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Feigwarzen: Was tun?

Feigwarzen kommen sowohl bei Männern und Frauen vor. Im Fachjargon werden Feigwarzen auch Genitalwarzen, Feuchtwarzen oder Kondylome genannt. Sie werden von vielen als unansehnlich empfunden und oft aus Scham ignoriert. Dabei handelt es sich meistens um gutartige Hautwucherungen, die sich gut behandeln lassen.

Feigwarzen (Fachbegriff: Condylomata acuminata) sollten niemals unbehandelt bleiben, da sich Riesenkondylome (Condylomata gigantea) entwickeln können. Diese zerstören das umliegende Gewebe. Mediziner sprechen hierbei vom Buschke-Löwenstein-Tumor. Eine zügige Behandlung ist wichtig, da Feigwarzen durch eine Virusinfektion entstehen, welche hochgradig ansteckend ist.

Wie bekommt man Feigwarzen?

Wie bei fast allen Warzen, sind auch bei Feigwarzen humane Papillomviren – kurz HP-Viren oder HPV – die Ursache. Die stecknadelkopfgroßen Knötchen treten oftmals erst einige Monate nach der Ansteckung auf und werden überwiegend durch sexuellen Kontakt übertragen.

Weitere Übertragungswege, bei denen Ansteckungsgefahr droht:

  • Mikroverletzungen: Kleinste Verletzungen in der Haut oder den Schleimhäuten. Das betrifft nicht nur den Genitalbereich, sondern den gesamten Körper.
  • Schmierinfektion: Verunreinigte Gegenstände (Sexspielzeug, Handtücher, Türklinken, Toilettendeckel, Badewasser, direkter Hautkontakt mit Feigwarzen etc.).

Weltweit gibt es mehr als 100 verschiedene HPV-Typen. Circa 40 davon zählen zu den sexuell übertragbaren HPV-Typen und werden von Medizinern in zwei Gruppen eingeteilt:

  • Low Risk: geringes Krebsrisiko
  • High Risk: Hohes Risiko für bösartige Entartungen (z. B. Krebs)

Um welche der HPV-Arten es sich handelt, kann ein Arzt durch einen Test feststellen. Bei Frauen wird ein Abstrich vom Muttermund gemacht. Bei Männern ist ein HPV-Test schwierig. Es gibt aktuell noch kein Verfahren, welches die Gewinnung von Hautzellen im genitalen Bereich eines Mannes ermöglicht. Im Rahmen einer Krebsuntersuchung lassen sich jedoch humane Papillomaviren als Auslöser feststellen. Auch die Entnahme einer Gewebeprobe ist möglich.

Wichtig: Die Erreger werden nicht über Körperflüssigkeiten oder Luft, sondern über Hautkontakt übertragen. Ein Kondom schützt somit nur geringfügig vor einer HPV-Infektion, da es nicht den gesamten Genitalbereich abdeckt.

Kondom: Schutz vor einer Ansteckung mit Chlamydien.

Kondome schützen leider nicht vollständig vor HPV. (c) Colourbox

Wie erkennt man Feigwarzen?

Meist treten Feigwarzen an der Scheide, am Penis oder am After auf. Eher selten im Mund- und Rachenbereich sowie an den Brustwarzen. Typisch für die kleinen Warzen ist eine rötliche oder grau-weißliche Färbung. Bemerkt werden Feigwarzen oftmals erst sehr spät, da sie anfangs kaum zu erkennen sind und normalerweise keine, oder nur sehr geringe Beschwerden verursachen. Nur in seltenen Fällen treten Symptome wie Juckreiz, Brennen oder vermehrter Ausfluss auf.

Die Kondylome treten entweder vereinzelt oder beetartig (mehrere Warzen nebeneinander) auf. Sie können aber auch zu blumenkohlartigen Wucherungen heranwachsen oder einem Hahnenkamm ähneln. Große Warzenbeete oder Wucherungen können aufplatzen oder einreißen, was zu Blutungen führt. Aufgrund der sehr hohen Ansteckungsgefahr ist hier besondere Vorsicht geboten.

Meist bilden sich gleich mehrere dicht aneinander liegende Feigwarzen an verschiedenen Stellen im Intimbereich.

Genitalwarzen bei Frauen:

  • Kleine und große Schamlippen
  • Damm-Region zwischen Scheide und After
  • Scheideneingang (Vulva)
  • Schamhügel
  • Gebärmutterhals
  • Harnröhre

Feigwarzen bei Männern:

  • Eichel
  • Vorhaut
  • Vorhautbändchen
  • Penisfurche und Penisschaft
  • Hodensack
  • Schamhügel
  • Harnröhre
  • Analbereich
  • Enddarm

Da Feigwarzen (Condylomata acuminata) nicht nur an sichtbaren Körperstellen auftreten können, werden innen liegende oftmals nur per Zufall erkannt. Zum Beispiel bei Gebärmutteruntersuchungen oder Harnröhren- und Darmspiegelungen.

