Knochen, Muskeln & Gelenke

Fango – Die Heilkraft der Wärme

Therapeuten nutzen die feuchte Wärme von Fango, um die Durchblutung der Haut, des Bindegewebes und der Muskulatur anzuregen. Der mineralhaltige Schlamm lindert Rücken- und Gelenkschmerzen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Schon vor über 2000 Jahren wussten die Menschen in Italien um die heilsame Wirkung des Fango, was auf Italienisch „Schlamm“ bedeutet. Dabei handelt es sich um mit Algen und Mikroorganismen versetzten Mineralschlick vulkanischen Ursprungs. Die Termen Abano, Montegrotto und Galzignano waren damals schon beliebte Heil- und Bäderorte. Hier genossen reiche römische Bürger und Legionäre nach ihren Einsätzen warme Packungen mit dem Heilschlamm. Der klassische, organische Fango reift bis zu 60 Tage in riesigen Mineralwasserbecken. Danach wird er von Hand geschöpft und zur Wärmetherapie genutzt.

Feuchte Wärme entspannt Ihre Muskeln

Auch heute noch setzen Physiotherapeuten Fango als Packung oder Auflage ein, um Muskeln und Bindegewebe zu entspannen. So verläuft die Therapie:

  • Außerhalb Italiens rühren sie den Fango aus Gesteinspulver mit Wasser zu einem dickflüssigen Brei an (anorganischer Fango).
  • Danach erhitzen sie den Mineralschlamm auf eine Temperatur von 45 bis 50 Grad Celsius.
  • Der Therapeut trägt ihn dann in einer etwa drei Zentimeter dicken Schicht auf Ihre Haut über der erkrankten Körperregion auf.
  • Danach wickelt er den Patienten in Folie, Leinentücher oder Wolldecken, woraufhin er dann zwischen 20 und 40 Minuten ruht. Während dieser Zeit dringen die heilenden Mineralstoffe des Fangos in tiefer liegendes Gewebe ein.

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Kostengünstige Auflagen aus Parafango

Neben diesen klassischen Anwendungen nutzen Therapeuten heute häufig Wärmepackungen aus Paraffin, sogenannten Parafango, statt des Naturschlamms. Paraffin ist ein Abfallprodukt aus der Erdölgewinnung, das auch Grundlage vieler Kosmetika darstellt. Der Stoff wird mit Fango oder Moor versetzt und in einer festen, gleichzeitig wasserdurchlässigen Hülle eingeschlossen.

Diese Fangoauflage wird erhitzt, bevor Sie sich darauflegen. Nach der Anwendung wird der Paraffinfango sterilisiert und steht bereit für den nächsten Patienten. Die Auflage kann 30- bis 40-mal genutzt werden. Der Vorteil: Parafango ist kostengünstiger als das Naturprodukt. Das Parafango wird nicht wie der Naturschlamm abgewaschen, sondern mit den Händen abgetragen.

Mittlerweile gibt es auch Fangopackungen für die Anwendung zuhause zu kaufen. Diese sogenannten Moorkissen oder Fangokompressen sind in Stoff oder Plastik eingeschlossen und verursachen daher keinen Schmutz.

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Schon vor langer Zeit soll der heilende Schlamm bekannt gewesen sein. (c) lpictures / Fotolia

So hilft die Fangotherapie

  • Schon allein durch die hohe Temperatur fördert eine Fangopackung die Durchblutung Ihrer Haut, Ihres Bindegewebes und der Muskulatur.
  • Patienten fangen an zu schwitzen und Ihre Gefäße erweitern sich. Dadurch wird Ihr Gewebe besser durchblutet, der Stoffwechsel angeregt, die Nährstoffversorgung der Zellen angeregt.
  • Durch die Entspannung der Muskulatur trägt eine Fangopackung zur Linderung von Schmerzen bei. Außerdem sollen die Algenbestandteile im Fango die Produktion körpereigener schmerzstillender Substanzen anregen.
  • Eine Fangopackung kann den Körper auf eine Physiotherapie vorbereiten. In einigen therapeutischen Behandlungen bildet sie auch den Abschluss der Anwendungen.

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Diese Leiden lindert Fango

Wann sollten Sie den Heilschlamm nicht anwenden?

Vor einer Fango-Anwendung sollte immer mit einem Arzt oder Physiotherapeuten Absprache gehalten werden. Bei folgenden Erkrankungen wird meist von der Wärme-Therapie abgeraten:

  • Akute Entzündungen
  • Herzerkrankungen
  • Infektionen
  • Durchblutungsstörungen
  • Ödeme
  • Bluthochdruck
  • Thrombose