Blut & Immunsystem

Erkältung: Hühnersuppe als effektives Hausmittel?

Hühnersuppe ist schon seit langer Zeit ein beliebtes Hausmittel gegen Erkältungen. Aber hat sie wirklich einen positiven Einfluss auf unsere Gesundheit oder schmeckt sie einfach nur lecker? Wir klären, was am Mythos Hühnersuppe dran ist und verraten das dazu passende Rezept.

Schnupfen, Husten und ein kratzender Hals: Eine Erkältung ist sehr lästig. Das Gute: Sie ist in der Regel völlig harmlos und verschwindet nach einigen Tagen wieder von selbst. So lange wollen wir aber oft nicht warten. Hühnersuppe soll eine heilsame Wirkung haben und unsere Abwehrkräfte unterstützen. Aber kann sie das tatsächlich? Wir haben nachgeforscht.

Wie hilft Hühnersuppe bei einer Erkältung?

Omas Empfehlung bei einer Erkältung: Eine kräftige, heiße Hühnersuppe. Was früher mal ein Geheimtipp war, ist für viele Menschen heute selbstverständlich. Dabei wissen die wenigsten, was die gute alte Hühnersuppe für unsere Gesundheit tut.

Heißer Dampf der Hühnerbrühe löst Sekret

Wenn wir eine heiße Suppe löffeln, steigt uns ihr Dampf ins Gesicht. Dieser befeuchtet gereizte Schleimhäute im Nasen- und Rachenbereich und lässt sie abschwellen. Festsitzendes Schleimsekret wird verdünnt und kann sich so besser lösen.

Die Hitze der Suppe bildet aber nicht nur wohltuenden Dampf, sie hilft auch beim Kampf gegen Erkältungsviren. Viren sind temperaturempfindlich, durch die heiße Suppe wird ihre Vermehrung teilweise gehemmt.

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Hühnersuppe versorgt den Körper mit Flüssigkeit

Ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist immer wichtig. Die empfohlene Menge für Erwachsene liegt bei mindestens 1,5 Litern am Tag. Bei einer Erkältung spielt genügend Flüssigkeit aber eine besondere Rolle, da die ohnehin schon gereizten Schleimhäute leicht austrocknen können. Viel Flüssigkeit schützt davor.

Ein weiterer Vorteil der Hühnersuppe: Das Gemüse der Suppeneinlage, zum Beispiel Möhren und Sellerie, besteht aus sekundären Pflanzenstoffen. Diese haben eine antibakterielle Wirkung. Allerdings können beim Kochen einige Inhalte schnell verloren gehen.

Ein Teller Hühnersuppe.

Durch das Essen von Hühnersuppe wird dem Körper Flüssigkeit zugeführt. (c) Tanja / Fotolia

Ist Hühnersuppe entzündungshemmend?

Laut einer Studie der Universität Nebraska sollen bestimmte Inhalte der Hühnersuppe dafür sorgen, dass ein Teil der weißen Blutkörperchen, sogenannte Neutrophile, in ihrer Bewegung gehemmt werden. Das soll wiederum Erkältungssymptome lindern, da die Neutrophile für Entzündungsprozesse im Körper zuständig sind. Welcher Inhaltsstoff konkret für diese Wirkweise verantwortlich sein soll, konnten die Wissenschaftler nicht herausfinden.

Das Ergebnis der Forscher steht in Kritik, da der heilende Effekt der Suppe nur bei Testversuchen im Labor und nicht am menschlichen Körper festgestellt werden konnte.

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Hühnersuppe ist gut für die Seele

Der leckere Geruch und Geschmack von Hühnerbrühe hat für viele von uns eine besondere Bedeutung: Kindheitserinnerungen werden geweckt und ein heimeliges, warmes Gefühl macht sich in der Magengrube breit. Wir denken bei Hühnersuppe oft an schöne, vergangene Momente. Die Folge: Wir fühlen uns oft gleich ein bisschen besser und die Erkältung wirkt nicht mehr ganz so schlimm.

Fazit: Hühnersuppe ist rundum wohltuend

Hühnersuppe ist kein Allheilmittel: Sie kann den Körper nicht vor einer Erkältung schützen und verkürzt auch nicht die Genesungszeit. Eine Erkältung braucht einfach etwas Zeit, um abzuklingen. Allerdings kann Hühnersuppe helfen, Erkältungssymptome zu lindern und trägt allgemein positiv zu unserem Wohlbefinden bei. So ist die Suppe bei einer Erkältung rundum wohltuend für Körper und Seele.

Hühnersuppen Rezept

Wer jetzt Lust auf eine heiße Suppe bekommen hat, wird nicht enttäuscht. Wir verraten unser Rezept für eine leckere Hühnersuppe.

Zutaten:

– 1 Suppenhuhn, etwa 2,5 Kilogramm

– 1 Bund Suppengrün

– 1 Zwiebel

– etwas Salz und Pfeffer

– 2 Petersilienstängel

– 3 Karotten

– (optional: 225 Gramm Fadennudeln)

Karotenn werden auf Schneidebrett geschnitten.

Für die Hühnersuppe müssen Karotten geschält und gewürfelt werden. (c) Colourbox

Zubereitung:

  1. Zunächst das Suppenhuhn von innen und außen gründlich mit Wasser abspülen.
  2. Danach die Fettdrüse (Bürzel) am Schwanz entfernen.
  3. Das Huhn in einen Topf legen und genügend Wasser in den Topf geben, bis das Huhn vollständig bedeckt ist. Das Wasser etwas salzen und das Ganze aufkochen lassen.
  4. Den auf der Suppenoberfläche entstandenen Schaum hin und wieder abtragen, damit die Brühe am Ende schön klar wird.
  5. Das Suppengemüse putzen und würfeln. Die Zwiebel (mit Schale) halbieren.
  6. Das Suppengrün, die Zwiebel und die Petersilienstängel zur Brühe geben. Mit Pfeffer würzen. Die Suppe bei kleiner Hitze etwa zwei Stunden köcheln lassen.
  7. Das Huhn dann herausnehmen, das Fleisch von Haut und Knochen trennen und in kleine Stücke schneiden. Die Brühe durch ein Sieb gießen.
  8. Für die Einlage Karotten schälen, in kleine Würfel schneiden und etwa neun Minuten in der Brühe garen lassen.
  9. Wer möchte, kann kurz vor Ende der Garzeit Fadennudeln hinzugeben.
  10. Das Hühnerfleisch wieder in den Topf legen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Suppe heiß servieren.

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