Alternativmedizin & Naturheilkunde

Fango – Die Heilkraft der Wärme

Wärme tut gut und entspannt. Therapeuten setzen sie daher auch gezielt bei Beschwerden wie Rücken- und Gelenkschmerzen ein. Besonders heilsam ist die Wärme und Wirkung von Fango.

„Fango“ ist italienisch und bedeutet im Deutschen in etwa „heilsamer Schlamm“. Er ist vulkanischen Ursprungs. Man gewinnt aus ihn aus  Mineralgestein, wie es vor allem in italienischen Heilbädern wie Abano vorkommt, aber auch hierzulande in der Eifel oder Bad Neuenahr.

Im organischen Fango aus Thermalwasser, Ton, Algen und Mikroorganismen stecken unter anderem jede Menge Magnesium, Tonerde, Eisen und Kalzium. Zu therapeutischen Zwecken haben schon vor über 2000 Jahren reiche römische Bürger und Legionäre in Heil- und Bäderorten warme Packungen mit dem Heilschlamm genossen.

Der klassische, organische Mineralschlamm reift bis zu 60 Tage in riesigen Mineralwasserbecken. Erst dann kann man ihn von Hand schöpfen und zur Wärmetherapie nutzen. Lesen Sie hier, wie Fango-Schlamm wirkt, bei welchen Beschwerden er hilft und wie die Fango-Therapie durchgeführt wird.

Diese Leiden kann Fango lindern

Bei folgenden Beschwerden hat Fango eine heilsame Wirkung:

Vor einer Fango-Anwendung immer mit einem Arzt oder Physiotherapeuten abklären, ob sie für Sie geeignet ist. Bei folgenden Erkrankungen ist von Fango abzuraten:

So hilft die Fangotherapie

Was genau bewirkt die Wärme des Schlamms in Ihrem Körper?

  • Schon allein die hohe Temperatur der Fangopackung fördert die Durchblutung der Haut, des Bindegewebes und der Muskulatur.
  • Sie fangen an zu schwitzen,  die Gefäße erweitern sich. Dadurch wird Ihr Gewebe besser durchblutet, der Stoffwechsel und die Nährstoffversorgung der Zellen angeregt.
  • Die Entspannung der Muskulatur trägt zur Linderung von Schmerzen bei. Außerdem sollen die Algenbestandteile im Fango die Produktion körpereigener schmerzstillender Substanzen anregen.
  • Eine Fango-Behandlung kann den Körper auf eine Physiotherapie vorbereiten. In einigen therapeutischen Therapien bildet sie auch den Abschluss der Anwendungen.

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Schon vor langer Zeit soll der heilende Schlamm bekannt gewesen sein. (c) lpictures / Fotolia

Vorgehensweise einer Fango-Anwendung

Viele Physiotherapeuten setzen Fango als Packung oder Auflage ein, um Muskeln und Bindegewebe zu entspannen. So verläuft die manuelle Therapie:

  • Außerhalb Italiens rühren sie den Fango aus Gesteinspulver mit Wasser zu einem dickflüssigen Brei an (anorganischer Fango).
  • Danach erhitzen sie den Mineralschlamm auf eine 45 bis 50 Grad Celsius.
  • Der Therapeut trägt ihn dann in einer etwa drei Zentimeter dicken Schicht auf den erkrankten Körperregionen auf.
  • Ist die Masse aufgetragen, wickelt der Therapeut den Patienten in Folie, Leinentücher oder Wolldecken, woraufhin er dann zwischen 20 und 40 Minuten ruht. Während dieser Zeit dringen die heilenden Mineralstoffe des Fangos in tiefer liegendes Gewebe ein.

Alternative: Auflagen aus Parafango

Neben der klassischen Therapie mit Naturschlamm nutzen Therapeuten häufig Wärmepackungen aus Parafango: einer Mischung aus Fango und Paraffin. Paraffin ist ein Abfallprodukt aus der Erdölgewinnung, das auch die Grundlage vieler Kosmetik-Artikel darstellt. Der Stoff wird mit Fango oder Moor versetzt und in einer festen, gleichzeitig wasserdurchlässigen Hülle eingeschlossen.

Diese Fangoauflage wird erhitzt, bevor Sie sich darauflegen. Nach der Behandlung wird der Paraffinfango sterilisiert und steht bereit für den nächsten Patienten. Die Auflage kann 30- bis 40-mal genutzt werden, während eine Fango-Packung nur einmal verwendet wird. Ein weiterer Vorteil: Parafango ist kostengünstiger als das Naturprodukt. Das Parafango wird nicht wie der Naturschlamm abgewaschen, sondern mit den Händen abgetragen.

Mittlerweile kann man Fangopackungen auch kaufen und zu Hause selbst anwenden. Diese sogenannten Moorkissen oder Fangokompressen sind in Stoff oder Plastik eingeschlossen und verursachen daher keinen Schmutz.

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