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Grüner Star: So fahren Sie sicher Auto

Ein Grüner Star kann die Sicherheit im Straßenverkehr gefährden. Patienten sehen nicht alles, was sie sehen sollten – so fahren Sie trotzdem sicher Auto.

Verminderte Reaktionsfähigkeit, falsche Einschätzung von Geschwindigkeiten, blinde Flecken im Gesichtsfeld sowie verminderte Sehschärfe bei Tag und in der Dämmerung sind häufige Folgen von Augenkrankheiten wie dem Grünen Star. Damit kann Autofahren zur echten Gefahr werden. Doch bestimmte Vorsichtsmaßnahmen, zum Beispiel auch tagsüber mit Licht zu fahren, erhöhten die Sicherheit im Straßenverkehr. Darauf weist die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) hin.

Grüner Star vermindert die Sehkraft

Ein Grüner Star (Glaukom) beeinflusst das Sehenvermögen und meist ist der Augeninnendruck erhöht. Neben verminderter Sehschärfe am Tag und schlechtem Sehvermögen in der Dämmerung und bei Nacht zeigten sich auch Defekte im Gesichtsfeld, warnt die DOG. Es entstehen „Lücken“ in der Wahrnehmung, die den Betroffenen selbst oft gar nicht bewusst sind, weil das Gehirn diese blinden Flecken automatisch mit Informationen aus dem Umfeld auffüllt. „Das kann zur Folge haben, dass Fahrzeuge, Fußgänger oder Radfahrer komplett übersehen werden“, sagt Prof. Bernhard Lachenmayr, Vorsitzender der DOG-Verkehrskommission. Auch Geschwindigkeiten anderer Verkehrsteilnehmer würden falsch eingeschätzt.

Studien belegen: Ist das Sehvermögen bei Dämmerung herabgesetzt, steigt das Risiko für Dunkelheitsunfälle. „Fahrer mit herabgesetzter Tagessehschärfe sind wiederum häufiger in Überholunfälle verwickelt, die leider oft tödlich enden“, betont Lachenmayr.

Grüner Star – Brille und Scheibe putzen, mit Tageslicht fahren

Um diese Gefahren zu reduzieren, sollten Betroffene und Angehörige Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. „Oftmals hilft es, nur noch tagsüber in bekanntem Umfeld zu fahren und auf Überholmanöver zu verzichten“, berichtet Lachenmayr. Auch der Tipp, Brille und Windschutzinnenscheibe regelmäßig zu reinigen sowie auf getönte Frontscheiben zu verzichten, ist sinnvoll – zusammen mit ungünstigen Wetterverhältnissen können all diese Faktoren den Lichteinfall ins Auge um mehr als 20Prozent verringern.

„Zusätzlich erscheint es sinnvoll, wenn die Betroffenen auch bei Tag mit Scheinwerferlicht fahren, am besten mit einem echten Tagfahrlicht“, so Lachenmayr. Dadurch nehmen andere Verkehrsteilnehmer und Fußgänger den Fahrer besser wahr, was deren Sicherheit erhöht. Zusätzliche elektronische Hilfen wie Nachtsichtgeräte können den Fahrer dagegen schnell überfordern – er operiert ohnehin an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit.

Grüner Star – ab wann gilt ein Fahrverbot?

Verschlimmert sich das Sehvermögen des Fahrers allerdings weiter und ist Gefahr in Verzug, muss der behandelnde Arzt ein Fahrverbot aussprechen. „Dem nachzukommen, fällt vielen Betroffenen schwer“, berichtet Lachenmayr. Häufig mangele es auch an Einsicht der Autofahrer. „Dann müssen Dritte wie Hausarzt und Familienangehörige mithelfen und Überzeugungsarbeit leisten“, betont Lachenmayr. Im Extremfall kann der Augenarzt bei den Behörden ein Fahrverbot vorschlagen, die dann den Entzug der Fahrerlaubnis veranlassen.

Das ist ein Grüner Star

Ein Grüner Star oder Glaukom umfasst eine Gruppe von Augenkrankheiten, welche die Nervenzellen der lichtempfindlichen Netzhaut und den Sehnerv schädigen. In vielen Fällen ist der Grüne Star mit einem erhöhten Augeninnendruck verbunden. Ohne Behandlung kann ein Grüner Star zu Erblindung führen.

Der Grüne Star ist einer der häufigsten Erblindungsursachen in den westlichen Industrienationen. In Europa und den USA trifft der Grüne Star rund zwei Prozent aller Menschen über 40 Jahre. In Deutschland leben etwa fünf Millionen Menschen mit einem Risiko für den Grünen Star. Rund 800.000 Menschen sind am Grünen Star erkrankt.

Quellen:

  • Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft, DOG, 29.9.2015
  • Initiativkreis zur Glaukom-Früherkennung e.V., www.glaukom.de (Abruf: 4.10.2015)