Blutergüsse: Warum wechseln blaue Flecken ihre Farbe?

Blut & Immunsystem

Blutergüsse: Warum wechseln blaue Flecken ihre Farbe?

Von rot zu violett über grün zu gelb: Ein Stoß am Knie, Bein oder Arm hinterlässt bunte, mehr oder weniger schmerzhafte Spuren auf der Haut. Aber warum wechseln Blutergüsse bis zur Heilung eigentlich ihre Farbe?

Bei Blutergüssen (Hämatomen) ist äußerlich kein Blut zu sehen. Trotzdem fließt Blut – und zwar unter der Haut. Die blau-grün-violetten Stellen auf der Haut sind kleine Phänomene, aber harmlos und heilen in der Regel schnell wieder ab.

Wie entstehen Blutergüsse?

Blutergüsse entstehen beispielsweise, wenn wir mit dem Oberschenkel versehentlich gegen die Tischkante stoßen oder beim Skifahren etwas härter auf den Allerwertesten fallen. Durch den Stoß sickert Blut aus den verletzten Blutgefäßen in das Körpergewebe. Die innere Blutung stoppt normalerweise schnell und der entstandene Bluterguss verhärtet und entfaltet seine Farbenpracht. Blutergüsse treten in allen Größen und Farben des Regenbogens auf. Doch warum ist das eigentlich so?

Warum verfärben sich Blutergüsse?

  • rot: Bereits wenige Minuten nachdem wir Schussel uns wieder einmal angestoßen haben, ist ein roter Fleck zu sehen. Für die rote Farbe verantwortlich ist der eisenhaltige Blutfarbstoff Hämoglobin. Hämoglobin sorgt für den Sauerstofftransport in unserem Körper.
  • blau-lila: Drei Stunden später: Das  Blut ist geronnen und der Heilungsprozess hat begonnen. Die beschädigten Gefäße sind wieder geschlossen. Der Bluterguss wird jetzt fester, wandert näher an die Hautoberfläche. Er ist sauerstoffärmer und nimmt dadurch einen bläulichen, venösen Farbton an.
  • braun-schwarz: Eine Woche später sorgen Enzyme dafür, dass die roten Blutrückstände im Zuge der Heilung zunächst in den braun-schwarzen Gallenfarbstoff Choleglobin/Verdoglobin verwandelt werden.
  • grün: Innerhalb kurzer Zeit nimmt der Bluterguss jedoch erneut eine andere Farbe an. Er wird grün. Schuld daran ist ein neues Enyzm, dass die verbliebenen Blutrückstände weiter abbaut. Es verwandelt den Gallenfarbstoff in das grünliche Abbauprodukt Biliverdin. Fresszellen unterstützen diesen Prozess.
  • gelb: Spätestens nach zwei Wochen wird aus dem grünen Fleck langsam ein gelber oder bräunlicher Fleck. Das grünliche Biliverdin wird mit Hilfe eines weiteren Enzyms zu gelbem Bilirubin.
  • wie immer: Nach zwei bis drei Wochen: Der Bluterguss ist abgebaut und unsere Haut hat wieder ihre normale Farbe.

Blutergüsse – wie kann ich die Ausbreitung verhindern?

  • Kühlen: Den Bluterguss sofort nach der Verletzung kühlen.
  • Hochlagern: Die verletzte Stelle hochlagern, wenn es geht oberhalb des Herzens, dadurch wird die Einblutung abgegrenzt, da weniger Blut nachströmt.
  • Schonen: Weitere Bewegungen vermeiden, das verringert die Durchblutung an der betroffenen Stelle und fördert den Heilungsprozess.