Blut & Immunsystem

Grippeschutzimpfung pro & contra

Fast jeder hat sich schon einmal einer Schutzimpfung unterzogen. Die meisten Impfungen bekommen wir bereits im Kleinkindalter. Mit flächendeckender Impfung ist es gelungen zahlreiche Krankheiten aus unserer Lebenswelt zu verbannen. Immer häufiger werden auch Grippeimpfungen angeboten. Doch wie sinnvoll ist das?

Der Nutzen einer Schutzimpfung gegen Grippe (Fachbegriff: Influenza) ist umstritten, nicht einmal 30 Prozent der Erwachsenen lassen sich hierzulande gegen Grippe impfen. Und die Frage nach ihrer Sinnhaftigkeit nicht pauschal zu beantworten. Die Antwort hängt stark vom Gesundheitszustand der jeweiligen Person ab und kann nur individuell getroffen werden. Wir stellen pro und contra einer Grippeschutzimpfung gegenüber.

Grippeschutzimpfung – Empfehlungen der STIKO

Die STIKO ist die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts. Ihre Aufgabe ist es Impfempfehlungen für Deutschland zu geben. Dabei wird nicht nur der Nutzen für das Individuum berücksichtigt, sondern auch der gesamtgesellschaftliche Nutzen. Grundlage für die Empfehlungen bilden Studien zu Wirksamkeit und Verträglichkeit der Impfstoffe. Die STIKO empfiehlt Impfungen vor allem für diese Risikogruppen:

  • Männer und Frauen über 60 Jahre
  • Personen mit chronischen Erkrankungen (z. B. Diabetes, Herz-Kreislauf-Probleme, COPD oder Multiple Sklerose)
  • Menschen mit schwacher Immunabwehr (z. B. bei HIV-Infektionen oder nach Organtransplantation)
  • Schwangere
  • Personen mit häufigem Kontakt zu Kranken. Zum Beispiel: Ärzte, Pfleger in Krankenhäusern, Sprechstundenhilfen, aber auch Personal in öffentlichen Verkehrsmitteln

Die STIKO empfiehlt jedem Patienten, sich im Zweifel von dem Hausarzt beraten zu lassen.

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Ein kurzer Überblick über die Grippeschutzimpfung

Es gibt zwei Möglichkeiten einer Grippeimpfung:

  1. Tote Viren: Es werden tote Viren injiziert (Totimpfstoff). Diese regen das Immunsystem an und der Körper bildet Abwehrstoffe gegen die Viren. Damit ist der Geimpfte gegen die injizierten Viren geschützt.
  2. Lebende Viren: Gerade bei Kindern werden oftmals lebende Influenza-Viren zur Grippeimpfung verwendet. Dieser wird nicht per Spritze, sondern als Nasenspray verabreicht. Zuvor werden die Viren soweit geschwächt, dass keine Gefahr der Erkrankung besteht.

Wann und wie oft sollte man sich gegen Grippe impfen lassen?

Die meisten Grippewellen treten im Winter und Frühjahr auf. Der Höhepunkt wird in der Regel Ende Januar erreicht. Deshalb wird empfohlen, sich im Oktober oder November impfen zu lassen. Sinnvoll ist die Immunisierung aber zu jedem Zeitpunkt. Es dauert etwa zwei bis drei Wochen, bis sich der Schutzschirm des Immunsystems voll entfaltet. Dann hält die Wirkung bei Erwachsenen und Jugendlichen aber eine Grippesaison lang an. Da das Grippevirus sich von Jahr zu Jahr verändert, müssen wir uns jedes Jahr aufs Neue impfen lassen.

Wer zahlt die Grippeimpfung?

Menschen aus oben genannten Risikogruppen zahlen nichts für die jährliche Grippeimpfung, alle anderen kostet die Immunisierung zwischen 20 und 30 Euro. Viele gesetzliche Krankenkassen übernehmen aber die Kosten aller Impfungen, die von der Stiko empfohlen werden – so auch die gegen Grippe. Genauere Informationen dazu finden Sie auf der Internetseite Ihrer Krankenkasse.