Feigwarzen bilden sich hauptsächlich im Genitalbereich,

Feigwarzen bilden sich hauptsächlich im Genitalbereich, (c) roblan / Fotolia

Wie wird man Feigwarzen schnell wieder los?

Hat der Arzt Feigwarzen diagnostiziert, kommen zwei Behandlungsmethoden in Betracht: Eigentherapie mithilfe von Medikamenten oder operative Therapie. Welche Methode für den Betroffenen in Betracht kommt, ist abhängig von der Größe, der Anzahl und dem Sitz der Warzen. Des Weiteren ist bei beiden Behandlungswegen Geduld gefragt. Virus und Warzen müssen meist über die Dauer von mehreren Wochen behandelt werden.

Eigentherapie

Bei kleinen oder flachen und erstmalig aufgetretenen Feigwarzen reicht eine medikamentöse Therapie mit Salben oder Lösungen aus. Sind die betroffenen Stellen für den Patienten gut zu erreichen, kann die Behandlung selbst durchgeführt werden. Hauptbestandteil der verschreibungspflichtigen Präparate ist der Wirkstoff Podophyllotoxin, Imiquimod oder Epigallocatechingallat. Jedes der Wirkstoffe hat einen anderen Effekt, weshalb wir diese kurz erklären:

Podophyllotoxin Virus in der Zelle einer Feigwarze wird abgetötet. Dadurch können sich die Zellen nicht mehr teilen und die Warzen nicht weiter vermehren.
Imiquimod Regt das Immunsystem der Haut an, sodass die Erreger verstärkt angegriffen und bekämpft werden. Feigwarzen sterben dadurch ab.
Epigallocatechingallat Zurückbildung der Warzen. Der Wirkstoff wird aus grünem Tee gewonnen und in sehr hoher Dosis angewandt.

 

Es kommt vor, dass die Inhaltsstoffe zu lokalen Hautreizungen oder Schwellungen führen. Je nachdem wie heftig die Reizungen sind, kann auf Anraten des behandelnden Arztes eventuell eine mehrtägige Pause eingelegt werden.

Operative Therapie

Bei innen liegenden Feigwarzen oder stark ausgeprägten Wucherungen kommt eine eigene Feigwarzen-Behandlung nicht infrage. Je nachdem wie großflächig die Warzen sind oder wo diese sich befinden, erfolgt die operative Entfernung durch unterschiedliche Methoden:

  • Trichloressigsäure: Betroffene Stelle wird mit Hilfe eines Wattebauschs betupft. Die Warzen werden zerstört und sterben ab. Eingriff kann Brennen und Schmerzen verursachen. Unter Umständen wird vorab lokal betäubt.
  • Kältetherapie (Kryotherapie): Flüssiger Stickstoff wird mit Hilfe eines Wattebauschs auf die betroffene Stelle getupft (Vereisen). Die Warzen sterben dann ab. Eingriff kann Schmerzen verursachen. Unter Umständen gibt es vorab eine lokale Betäubung.
  • Elektrotherapie (Kauterisation): Skalpell mit einer Drahtschlinge, die durch Strom erhitzt wird. Angrenzende Hautschichten und Gefäße werden verschmort und somit zerstört. Zurück bleibt oftmals eine Narbe. Verursacht teilweise starke Schmerzen; meist örtliche Betäubung erforderlich.
  • Lasertherapie (CO2-Laser): Feigwarzen werden mit Kohlenstoffdioxid oder Farbstoff herausgeschnitten und verdampft. Sie sterben dadurch ab. Zurück bleibt oftmals eine Narbe. Verursacht teilweise starke Schmerzen; meist muss örtlich betäubt werden.
  • Herausschneiden (Exzision): Mithilfe eines scharfen Löffels (Kürettage) oder einer chirurgischen Schere werden die Warzen abgeschabt bzw. herausgeschnitten. Verursacht teilweise starke Schmerzen; meist örtliche Betäubung erforderlich.

Höchstwahrscheinlich kommt es bei beiden Behandlungswegen zur erneuten Bildung von Genitalwarzen. Bereits behandelte Stellen sollten also stets im Auge behalten werden, um einen erneuten Befall oder bösartige Veränderungen frühzeitig zu erkennen. Bei innen liegenden Feigwarzen ist eine regelmäßige Kontrolle durch einen Arzt zu empfehlen.

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