Haut, Haare & Nägel

Eingewachsene Haare vermeiden und entfernen

Auch Haare wissen nicht immer, wo es lang geht – und wachsen in der Haut weiter, statt an ihrer Oberfläche. Zunächst nur ein kosmetisches Problem, doch entzünden sich eingewachsene Haare, können sie zum Fall für den Arzt werden. Wir verraten, wie Sie eingewachsene Haare vermeiden und was zu tun ist, wenn sie schon da sind.

Eingewachsene Haare muss man nicht spüren und dennoch stören sie, denn sie werden als dunkle Striche oder Pünktchen, Knubbel oder Pickelchen sichtbar. Der Grund: Sie wachsen unter der Oberhaut, dringen manchmal sogar noch eine Schicht tiefer bis zur Lederhaut vor, kringeln sich und bilden kleine Papeln (Bläschen). Aber warum tun sich einige Härchen überhaupt so schwer, den Weg an die Hautoberfläche zu finden?

Darum wachsen Haare ein

Im Intimbereich, an den Beinen, in den Achselhöhlen oder im Gesicht (bei Männern) gehen Haare häufig sprichwörtlich unter die Haut. Was diese Hautzonen eint: Wir enthaaren sie regelmäßig. Eingewachsene Haare sind meist eine Folge der Haarentfernung, da das ständige Wegrasieren oder Auszupfen die Haarwurzel schädigen und den Wuchs der Haare behindern kann.

Dabei gilt: Je stärker wir mechanisch auf das Haar einwirken, desto wahrscheinlicher ist es, dass sich seine Wuchsrichtung ändert: Kappt der Rasierer die Haare beispielsweise etwas zu weit unter der Hautoberfläche, können sie sich querlegen und dringen beim Weiterwachsen schräg in die Haut ein.

Beim Epilieren wird so kräftig an den Haarwurzeln gerupft, dass sich der Haarfollikel – der “Anker” des Haares in der Haut – verformt.

Auch sehr trockene Haut begünstigt das Einwachsen von Haaren: Sie schuppt stärker und die abgestorbenen Zellen können dem Haar den Weg durch den Haartrichter (Ausgang des Wuchskanals) versperren.

Sehr enge Kleidung und Reibung auf der Haut behindern den natürlichen Wuchs der Haare ebenfalls.

Außerdem neigt dickes oder krauses Haar dazu, sich zu krümmen oder „zurückzulocken“ und in die Haut einzuwachsen.

So lässt sich das vermeiden

Wer die Finger von Rasierer, Epilierer und Co. lässt, wird auch kein Problem mit den haarigen Verwachsungen haben. Nur wirklich infrage kommt es meist nicht, die Haare einfach sprießen zu lassen. Nicht jeder Mann fühlt sich mit Bart wohl und viele Frauen bestehen auf glatte, haarlose Haut – gerade während der Freiluft-Saison.

Ausschnitt Frauenbeine

Wer seine Haut gut pflegt, kann so eingewachsene Haare vorbeugen. (c) Colourbox.de

Wer glatte Haut liebt, aber eingewachsene Haare verhindern möchte, sollte vor und nach der Haarentfernung einige Pflegehinweise beherzigen, um den Haaren den Weg an die Hautoberfläche so einfach wie möglich zu machen:

  • Haut auf die Haarentfernung vorbereiten: Vor der Rasur und besonders vor dem Epilieren oder Waxing sollte die Haut aufgeweicht werden – mit einem warmen Bad (fürs Gesicht ein Dampfbad) oder Kompressen. Dadurch öffnen sich die Poren und die Haare können leichter und für den Haarfollikel schonender gestutzt und gezupft werden. Auch Rasierschaum sorgt für eine sanfte Haarentfernung und beugt Irritationen der Haut und Härchen vor.
  • Regelmäßiges Peelen: Eine regelmäßige Abreibung mit einem Peelingprodukt oder Luffa-Handschuh befreit die Haut von verhornten Zellen und Talg − der Wachstumskanal der Haare bleibt frei.
  • Haut mit Feuchtigkeit versorgen: Das hält sie geschmeidig und verhindert, dass sie sich schuppt. Besonders nach der Haarentfernung sollten die beanspruchten Partien mit einer feuchtigkeitsreichen Lotion gepflegt werden.
  • Haare in Wuchsrichtung entfernen: Das schont den Haarfollikel − besonders beim Waxing und Epilieren.
  • Wenig Druck auf den Rasierer ausüben: Die Gefahr des Einwachsens ist geringer, wenn die Haare nicht direkt unter der Hautoberfläche wegrasiert werden, sondern leicht darüber.

> Dünnes Haar: Was hilft?

Eingewachsene Haare entfernen

Aus gesundheitlicher Sicht spricht nichts dagegen, eingewachsene Haare in Ruhe zu lassen. Verschwinden werden sie aber selten von allein. Stören die fehlgeleiteten Härchen optisch, kann ihnen auf unterschiedlichen Wegen zu Leibe gerückt werden − allerdings braucht man dafür ein bisschen Geduld und Fingerspitzengefühl.

  • Aufweichen und Peelen helfen, selbst wenn Haare bereits eingewachsen sind. Die verhornten Zellen, die den Haarkanal blockieren, werden abgetragen, die Poren weiten sich und die Härchen gelangen nach und nach an die Oberfläche.
  • Cremes mit Salicylsäure lösen verhornte Zellen auf chemische Weise und können dazu beitragen, eingewachsene Haare zu befreien.
  • Haare freilegen: Bringen Cremes und Peelings nichts, können die Haare vorsichtig mit sterilen Nadeln oder Pinzetten aufgerichtet werden. Danach muss die Hautpartie unbedingt desinfiziert werden. Von zu großem Herumfummeln ist aber abzuraten: Verletzungen, Entzündungen und Narben können entstehen. Vor allem wenn die Haare tiefer liegen, ist der Gang zur Kosmetikerin oder dem Hautarzt angezeigt.

Wann wird das Problemchen zum Problem?

Es kann passieren, dass sich Härchen in der Haut entzünden. Zum Beispiel, wenn die Klingen beim Rasieren über das eingekapselte Haar gezogen werden und den entstandenen Pickel verletzen. Infiziert sich die Wunde mit Bakterien, besteht die Gefahr einer Haarbalg-Entzündung. Daraus können Abszesse oder Furunkel entstehen. Kommt es zur Einlagerung von Eiter, treten Schmerzen, Schwellungen und starke Rötungen auf, sollte darum ein Dermatologe aufgesucht werden. Er wird das eingewachsene Haar chirurgisch beseitigen und die Entzündung − wenn nötig − mit antibiotischen Cremes behandeln.

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