Gesundheits-Tipps

Darmreinigung: Wie geht’s, was bringt’s?

Mehr Wohlgefühl durch eine Darmreinigung? Wie funktioniert die Darmsanierung und welche gesundheitlichen Effekte lassen sich erzielen? Hier gibt’s alle Antworten.

Die Darmreinigung ist eine Art Großputz. Sie entfernen damit Nahrungsreste und Giftstoffe aus dem Darm und bringen die Darmflora wieder ins Gleichgewicht. Der Darm ist ein Mikrokosmos. Er beherbergt Millionen verschiedener Bakterien, Pilze und andere Mikroben. Nach einer Darmsanierung sollen sich wieder mehr „gute“ Bakterien ansiedeln, welche die „bösen“ Keime in der Balance halten.

Was soll die Darmreinigung bringen?

Die große Putzaktion im Darm dient gleich mehreren Zwecken. Sie soll bei Verdauungsstörungen unterstützen, etwa bei Verstopfung, Durchfall oder Blähungen. Sie hilft bei Pilzinfektionen oder nach der Einnahme von Antibiotika.

Nach einer Darmentgiftung berichten viele, dass sie sich wieder aktiver, gesünder fühlen und mehr Energie haben. Auch bei bestimmten Erkrankungen kann eine Darmreinigung hilfreich sein. Dazu gehören Reizdarm, Hautkrankheiten oder Allergien. Wichtig ist eine Reinigung des Darms immer vor einer Darmspiegelung: Sie ermöglicht dem Arzt freie Sicht auf den Darm.

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Darmreinigung – so entschlacken Sie Ihren Darm

Viele Hausmittel wirken abführend. Sie binden und beseitigen Giftstoffe (Entgiftung oder „Detox“) sowie Reste von Nahrung im Darm. Es gibt verschiedene Methoden den Darm zu reinigen und unterschiedliche Mittel für die Darmkur.

Flohsamenschalen, Leinsamen und Weizenkleie

Diese natürlichen Abführmittel enthalten viele Ballaststoffe, die gut für die Verdauung sind. Sie quellen im Darm auf und erhöhen das Stuhlvolumen. Zudem kurbeln sie die Tätigkeit des Darms an und machen den Stuhl weicher. Sie arbeiten als eine Art „Wischmopp“ im Darm.

  • Wichtig ist, dass Sie Flohsamenschalen, Leinsamen und Weizenkleie in Wasser aufweichen. Anschließend nehmen Sie die Stoffe mit viel Flüssigkeit zu sich. Sonst besteht die Gefahr eines Darmverschlusses!
  • Flohsamenschalen können Sie als fertiges Produkt kaufen. Es gibt sie in Form von gröberen Schalen oder fein gemahlenem Flohsamenschalenpulver.
  • Die sanfte Darmreinigung funktioniert gut. Sie brauchen allerdings ein wenig Geduld. Die Wirkung setzt nämlich erst nach einigen Tagen ein.
  • Seien Sie vorsichtig, wenn Sie unter Herz-, Nieren- oder Darmkrankheiten leiden. Sprechen Sie immer mit Ihrem Arzt, bevor Sie Darmreinigungen durchführen.
Weizenkleie und Flohsamen

Flohsamen und Weizenkleie sind nützliche Begleiter der Darmreinigung. (c) PhotoSG / Fotolia

Rizinusöl, Glaubersalz und Bittersalz

  • Das wohl bekannteste Abführmittel ist Rizinusöl. Es enthält Rizinolsäure. Rizinusöl vergrößert das Volumen des Stuhls. Es regt die Tätigkeit des Darms an und verflüssigt den Stuhl. Das Abführmittel gibt es als Öl oder in Kapselform. Der Vorteil ist, dass die natürliche Darmreinigung schon nach einigen Stunden einsetzt.
  • Ähnliche Wirkung besitzen Glaubersalz (Natriumsulfat) und Bittersalz (Magnesiumsulfat). Lösen Sie das Salz einfach in Wasser auf und trinken Sie es. Den Salzgeschmack neutralisieren Sie, indem Sie danach viel Wasser oder Kräutertee trinken. Glaubersalz und Bittersalz wirken ebenfalls innerhalb weniger Stunden. Es gibt sie in der Apotheke oder im Internetversand.
  • Einläufe: Manche nutzen einen Einlauf zum Abführen. Sie reinigen allerdings nur den Dickdarm und nicht den Dünndarm. Zur Darmsanierung sind Einläufe deshalb weniger gut geeignet.

Mineralerde als Bindemittel

Mineralerde aus Bentonit oder Zeolith saugt die gelösten Ablagerungen, Giftstoffe und Bakterien auf und bindet sie. Mit dem Stuhl scheiden Sie diese dann aus. Diese Heilerde ist im Handel als Pulver, Kapseln und teilweise in flüssiger Form erhältlich. Achten Sie beim Kauf auf die medizinische Qualität und darauf, dass die Erde möglichst rein ist.

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Probiotikum – natürliche Helfer zum Darmaufbau ansiedeln

Ein Probiotikum enthält nützliche Darmbakterien. Diese Bakterien sollen die Darmflora wieder in Takt bringen und dem Darmaufbau dienen. Häufig eingesetzte Bakterienstämme in Probiotika sind Milchsäurebakterien. Probiotika kaufen Sie in der Apotheke oder im Internet in Form von Kapseln oder als Flüssigkeit. Präbiotika sind unverdauliche Fasern, die den Darm gezielt aktivieren. Sie wirken im Dickdarm und fördern die Verdauung.

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Bitterpflanzen unterstützen den Darm

Bitterpflanzen wie Artischocke, Löwenzahn oder Brennnessel unterstützen ebenfalls die Darmsanierung. Sie bekämpfen zusätzlich schädliche Keime und beugen Störungen der Verdauung vor.

Tipp! Der Handel bietet komplette Produkte zur Darmreinigung an. Das sind fertige Mischungen mit festen Basis-Komponenten. Sie sind in der Regel ein Mix aus

  • Flohsamenschalen
  • Zeolith oder Bentonit (Mineralerde)
  • Probiotika

Meist sind noch zusätzliche Komponenten enthalten. Das sind  zum Beispiel Mineralstoffe, Vitamine oder Aminosäuren. Aus diesen können Sie sich selbst Shakes für die Kur Ihres Darms mischen.

Magen & Darm Spezial


Quellen:

  • Das Gastroenterologieportal, http://dasgastroenterologieportal.de (Abruf: 20.12.2017)
  • Heilpraxisnet.de, Naturheilkunde & Naturheilverfahren Fachportal, http://www.heilpraxisnet.de/ (Abruf: 20.12.2017)