Knochen, Muskeln & Gelenke

Gliederschmerzen bei Grippe: Das bringt Linderung

Der ganze Körper schmerzt, und besonders die Muskeln und Gelenke tun weh: Bei einer Grippe haben viele mit diesen Symptomen zu kämpfen. Bis die Krankheit überwunden ist, können mehrere Tage oder Wochen vergehen. So lange müssen Sie Gliederschmerzen zum Glück nicht ertragen, denn sie können effektiv gelindert werden.

Gliederschmerzen können an verschiedenen Stellen auftreten: Die Medizin unterscheidet zwischen Schmerzen an den Muskeln (Myalgie) und an den Gelenken (Arthralgie). An den Armen und Beinen tut es am häufigsten weh. Wie stark die Schmerzen dort sind, ist bei jedem anders. Manche Betroffene klagen zum Beispiel über drückende Schmerzen an den Knien. Andere verspüren schmerzhaftes Stechen in den Händen oder Muskelkater-ähnliches Ziehen in den Oberarmen. Oft tun mehrere Stellen am Körper gleichzeitig weh und verstärken das Schmerzgefühl insgesamt.

Was verursacht Gliederschmerzen bei Grippe?

Nicht der Grippevirus an sich, sondern Ihr eigenes Immunsystem, das ihn loshaben will, löst die Gliederschmerzen aus. Bei der Virenbekämpfung sendet der Körper Botenstoffe aus, die die Immunabwehr anregen. Dazu gehören die sogenannten Prostaglandine. Sie reizen leider die Nerven und Schmerzrezeptoren, so dass Ihre Muskeln und Gelenke zu schmerzen beginnen.

Mitverantwortlich für die Schmerzen sind auch die weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Normalerweise kümmern sie sich unter anderem um unsere Muskelfasern. Sind diese etwa durch Überbeanspruchung beim Sport beschädigt worden, dann werden sie von den Leukozyten repariert oder erneuert. Wenn Sie aber an einer Grippe leiden, dann sorgt Ihr Immunsystem dafür, dass die weißen Blutkörperchen andere Aufgaben übernehmen: Diese sollen jetzt den Grippevirus bekämpfen. Die Leukozyten wandern vermehrt dorthin, wo der Virus sich festgesetzt hat, nämlich im Bereich der Nase und des Hals- und Rachenraums.  Dabei vernachlässigen sie ihre „Reparaturarbeiten“, und die Muskeln und Gelenke fühlen sich bald steif und schmerzhaft an.

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Darüber hinaus bekämpfen die weißen Blutkörperchen die Grippe-Erreger auch mit dem Botenstoff Zytokin. Dieser regt unsere Zellen an, spezielle Proteine zu bilden, die sie widerstandsfähiger gegen Krankheitserreger machen sollen. Das ist zwar gut für unser Immunsystem, hat aber auch einen Haken, denn: Zytokin kann Entzündungen in den Gelenken und Muskeln auslösen, was dann Schmerzen verursacht.

Doch zum Glück treten die Gliederschmerzen bei einer Grippe nur vorübergehend auf. Sobald Ihr Körper die Infektion erfolgreich bekämpft hat, lassen die schmerzhaften Symptome nach. Zu beachten: Auch bei starken Schmerzen sollten Sie sich trotzdem uneingeschränkt bewegen können. Zudem sollten schmerzhafte Partien nicht gerötet oder geschwollen sein. Wenn das der Fall ist, kann das auf andere Erkrankungen hindeuten. Dann sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen, um auszuschließen, dass Ihre Gliederschmerzen andere Ursachen haben.

Das hilft gegen Gliederschmerzen

Zunächst einmal ist es wichtig, dass Sie sich ausruhen und entspannen. Nur so kann Ihr geschwächter Körper die Grippe-Infektion schnell und erfolgreich bekämpfen. Wenn Sie sich nicht ausreichend Ruhe gönnen, kann sich die Heilung verzögern und die Gliederschmerzen können sogar noch schlimmer werden. Denn je länger unser Immunsystem gegen den Grippevirus kämpft, desto länger vernachlässigen die weißen Blutkörperchen ihre Reparaturarbeiten an den Muskeln.

Ein gutes Mittel gegen Gliederschmerzen: Ingwertee wirkt schmerzstillend und entzündungshemmend.

Ingwertee: schmerzstillend, entzündungshemmend. (c) Petra Schüller/Fotolia

Sanfte Mittel, die Ihre Schmerzen lindern:

  • Ein warmes Bad (bei etwa 38° Celsius) regt die Durchblutung der betroffenen Stellen an und kann damit die Schmerzen senken. Noch wohltuender wirkt das Bad, wenn Sie krampflösende, ätherische Öle (Eukalyptus oder Fichtennadel) dazugeben. Wenn Sie während der Grippe an Fieber leiden, sollten Sie jedoch unbedingt auf ein Bad verzichten, um Ihre Körpertemperatur nicht noch weiter zu erhöhen.
  • Massage-Öle fördern ebenfalls die Durchblutung und lindern damit die Schmerzen. Besonders wirksam sind Öle mit pflanzlichen Extrakten von Pfefferminze, Rosmarin oder Arnika. Einfach an den schmerzenden Regionen einmassieren.
  • Trinken Sie Tees, die entzündungshemmend und schmerzstillend wirken, beispielsweise aus Ingwer, Lindenblüten, Kamille oder Weidenrinde.
  • Pflanzliche Arzneimittel auf Echinacea-Basis (Sonnenhut): Sie unterstützen das Immunsystem und packen damit das Problem an der Wurzel – in diesem Fall die Grippe, die die Gliederschmerzen verursacht.

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Sollten diese Maßnahmen keine Linderung bringen, können Sie auch auf konventionelle Mittel zur Behandlung von Erkältungs- und Grippesymptomen zurückgreifen. Dazu zählen Acetylsalicylsäure (kurz: ASS) oder andere entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen. Beachten Sie aber, dass diese Medikamente Nebenwirkungen und Wechselwirkungen aufweisen. Sprechen Sie vor der Einnahme am besten mit Ihrem Arzt. Sollten die schmerzhaften Symptome und die Grippe nicht besser werden, muss in ernsten Fällen mit starken Grippemedikamenten wie Oseltamivir oder Zanamivir behandelt werden.

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