Dukan-Diät: Abnehmen mit viel Fleisch und Fisch?

Gesunde Ernährung

Dukan-Diät: Abnehmen mit viel Fleisch und Fisch?

Filetsteaks, gebratenes Hähnchen oder Fisch vom Grill: Diese Speisen klingen im ersten Moment nicht nach Diätkost. In der Dukan-Diät sind sie aber tatsächlich ein wichtiger Bestandteil – sie setzt nämlich auf viel tierisches Eiweiß, das lange sättigen und beim Abnehmen helfen soll. Wir erklären, wie sie abläuft und was von ihr zu halten ist.

Die Dukan-Diät ist nach dem französischen Arzt Pierre Dukan benannt. Seine Diät gehört zu den sogenannten Low-Carb-Diäten, bei denen wenig bis gar keine Kohlenhydrate und Fette auf den Teller kommen. Stattdessen stehen Proteine (= Eiweiße) im Vordergrund.

Das Prinzip der Dukan-Diät

Für Dukan ist Eiweiß die wichtigste Nährstoffgruppe und der Schlüssel zum erfolgreichen und nachhaltigen Abnehmen. Es soll gegenüber Kohlenhydraten gleich mehrere Vorteile haben. Eiweiß:

  • macht lange satt.
  • hält den Blutzuckerspiegel konstant in einem niedrigen Bereich.
  • schützt dadurch vor Heißhungerattacken.
  • fördert den Muskelaufbau.
  • lässt dadurch die Diätteilnehmer vorrangig Fett statt Muskelmasse abnehmen.

Die Diät besteht aus vier Phasen, in denen die Diätteilnehmer immer viel Wasser trinken und täglich ein bis drei Esslöffel Haferkleie essen sollten. Zudem sollen sie sich jeden Tag zwischen 20 und 30 Minuten bewegen.

Die einzelnen Phasen im Überblick

Die erste Phase („Angriffsphase“) dauert zwischen einem und zehn Tagen – je nachdem, wie viel Kilos purzeln sollen. Erlaubt sind fast ausschließlich tierische Eiweißlieferanten: Meeresfrüchte, fettarmer Fisch, mageres Fleisch wie Geflügel oder Rinderroastbeef sowie Eier und Milchprodukte. Pflanzliches Eiweiß ist nur in Form von Tofu erlaubt. Tabu sind Nudeln und andere kohlenhydrathaltige Lebensmittel, Zucker, Alkohol sowie Obst und Gemüse.

Die zweite Phase („Aufbauphase“) darf so lange dauern, bis das persönliche Wunschgewicht erreicht ist. Jetzt darf jeden zweiten Tag kohlenhydratarmes Gemüse wie Tomaten, Gurken oder Spinat als Beilage auf den Teller kommen.

In Phase drei („Stabilistationsphase“) kann die Kalorienmenge langsam gesteigert werden, wodurch der Jo-Jo-Effekt vermieden werden soll. Kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Nudeln, oder Linsen, die meisten Obstsorten sowie Vollkornbrot sind jetzt in kleinen Mengen erlaubt.

Ziel der vierten und letzten Phase („Erhaltungsphase“) ist eine dauerhafte Ernährungsumstellung. Prinzipiell sind keine Lebensmittel mehr verboten, allerdings bleibt tierisches Eiweiß der wichtigste Bestandteil.

In der zweiten Phase der Dukan-Diät sind Gemüsebeilagen erlaubt, zum Beispiel Paprika zu Fisch

Darf bei Phase 2 auf den Teller: gegrillter Kabeljau mit Paprika. (c) exclusive-design/Fotolia

Vorteile der Dukan-Diät:

  • Sie schreibt keine strengen Essenszeiten vor und kann zeitlich flexibel gestaltet werden.
  • Die Diätteilnehmer müssen keine Kalorien zählen.
  • Sie gehört nicht zu den Diäten mit starker Kalorienreduktion, denen oft der Jo-Jo-Effekt folgt.
  • Sie ist langfristig ausgelegt.
  • Bewegung ist ein wichtiger Bestandtteil.

Nachteile der Dukan-Diät:

Viele Mediziner und Ernährungsexperten warnen vor der Dukan-Diät – aus gutem Grund: Sie kann besonders während den ersten beiden Phasen zu viel tierisches Eiweiß liefern. Die darin enthaltenen Purine sind prinzipiell zwar wichtig für die Körperzellen, werden bei einem Überschuss aber in Harnsäure abgebaut. Normalerweise geben die Nieren diesen Stoff in den Urin weiter und schleusen ihn dadurch aus dem Körper. Allerdings können die Nieren Harnsäure nur begrenzt über den Urin abgeben. Sind sie überfordert oder ohnehin schon geschädigt, dann steigt der Harnsäurewert, der zu Gichtanfällen und Nierensteinen führen kann.

Weitere Kritikpunkte:

  • Gemüse und Obst spielen kaum eine Rolle.
  • Dadurch droht ein Vitamin- und Mineralstoffmangel.
  • Der Körper erhält keine sekundäre Pflanzenstoffe, die zum Beispiel gut fürs Immunsystem sind und Entzündungen hemmen können.
  • Zu wenig Ballaststoffe – ein paar Esslöffel Haferkleie täglich reichen nicht aus. Das kann die Darmflora schwächen.
  • Zu viel tierisches Fett, das nachweislich das Risiko für Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen kann.
  • Kaum gesunde Pflanzenöle, die den Körper mit ungesättigten Fettsäuren versorgen.
Folge der Dukan-Diät: Ein Gichtanfall am Kniegelenk

Zu viel tierisches Eiweiß kann Gichtanfälle auslösen. (c) colourbox.de

Fazit: zu einseitig und damit ungesund

Für eine dauerhafte Ernährungsweise ist die Dukan-Diät zu einseitig. Sie setzt auf zu viel tierisches Eiweiß, das die Nieren stark belasten kann. Damit ist die Diät gefährlich für Menschen, die ohnehin schon Nierenbeschwerden haben. Durch das Weglassen verschiedener Nahrumgsgruppen droht außerdem ein Mangel.

Besser ist eine ausgewogene Ernährung, die auch andere Nährstoffgruppen wie Kohlenhydrate und Fette sinnvoll mit einbindet. Wer dennoch mit einer Low-Carb-Diät abnehmen will, sollte besser die „klassische“ Variante oder die South-Beach-Diät wählen. Bei diesen Formen steht zwar ebenfalls eine eiweißreiche und kohlenhydratarme Kost im Vordergrund, aber auch viel Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte.