

Wenn Sie sich Sorgen wegen Ihres Gesundheitszustandes machen oder wenn sich dieser auf Ihren Alltag auswirkt, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen. Falls bei Ihnen Hausmittel und pflanzliche Arzneimittel keine Wirkung zeigen sollten, empfiehlt Ihr Arzt Ihnen möglicherweise bestimmte verschreibungspflichtige Medikamente. Falls Ihre Inkontinenz sehr schwerwiegend ist, schlägt Ihr Arzt Ihnen eventuell verschiedene Operationsmöglichkeiten vor. In jedem Fall wird er jedoch mit Ihnen besprechen, welche Form der Behandlung sich für Sie und Ihre Beschwerden am besten eignet.

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