Gesunde Ernährung

Die Erdbeer-Saison ist eröffnet!

Endlich ist es soweit: Jetzt hat die Erdbeersaison 2018 begonnen und die heimischen Erdbeeren sind reif. Die roten Früchte sind eine der beliebtesten Obstsorten der Deutschen. Dabei überzeugt die Erdbeere nicht nur geschmacklich. Trotz ihrer Süße kann sie ohne Reue genascht werden, denn sie enthält sehr wenig Zucker, dafür aber wichtige Inhaltsstoffe für Ihre Gesundheit.

Genau genommen ist eine Erdbeere keine Beere, sondern eine Nuss. Die gelben oder grünen Körncher sind die eigentliche Frucht – kleine „Nüsschen“, die auf der Oberfläche verteilt sind. Das, was wir als leckeres Fruchtfleisch kennen und essen, ist die rote Scheinfrucht – eine fleischige, verdickte Blütenachse, die die kleinen „Nüsschen“ trägt.

Obwohl es mittlerweile fast das ganze Jahr über Erdbeeren im Handel gibt, erfreuen wir uns besonders an deutschen Erdbeeren, denn sie haben durch die Erntefrische ein viel intensiveres Aroma als beispielsweise Chile-Erdbeeren.

Der Zufall: Die „Ananas-Erdbeere“

Heute gibt es ca. 1000 Erdbeersorten, von denen lediglich etwa 100 Sorten im Handel angeboten werden. Die uns bekannte Gartenerdbeere hat einen langen Weg hinter sich. Bereits im 15. Jahrhundert waren kleinfruchtige Erdbeeren in England und Frankreich ein beliebter Leckerbissen. Jedoch reiften an den Sträuchern nur wenige, kleine Beeren während einer kurzen Blütezeit.

Walderdbeeren sind sehr aromatisch, aber nicht die Urform der Erdbeere. (c) colourbox.de

Ab dem 17. Jahrhundert begannen erste Versuche in der Erdbeerzucht, Sorten mit großen Früchten hervorzubringen. Dabei ist nicht die kleine Walderdbeere die ursprüngliche Wildform der Erdbeersorten. Die heutige Gartenerdbeere entstand zufällig: In Holland kreuzte man versehentlich zwei Sorten aus Übersee, woraus die heutige „Ananas-Erdbeere“ (lat. Fragaria x ananassa) hervorging. Geschmacklich gleichen sie sich nicht. Lediglich die Form und Geschmacksintensität der großen Früchte erinnerten an die Ananas.

Ananaserdbeere

Spannend: eine Kreuzung aus Erdbeere und Ananas. (c) Jacob Lund / Fotolia

Arm an Kalorien, reich an Inhaltsstoffen

Alle Erdbeersorten haben etwas gemein: Sie sind kalorienarm, aber reich an gesunden Inhaltsstoffen. 100 Gramm Erdbeeren haben nur 32 Kalorien und erlauben unbeschwertes Genießen. Der Zuckergehalt ist so gering, dass selbst Diabetes-Erkrankte zu den roten Früchten greifen können. Die Erdbeere ist ebenso eine kleine Vitamin-C-Bombe:  Auf 100 Gramm kommen etwa 60 Milligramm Vitamin C – ein höherer Vitamin-C-Gehalt als in Zitronen und Orangen! Eine 200-Gramm-Portion Erdbeeren deckt demnach den Tagesbedarf eines Erwachsenen und hält das Immunsystem fit.

Zudem bringen Erdbeeren viele wichtige Mineralstoffe mit: Kalzium, Eisen, Kalium und Magnesium schützen die Knochen, reinigen das Blut und sind gut fürs Herz. Zusätzlich liefern die roten Beeren sekundäre Pflanzenstoffe, sogenannte Polyphenole, die Entzündungen vorbeugen und die Zellregeneration unterstützen.

Folsäurelieferant für Schwangere

Besonders Schwangere sollten zur Erdbeere greifen, denn die enthaltene Folsäure ist ein wichtiger Baustein für Wachstumsprozesse und Zellteilung. Während der Schwangerschaft empfehlen Ärzte eine folsäurehaltige Ernährung. Unter den Obstsorten sind Erdbeeren nach den Kirschen gute Folsäurelieferanten. Sie stillen nicht nur den Heißhunger auf Süßes, sondern sind zusätzlich gut für Mutter und Kind.

Schwangere Frau, die Hand auf Bauch gelegt hat.

Erdbeeren sind Superfood für Schwangere: viel Folsäure, wenig Kalorien. (c) alice_photo / Fotolia

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Gerbstoffe: Gesundes Zahnfleisch und Magenwohl

Ballaststoffe und Gerbstoffe wirken sich positiv auf Magen und Darm aus. Zudem sorgen Gerbstoffe für festes und gesundes Zahnfleisch. Die Gerbstoffe stecken sowohl in den Nüsschen als auch in den Blättern der Erdbeersträucher. Da Erdbeeren neben Gerbstoffen auch Bitterstoffe enthalten, sollte man vor allem Walderdbeeren nicht zu lange kochen. Die schnell löslichen Stoffe in den Nüsschen geben einen bitteren Beigeschmack an das Püree ab. Ein Tee aus getrockneten Erdbeerblättern lindert zudem Magen-Darm-Beschwerden.

Frische Erdbeeren aus der Region

Erdbeeren schmecken am besten, wenn sie reif und frisch sind. Denn erst vollständig gereifte Früchte entfalten ihr typische süßes Aroma. Die kurzen Transportwege aus regionalen Anbaugebieten sorgen für süße, saftige Erdbeeren im Obstregal. Außerhalb der Saison werden die Erdbeeren unter anderem aus Italien und Spanien importiert. Wegen der zu frühen Ernte büßen die Früchte leider an Farbe und Geschmack ein. Denn die Erdbeere reift nicht nach.

>Tipp: Hier finden Sie Felder zum Selberpflücken in Ihrer Nähe

Frisch vom Feld auf den Teller

Sie sind lecker, gesund und kalorienarm. Erdbeeren sind das perfekte Obst für den Sommer. Doch nicht überall, wo Erdbeere draufsteht, ist auch Erdbeere drin. Industriell hergestellte Erdbeer-Produkte wie Erdbeerjoghurt bekommen ihren Geschmack überwiegend aus künstlichen Aromastoffen. Daher lieber: Raus aufs Feld und die Ernte selbst bestimmen. Unser Erdbeer-Rezept: Aus den frisch gepflückten Früchten können Sie etwa einen köstlichen Erdbeer-Joghurt-Quark mit Piment, Zimt, Zitronenschale und gehackten Pfefferminzblättern zubereiten, um sich den Sommer so richtig schmecken zu lassen.

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