Das Blutbild: Die wichtigsten Laborwerte richtig deuten

Gesundheits-Tipps

Das Blutbild: Die wichtigsten Laborwerte richtig deuten

Wenn Sie mit unklaren Beschwerden zu Ihrem Arzt gehen, empfiehlt er oft eine Blutuntersuchung. Diese Laborwerte erlauben einen Blick in Ihre körperlichen Abläufe.

Ein Blutbild gehört zu den wichtigsten Laborwerten. Es gibt Hinweise darauf, wie gesund Sie sind. Es zeigt, ob Ihre Organe korrekt arbeiten, ob eine Krankheit oder das Risiko dafür besteht. Die Laborwerte, die Ihr Blut betreffen, sind das kleine und das große Blutbild.

Das kleine Blutbild bildet dabei die Basiswerte ab. Es gehört zu den Standarduntersuchungen des Gesundheitscheck 35. Gesetzliche Krankenkassen erstatten Ihnen diese Vorsorgeuntersuchung ab Mitte 30 alle zwei Jahre. Das große Blutbild und ergänzende Diagnosen gehören zu den Laborwerten, die Sie extra bezahlen müssen. Es sei denn, es besteht bereits ein Krankheitsverdacht.

Das untersucht das kleine Blutbild

Die fünf folgenden Laborwerte bestimmen Ihr kleines Blutbild:

  • Leukozyten (Leuko): Die Menge der weißen Blutkörperchen zeigt an, wie aktiv Ihre körperliche Immunabwehr ist. Ist ihre Anzahl erhöht, herrscht in Ihrem Körper eine akute Infektion.
  • Erythrozyten (Ery): Die roten Blutkörperchen sind zuständig für den Transport von Sauerstoff und dessen Abfallprodukt Kohlenstoffdioxid. Ist die Zahl Ihrer Erythrozyten erhöht, deutet das auf einen Sauerstoffmangel hin. Er ist beispielsweise Folge einer Herzerkrankung. Sind zu wenig Erythrozyten in Ihrem Blut, herrscht eine Anämie.
  • Thrombozyten (Thrombo): Die Thrombozyten sind die kleinsten Zellen des Bluts. Ihre Menge signalisiert, ob das Maß der Blutgerinnung stimmt oder ob für Sie ein erhöhtes Thromboserisiko (die Gefahr, dass das Blut verklumpt) besteht.
  • Hämoglobin (Hb): Mithilfe des Farbstoffs Hämoglobin kann Ihr Blut Sauerstoff und Kohlendioxid binden. Sind die Werte erhöht, kann das auf Tumoren in Ihrem Körper hindeuten. Sind sie erniedrigt, könnten chronische Magen- und Darmleiden vorliegen.
  • Hämatokrit (Hk oder Hkt): Der Hämatokrit beschreibt, wie dick- oder dünnflüssig Ihr Blut ist. Der Wert gibt Aufschluss über den Wasserhaushalt des Organismus.

Diese Laborwerte bestimmt das große Blutbild

Drei Laborwerte erweitern das kleine zum großen Blutbild. Sie werden erhoben, wenn Ihre oben genannten Blutwerte von der Norm abweichen oder für Sie bereits ein Krankheitsverdacht besteht. Dafür misst das Labor drei Untergruppen Ihrer Leukozyten:

  • Granulozyten: Der Wert Ihrer Granulozyten kann darauf hinweisen, ob ein akutes Herzleiden vorliegt, eine Lungenentzündung oder eine Blutvergiftung.
  • Monozyten (Mono): Ihre Zahl steigt, wenn eine Infektion mit Bakterien oder Pilzen Ihr Abwehrsystem beschäftigt.
  • Lymphozyten (Lympho): Sind Ihre Lymphozyten erhöht oder erniedrigt, kann das auf manche Krebsarten, etwa Leukämie, oder diverse Autoimmunerkrankungen hinweisen.
Eine Laboranalyse des Blutes kann helfen, Krankheiten zu erkennen oder ihnen rechtzeitig vorzubeugen.

Mittels Blutbild können Krankheiten oft frühzeitig erkannt werden. (c) Countrypixel / Fotolia

Die Bluttests des „Check-up 35“

In Deutschland haben Sie als gesetzlich Versicherte ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre Anspruch auf eine Vorsorgeuntersuchung bei Ihrem Hausarzt oder Internisten. Dabei lässt der Arzt folgende Laborwerte erheben:

  • Gesamtcholesterin (Chol): Der Wert von Hdl- und Ldl-Cholesterin (gutes und schlechtes Cholesterin) zusammengenommen zeigt an, ob für Sie die Gefahr von Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall oder Arteriosklerose (Gefäßverengung) besteht.
  • Blutzucker (Glukose): Ist der Spiegel Ihres Nüchternzuckers im Blut erhöht, kann ein Diabetes vorliegen.
  • Harnsäure: Schwimmt zu viel des Abbauprodukts von Fleisch in Ihrem Blut, kann es sich in Form von Kristallen in den Gelenken (Gicht) oder den Nieren (Nierensteine) absetzen.

Die Auswertung der Blutfettwerte

Zu hohe Cholesterinwerte sind ein Anhaltspunkt. Sie sagen aber noch nicht genug über Ihr individuelles Herzinfarkt- oder Schlaganfallrisiko aus. Deshalb zeigen folgende Laborwerte, welches Ihrer Blutfette tatsächlich erhöht ist.

  • Hdl- und Ldl-Cholesterin: High-Densitiy-Lipoprotein und Low-Density-Lipoprotein sind zwei Seiten einer Medaille. Kursiert zu viel Ldl-Cholesterin in Ihrem Blut, besteht ein Risikofaktor für verschiedene Gefäßerkrankungen. Ldl-Cholesterin gilt als mitverantwortlich, wenn Sie eine Gefäßverkalkung entwickeln. Hdl-Cholesterin wird dagegen eine gefäßschützende Wirkung zugeschrieben, da es Cholesterin aufnimmt und zur Leber transportiert.
  • Triglyceride: Sie bilden mit über 95 Prozent den Hauptbestandteil der Körper- und Nahrungsfette. Sind Ihre Triglyceride permanent erhöht und liegen gleichzeitig niedrige Hdl-Werte vor, gilt das als Risikofaktor für eine Arteriosklerose.

Die Erhebung der Schilddrüsenwerte

Die Menge und ihre Verteilung im Blut der drei Schilddrüsenhormone

  • L-Thyroxin (T4 Levothyroxin)
  • Triiodthyronin (T3)
  • Thyreoidea-stimulierendes Hormon (TSH)

geben als Laborwerte Anhaltspunkte dafür, ob Sie womöglich an einer Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse leiden. Entscheidend ist der TSH-Wert. Wenn er auf dem richtigen Niveau liegt, arbeitet Ihre Schilddrüse in der Regel normal.

Der Check der Leberwerte

Eine Bestimmung des Levels der Leberenzyme

  • Glutamat-Oxalacetat-Transaminase
  • Glutamat-Pyruvat-Transaminase
  • Alkalische Phosphatase
  • Gamma-Glutamyl-Transferase

im Blut erfolgt in der Regel, wenn ein Patient über längere Zeit Medikamente nehmen muss oder wenn er häufig Alkohol trinkt.