Magen & Darm

Darmspiegelung – Darmkrebs frühzeitig erkennen

Eine Darmspiegelung gehört zu den wichtigsten Vorsorgeuntersuchungen, um Darmkrebs frühzeitig erkennen zu können.

Eine Darmspiegelung ist für Mediziner eine gute Möglichkeit, um den Darm von innen auf eventuelle Krankheiten untersuchen zu können. Unter bestimmten Voraussetzungen, zum Beispiel im Rahmen der Vorsorge, übernimmt die Krankenkasse sogar die Kosten für eine Darmspiegelung.

Wann kommt eine Darmspiegelung infrage?

Besteht aufgrund von verschiedenen Symptomen der Verdacht auf eine Erkrankung des Darms, kommt meistens auch eine Koloskopie (Darmspiegelung) zum Einsatz. Eine Darmspiegelung wird meistens durchgeführt, wenn folgende Symptome vorhanden sind:

  • Blut im Stuhl
  • Auffällige Werte beim Darmkrebsvorsorgetest (Okkultes Blut im Stuhl)
  • Durchfall, Verstopfung und Bauchschmerzen treten wiederholt auf
  • Eisenmangel
  • Blutarmut
  • Unklare Gewichtsabnahme
  • Vermehrte Blähungen

Die Darmspiegelung spielt also nicht nur im Rahmen der Darmkrebsvorsorge eine wichtige Rolle, sondern auch, um zum Beispiel chronische oder entzündliche Erkrankungen des Darms feststellen zu können.

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Patienten können vor der Behandlung ein Beruhigungsmittel erhalten. (c) Colourbox

Ablauf einer Darmspiegelung

Bevor es überhaupt richtig losgeht, ist ein leerer Darm zwingende Voraussetzung. Ansonsten wären die Sicht auf die Darmwand und eventuelle Polypen oder Wucherungen mehr als eingeschränkt und könnten schnell übersehen werden.

Vorbereitung

Um den Darm zu reinigen, sollten Sie etwa vier Tage vor der Untersuchung kein grob geschrotetes Brot, Müsli, Obst und Gemüse mit kleinen Kernen oder andere aufquellende Nahrungsmittel mehr verzehren. Etwa 18 bis 20 Stunden vor der Darmspiegelung dürfen Sie keine feste Nahrung mehr zu sich nehmen. Brühe oder andere klare Flüssigkeiten sind jedoch erlaubt. Am Vorabend muss zudem ein flüssiges Abführmittel mit reichlich Flüssigkeit (mehrere Liter) eingenommen werden. Wichtig ist, dass Sie stets ausreichend trinken.

Am Morgen vor der Darmspiegelung müssen Sie ein weiteres Mal das flüssige Abführmittel mit zwei bis vier Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. Als vollständig entleert gilt der Darm, sobald der Stuhlgang nur noch aus einer klaren Flüssigkeit besteht. Ist das der Fall, kann mit der Koloskopie begonnen werden.

Vor einer Darmspiegelung wird in der Regel ein Mittel zur Beruhigung angeboten. Der Patient befindet sich dann im Dämmerschlaf und bekommt dadurch kaum etwas von der Untersuchung mit. Dieses Angebot nehmen viele Patienten an, da sie den intimen Eingriff als unangenehm empfinden und dieser unter Umständen auch nicht immer schmerzfrei abläuft.

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Beginn der Darmspiegelung

Nach dem Abtasten des Mastdarms, wird das 1,5 Meter lange Koloskop mithilfe eines Gleitmittels über den After eingeführt. Stück für Stück werden nun die Darminnenwände des gesamten Dickdarms bis zum Dünndarm untersucht. Am vorderen Ende des Koloskops befinden sich eine kleine Kamera und eine Lampe, sodass der Arzt live am Bildschirm alles nachverfolgen und gründlich untersuchen kann. Damit sich die Darmwände gut entfalten, wird vorsichtig Kohlendioxid oder Luft über den Schlauch in den Darm geblasen. Sobald der Übergang zum Dünndarm erreicht wurde, wird das Endoskop langsam wieder zurückgezogen und der Kamerakopf hin und her bewegt. Das ist wichtig, damit auch die gesamte Darmschleimhaut von Dick- und Mastdarm untersucht werden kann. Sobald das Koloskop den After erreicht hat bzw. wieder draußen ist, ist die Darmspiegelung abgeschlossen. Während einer Koloskopie können im Übrigen folgende Krankheiten festgestellt werden:

  • Darmkrebs
  • Morbus Crohn (Chronisch entzündeter Darm)
  • Darmpolypen (gelten als Vorstufe zum Darmkrebs)
  • Durchblutungsstörungen der Darmwand und Anomalien an den Blutgefäßen des Darms
  • Divertikulose und Divertikulitis (Ausstülpungen der Darmwand)

Sollten sich schon während der Darmspiegelung Auffälligkeiten zeigen, kann mithilfe einer winzigen Zange eine Gewebeprobe entnommen oder Darmpolypen direkt entfernt werden. Die Zangen werden dann durch den sogenannten „Arbeitskanal“ des Koloskops mit einer Schlinge eingeführt, was für den Patienten jedoch völlig schmerzfrei ist.

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Nach der Darmspiegelung

Die Untersuchung ist nach circa 30 bis 45 Minuten vorbei. Anschließend kann sofort gegessen und getrunken werden und Sie können nach Hause. Wenn Ihnen vor der Darmspiegelung eine Spritze zur Beruhigung verabreicht wurde, sollten Sie 24 Stunden lang kein Auto fahren und sich abholen lassen, da die Sedierung noch nachwirkt. Die durch das Koloskop geblasene Luft kann zu anschließenden Blähungen führen. Um Bauchschmerzen zu vermeiden, sollten Sie die Luft unbedingt entweichen lassen.

Wann werden die Kosten für eine Darmspiegelung übernommen und wann nicht?

Sofern gewisse Voraussetzungen erfüllt sind, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für eine Koloskopie. Dies ist der Fall, wenn Patienten ein erhöhtes Risiko für Darmkrebs haben oder über Beschwerden klagen, die auf eine Krankheit im Darm hinweisen. Das Alter spielt hierbei keine Rolle. Ab einem Alter von 55 Jahren werden die Kosten im Rahmen der Darmkrebsvorsorge alle 10 Jahre übernommen.