(c) Nach der Impfung kann u. a. leichtes Fieber auftreten. (c) Colourbox

Pro: Was spricht für eine Grippeschutzimpfung?

Eine Influenza ist mehr als eine Erkältung für den Körper und sehr belastend. Entsprechend ist eine Grippeerkrankung gefährlicher, als eine Erkältung. Liegen zudem noch Vorbelastungen, wie ein schwaches Immunsystem vor, kann eine Grippe auch tödlich verlaufen.

Jedes Jahr gibt es in Deutschland bis zu 20.000 Menschen, die an Influenza versterben. Weltweit sind es sogar bis zu 500.000 Menschen.

Nach der Grippeschutzimpfung ist der Körper mit hoher Wahrscheinlichkeit gegen die Grippe immun. Damit bietet eine Impfung den wirksamsten Schutz gegen eine Grippeerkrankung. Dazu kommt, dass die Grippeimpfung von den meisten Menschen gut vertragen wird und die Risiken in der Regel gering sind.

Neben dem Risiko zu erkranken, sinkt gleichzeitig auch das Risiko für Spätfolgen. Die gefährlichsten Spätfolgen sind: Lungenödem und Herzrhythmusstörungen.

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Contra: Was spricht gegen eine Grippeschutzimpfung?

Kritiker bemängeln, dass ein vollständiger Schutz durch die Impfung unmöglich ist. Grund hierfür ist, dass es verschiedene Grippetypen gibt. Mit der Grippeimpfung sind aber nur die häufigsten Erreger der Grippesaison abgedeckt.

Zudem verändern Grippeviren sich laufend, sodass auch die Impfstoffe jedes Jahr angepasst werden müssen.

Dies ist auch der Grund dafür, dass trotz Impfung eine Grippeerkrankung nicht auszuschließen ist.

Hat die Grippeimpfung Nebenwirkungen?

In der Regel hat die Impfung nur geringe bis gar keine Nebenwirkungen. In einzelnen Fällen können die Einstichstellen in den folgenden Tagen leicht schmerzen, vergleichbar etwa mit einem Muskelkater. Manche Geimpfte berichten auch von typischen Erkältungssymptomen wie Müdigkeit, Frösteln, Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen. Auch sie sind in der Regel harmlos und verschwinden innerhalb weniger Tage.

Es gibt aber auch Menschen, die nach einer Impfung starke Beschwerden haben. Meist werden diese Nebenwirkungen mit den Trägerstoffen in Zusammenhang gebracht. In einer Grippeschutzimpfung können Quecksilber, Aluminium, Antibiotika, Proteine aus Hühnereiern und Formaldehyd enthalten sein. Insbesondere das beinhaltete Quecksilber und das Aluminium sorgen für Misstrauen bei vielen Impfgegnern. Beide Stoffe sind gesundheitlich nicht unbedenklich, auch wenn die Dosis im Impfstoff vernachlässigbar sein soll.

Dann sollten Sie sich nicht impfen lassen:

  • wenn Sie eine akute Infektion haben.
  • wenn Sie Fieber haben.
  • wenn Sie eine Allergie gegen Hühnereiweiß oder andere Bestandteile des Impfstoffes haben. Ein großer Teil der Impfstoffe wird nämlich in Hühnereiern angezüchtet. Allergiker können auf einen Ersatzimpfstoff ausweichen.

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Fazit

Ob eine Grippeschutzimpfung infrage kommt, muss letztendlich jeder selbst entscheiden. Der Schutz der Impfung vor der Grippeerkrankung ist hoch, das Risiko gering.

Ein gesunder Mensch wird eine Grippe gut wegstecken können. Anders sieht es bei den Risikogruppen Kinder, ältere Menschen, Kranke, Schwangere und Immungeschwächte aus. Hier ist eine Schutzimpfung durchaus empfehlenswert.

Am Ende bleibt es eine Risiko-Nutzen-Abwägung. Lassen Sie sich dazu von Ihrem Arzt beraten.