Herz, Kreislauf & Stoffwechsel

Broken-Heart-Syndrom: Rätsel des gebrochenen Herzens

Wer hat nicht schon mal die herzzerreißende Geschichte von alten Ehepaaren gehört, die nur wenige Tage nacheinander verstorben sind? Oder die von einer jungen Frau, welche nach ihrer Scheidung mit Herzproblemen ins Krankenhaus kam? Sie alle leiden an einem gebrochenen Herzen.

Was kitschig und unwahrscheinlich klingt, gibt es tatsächlich. Das Herz verändert sich nach einem schmerzhaften Verlust in seiner Struktur und verursacht Schmerzen und Funktionsstörungen. Diese Art der Erkrankung wird als Kardiomyiopathie bezeichnet.

Was ist eine Kardiomyopathie?

Als Kardiomyopathie verstehen Ärzte eine krankhafte Veränderung des Herzmuskels, die dazu führt, dass das Herz nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt seiner Funktion nachkommen kann. Sie teilt sich verschiedene Formen nach der Art der Veränderung oder den Symptomen ein.  Es gibt sogenannte primäre und sekundäre Veränderungen. Die Primären sind meistens angeboren und lassen sich in fünf Hauptgruppen unterteilen. Die sekundären Kardiomyopathien haben eine ähnliche Erscheinungsform, können sich aber auf einen bestimmten Auslöser zurückführen lassen, zum Beispiel einen Herzinfarkt.

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Was ist das Broken-Heart-Syndrom?

Eine spezielle Form der sekundären Kardiomyopathie ist das Broken-Heart-Syndrom. Es wird auch Tako-Tsubo-Kardiomyopathie oder Stress-Kardiomyopathie genannt. Es handelt sich hierbei um eine Bewegungsstörung der linken Herzwand.

Insbesondere Frauen über 60 Jahre sind von dieser Krankheit betroffen. Insgesamt ist sie aber selten. 1991 entdeckten japanischen Ärzten das Broken-Heart-Syndrom. Der eigenartige Name Tako-Tsubo kommt von einer japanischen Tintenfischfalle, welche das erkrankte Herz ähnelt.

Ein “gebrochenes”Herz kann tatsächlich zu Herzveränderungen führen. (c) colourbox.de

Was ist die Ursache eines Broken-Heart-Syndroms?

In der Regel löst körperlicher oder psychischer Stress, wie zum Beispiel Trauer, die Krankheit aus. Wie es im Einzelnen dazu kommt, können die Wissenschaftler noch nicht genau sagen, es gibt aber mehrere Theorien:

  • Eine Theorie besagt, dass sich durch den Stress die Herzgefäße zusammenziehen und dadurch der Muskel nicht genügend Sauerstoff bekommt. Zu wenig Sauerstoff schädigt die Herzmuskelzellen und das Herz “beult aus”.
  • Alternativ kann auch das Stresshormon Adrenalin als Auslöser gelten. Wenn dieses in zu hohen Mengen in den kleinsten Herzgefäßen vorkommt, kann es diese beschädigen. Die Folge daraus ist dieselbe: Die Zellen bekommen nicht genug Sauerstoff und der Muskel geht zugrunde.

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Wie diagnostiziert der Arzt das Broken-Heart-Syndrom?

Die Tako-Tsubo-Kardiomyopathie ist sehr schwer zu erkennen. Erstens ist sie eine seltene Erkrankung und zweitens hat sie zunächst einmal die gleichen Symptome wie ein Herzinfarkt: Brustschmerzen, Kurzatmigkeit und im EKG sind die gleichen Veränderungen zu erkennen. Laboruntersuchungen zeigen auch ganz ähnliche Anzeichen.

Erst ein Herzultraschall stellt die Unterschiede deutlich fest, welcher dann die spezifische Ausbeulung des Muskels sichtbar macht. Auch bei der Durchsicht der Herzgefäße fällt auf, dass es keinerlei Ablagerungen gibt, welche die Symptome erklären können. Wichtig ist in diesem Zusammenhang also, dass der Arzt erfragt, ob es kürzlich einen Verlust im Leben der Betroffenen gegeben hat oder diese unter besonderem Stress standen.

Was kann man gegen das Broken-Heart-Syndrom tun?

Zunächst müssen Ärzte den Betroffenen auf eine Intensivstation aufnehmen und in sehr engen Abständen überwachen. Im Grunde braucht der Herzmuskel Hilfe, um etwas unbeschwerter zu schlagen, durch Zuführung von Medikamenten, welche die Herzgeschwindigkeit drosseln. Je nachdem wie sehr der Muskel angegriffen ist, muss auch eine weitere Behandlungsmethoden, dem Betroffenen unterstützen.

Wenn das Herz erst einmal beschädigt ist, kann es nicht wieder vollständig verheilen. Defekte Muskelzellen vernarben und verlieren ihre Funktion, wie bei einem Herzinfarkt. Meistens regeneriert sich die Leistung des Herzens zumindest in einen normalen Bereich. Nur sehr wenige Menschen sterben an dieser Erkrankung.