Krankheiten & Therapien

Dehydrierung – Wenn der Körper austrocknet

Zu einer Dehydrierung (auch Dehydratation oder Dehydration) des Körpers kann es kommen, wenn er mehr Flüssigkeit oder Elektrolyte verliert, als er aufnimmt. Drohende Folge ist die körperliche Austrocknung (Exsikkose).

Je nach Alter, Geschlecht und Gewicht besteht der menschliche Körper zu rund 70 Prozent aus Wasser. Der Rest sind feste Substanzen. Wir können wochenlang ohne Nahrung überleben, aber nur wenige Tage ohne Wasser. Nur wenn ausreichend Wasser und die richtige Konzentration gelöster Elektrolyte im Organismus vorhanden sind, können alle Körperfunktionen reibungslos verlaufen. Ansonsten kommt es zu einer Dehydrierung, die sogar lebensbedrohlich sein kann.

Zu den Elektrolyten gehören:

  • Kalium
  • Kalzium
  • Magnesium
  • Natrium

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Risiko: Zu wenig trinken oder zu viel Flüssigkeit verlieren

Eine Dehydration Ihres Körpers droht, wenn Sie zu wenig trinken oder viel Flüssigkeit ausschwitzen. Weitere Faktoren begünstigen die gefährliche Austrocknung:

  • Große Hitze
  • Starkes Schwitzen bei extremer körperlicher Belastung, etwa beim Ausdauersport oder schwerer körperlicher Arbeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Fieber
  • Nierenerkrankungen
  • Verstärkte Urinausscheidung, etwa als Folge von Diabetes

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Warnsignale des Körpers

Normalerweise meldet sich der Körper, wenn ein Flüssigkeitsmangel droht, mit Durst. Doch manche Menschen können sich auf dieses Signal ihres Körpers nicht verlassen. Beispielsweise ist das Durstgefühl von Senioren schwächer ausgeprägt. Folgende Symptome weisen auf eine Dehydrierung hin:

  • Mundtrockenheit und dickflüssiger Speichel
  • Trockene Haut und Schleimhaut
  • Appetitlosigkeit
  • Verstopfung
  • Müdigkeit und Abgeschlagenheit
  • Bewusstseinstrübung, Verwirrtheit
  • Geistige Ausfallerscheinungen
Junge Frau, die beim Sport Wasser trinkt.

Wer beim Sport viel schwitzt, sollte auf ausreichend Flüssigkeit achten. (c) bnenin / Fotolia

Das hilft gegen Dehydrierung und die Austrocknung

Die erste Maßnahme gegen eine drohende Exsikkose ist: trinken. Am besten greifen Sie zu Mineralwasser, Saftschorle, ungesüßtem Früchte- oder Kräutertee oder zu Gemüsebrühe. Sind allerdings andauerndes Erbrechen, starke Durchfälle oder bestimmte Erkrankungen Ursache des Flüssigkeitsmangels, kann es notwendig sein, Ihnen Flüssigkeit und Elektrolyte über eine Infusion zu verabreichen.

So viel sollten Sie trinken

Beugen Sie einem Defizit vor, indem Sie genug trinken. Als Faustregel gilt: Gesunde Erwachsene sollten 30 bis 40 Milliliter Wasser pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag zu sich nehmen. Wenn Sie also beispielsweise 60 Kilogramm wiegen, dann wären rund 2 Liter Flüssigkeit die richtige Trinkmenge für Sie. Würden Sie 70 Kilogramm auf die Waage bringen, wären es rund 2,5 Liter. Dabei zählt zur Flüssigkeitsmenge auch, was in Ihrem Essen steckt. Eine Suppe beispielsweise können Sie mitzählen.

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Wichtig: Sollten Sie chronisch krank sein – beispielsweise an einer Nieren- oder Herzkrankheit leiden – sollten Sie die Trinkmenge eventuell reduzieren. Die für Sie passende Flüssigkeitsmenge sollten Sie mit Ihrem Arzt absprechen.

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Jeden Tag richtig trinken

Nicht nur die richtige Trinkmenge ist wichtig, sondern auch, dass Sie richtig trinken. Das gesündeste Getränk ist schlicht Wasser, in Deutschland fast überall auch gern aus dem Hahn. Wasser ist das am besten kontrollierte Lebensmittel und liefert alle notwendigen Inhaltsstoffe. Wenn Ihnen das auf Dauer zu langweilig ist, dann beachten Sie folgendes:

  • Wählen Sie kalorienfreie oder kalorienarme Getränke. Neben Wasser, etwa ungesüßte Früchte- und Kräutertees oder leichte Saftschorlen.
  • Auch bei großer Hitze sollten Sie nicht zu kalt trinken. Sonst muss der Körper die Flüssigkeit auf Körpertemperatur bringen. Das belastet den Organismus und bringt ihn womöglich ins Schwitzen.
  • Trinken Sie die nötigen rund zwei Liter über den Tag verteilt. Trinken auf Vorrat hat keinen Sinn. Unser Darm kann nämlich nur 500 bis 800 Milliliter Flüssigkeit pro Stunde aufnehmen. Den Rest scheidet er einfach aus.
  • Alkoholische Getränke wie Bier, Wein oder Hochprozentiges eignen sich nicht, den Durst zu stillen. Um Magen und Leber zu entlasten, sollten Sie Alkohol am besten immer im Wechsel mit einem Glas Wasser trinken.
  • Entgegen früherer Annahmen entzieht Kaffee dem Organismus keine Flüssigkeit. Er zählt also zur täglichen Flüssigkeitsbilanz dazu. Mehr als vier Tassen Kaffee oder Schwarztee pro Tag ist aber wegen des Koffeingehalts nicht empfehlenswert.

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