Alternativmedizin & Naturheilkunde

Griechischer Bergtee – Ein Aufguss hebt die Stimmung

Schon vor mehr als 2000 Jahren nutzten die Griechen die Heilpflanze Griechischer Bergtee. Sie kurierten damit Erkältungen, behandelten Verdauungsbeschwerden und hellten ihre Stimmung auf.

Beim Griechischen Bergtee handelt es sich um ein Heilkraut. Es wächst im östlichen Mittelmeerraum in einigen Regionen Griechenlands und der Türkei. Die Pflanze mit den pelzigen Blättern und zartgelben Blüten gehört zur Gattung der Gliedkräuter (Sideritis). Sie sind wiederum Teil der botanischen Familie der Lippenblütler, wie auch Minze, Basilikum, Lavendel oder Salbei. Viele Pflanzenarten aus der Familie enthalten ätherische Öle. Menschen nutzen sie deshalb seit jeher als Gewürz- und Heilkräuter.

Griechischen Bergtee können Sie auch unter dem Namen Griechisches Eisenkraut finden. Sideros bedeutet auf Griechisch „Eisen“. Mit dem hierzulande bekannten Eisenkraut (Verbena officinalis) ist es allerdings nicht verwandt.

Griechischer Bergtee: Hier wächst die Heilpflanze

Der Griechische Bergtee wächst auf trockenem Grund ab einer Höhe von 1000 Metern. Die Sorten heißen je nach ihrem Herkunftsort:

  • Sideritis scardica etwa kommt aus der Region des Bergs Olymp.
  • Sidertis syriaca stammt aus Kreta.

Einige der Sideritis-Arten werden mittlerweile kultiviert. Doch meistens wachsen sie als Wildpflanzen, wodurch der Bestand mancher Arten bedroht ist.

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So bereiten Sie einen Tee oder Aufguss zu

Die Heilpflanze schmeckt würzig, leicht zitronig und herb. Das Aroma erinnert an Salbei, jedoch ohne dessen Bitterstoffe.

Für die Zubereitung übergießen Sie fünf bis zehn Gramm der zerkleinerten Stängel samt Blättern und Blüten mit heißem Wasser. Dann lassen sie den Sud etwa zehn Minuten ziehen. Oder Sie kochen alles zusammen für ein paar Minuten auf.

Süßen Sie den Tee mit etwas Honig und geben Sie je nach Geschmack Zitronensaft hinzu.

Diese Inhaltstoffe zeichnen die Pflanze aus

Griechischer Bergtee enthält

  • ätherisches Öl (Myristicin, Menthol, Thymol, Carvacrol),
  • Flavonoide,
  • Palmitinsäure
Eine Tasse mit frisch aufgebrühtem Bergtee.

Ein Sud aus Griechischem Bergtee kann bei vielen Beschwerden helfen. (c) Heike Rau / Fotolia

Das sind die Anwendungsgebiete des Heilkrauts

Traditionell trinken die Mittelmeeranwohner das Griechische Eisenkraut als Tee

  • bei Erkältungen, vor allem bei Husten
  • gegen Verdauungsprobleme
  • zur Beruhigung
  • zur Entspannung
  • als Stimmungsaufheller
  • für einen tieferen Schlaf.

In früheren Zeiten nutzten die Menschen die Heilpflanze, um Wunden zu heilen. Sie kannten ihre antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung. Dafür legten sie das kleingehackte Kraut auf die verletzte Stelle.

Überlieferungen zufolge war das Kraut ein beliebtes Feierabendgetränk der griechischen Hirten und Bergbauern. Es entspannt und verbessert die Stimmung. Einige Studien belegen eine positive Wirkung auf das Gehirn von Patienten mit Depressionen oder ADHS. Extrakte aus Griechischem Bergtee hemmen die Wiederaufnahme der Botenstoffe Serotonin, Dopamin und Noradrenalin in die Nervenzellen. Dadurch soll die Konzentration dieser Neurotransmitter im Gehirn länger anhalten.

Als mögliche therapeutische Anwendungsbereiche von Sideritis-Extrakten sehen die Wissenschaftler

  • Depressionen
  • Panikattacken
  • Generalisierte Angststörungen
  • Zwangsstörungen
  • Essstörungen
  • Klimakterische Beschwerden
  • Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom bei Kindern und Erwachsenen

Allerdings führten die Forscher entsprechende Untersuchungen mit Sideritis-Extrakten in vitro aus, also im Reagenzglas. Evidenzbasierte Studien, die eine pharmakologische Wirksamkeit bei Menschen belegen könnten, gibt es allerdings nicht, lediglich Einzelfallbeobachtungen.

Hier können Sie die Heilpflanze kaufen

Sie erhalten das Griechische Eisenkraut im Reformhaus, der Apotheke, in Kräuterläden, auf dem Wochenmarkt. Auch bei diversen Internetanbietern können Sie das Kraut bestellen. Greifen Sie besser zu Bioqualität.

So wächst der griechischen Bergtee bei uns

Auch in unserem Klima lässt sich die Pflanze auf kalkhaltigen, sandigen und durchlässigen Böden anbauen. Ein Steingarten ist beispielsweise ein guter Platz dafür. Die mehrjährige Pflanze braucht einen sonnigen Standort und Frostschutz im Winter. Sie können Ihren Tee dann aus frischen oder getrockneten Stängeln, Blättern und Blüten der Pflanze aufgießen.

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