Magen & Darm

Hämorrhoiden: Belastend, aber gut behandelbar

Schmerzen oder Juckreiz nach dem Toilettengang oder beim Sitzen? Hämorrhoiden sind unangenehm – glücklicherweise aber gut zu behandeln. Wir informieren über Ursachen, Symptome und Therapien.

Hämorrhoiden sind lästig, und darüber zu sprechen ist den meisten Menschen peinlich. Dabei sind sie häufiger verbreitet, als die meisten denken. Vor allem Menschen ab 35 Jahren haben Hämorrhoidenleiden.

Was sind Hämorrhoiden?

Die sogenannten Hämorrhoiden bilden ein Gefäßpolster zwischen dem Schließmuskel und dem Enddarm. Dieses Geflecht aus Venen und Arterien unterstützt den Verschluss des Afters. Sie sind im gesundem Zustand von außen weder sicht- noch fühlbar. Dauerhafte Überlastung lässt sie jedoch anschwellen und je nach Schweregrad aus dem Anus heraustreten. Dann spricht der Arzt von einem Hämorrhoidalleiden.

Verschiedene Ursachen

Hämorrhoiden verändern sich aus unterschiedlichen Gründen: Schwangerschaften oder häufige Verstopfung führen zu einer besonderen Belastung der Gefäße am inneren Afterrand. Bei einem trägen Darm zum Beispiel ist der Stuhl öfter verhärtet und erfordert starkes Pressen. Das überdehnt die sensiblen Gefäßwände auf Dauer.

Schwangere sind dreifach gefährdet: Sie leiden häufig unter Verstopfung, spezifische Hormone erweitern ihre Gefäße und die Gebärmutter mit dem wachsenden Baby darin übt Druck auf das Hämorrhoidalpolster aus. Auch das starke Pressen beim Geburtsvorgang sorgt in manchen Fällen dafür, dass sich die sensiblen Gefäße krankhaft vergrößern.

Zusätzlich senkt ein schwaches Bindegewebe die Widerstandskraft der hämorrhoidalen Gefäße und fördert dadurch ihre krankhafte Erweiterung.

In den krankhaft vergrößerten Hämorrhoiden verlangsamt sich der Blutfluss. Die krankhafte Erweiterung kann auch Entzündungen auslösen.

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Die Symptome

Anfangs macht sich das Hämorrhoidalleiden noch kaum bemerkbar. Erst bei einer fortgeschrittenen Erkrankung juckt und blutet der Anus. Schmerzen während des Stuhlgangs oder danach kommen dazu. Zuweilen findet sich helles Blut auf dem Stuhl oder am Toilettenpapier.

Der Krankheitsverlauf

Wird nichts gegen vergrößerte Hämorrhoiden unternommen, schreitet die Erkrankung in jedem Fall fort. Je nachdem, wie stark vergrößert die Gefäße sind, spricht man von unterschiedlichen Schweregraden:

  • Hämorrhoiden 1. Grades
    Bei einer Enddarmspiegelung (Rektoskopie) fällt ein leicht geschwollenes Gefäßpolster auf. In diesem Stadium verursachen die Hämorrhoiden nur selten Beschwerden und Betroffene bemerken häufig nicht, dass diese vergrößert sind.
  • Hämorrhoiden 2. Grades
    Die vergrößerten Hämorrhoiden treten beim Stuhlgang oder starkem Pressen aus dem After heraus, gleiten aber von selbst zurück.
  • Hämorrhoiden 3. Grades
    Die erweiterten Gefäße ziehen sich nicht mehr von selbst zurück. Ein manuelles Zurückschieben mit dem Finger in den Analkanal ist erforderlich.
  • Hämorrhoiden 4. Grades
    Die Hämorrhoiden lassen sich nicht mehr zurückschieben. Betroffene leiden dann nicht nur unter starken Schmerzen, sondern auch unter Nässen, dem ständigen Gefühl “zu müssen” und Darminkontinenz. Außerdem besteht die Gefahr, dass der äußere Teil der Hämorrhoiden eingeklemmt ist und sich Blutgerinnsel bilden, die anschwellen, schmerzen und mitunter stark bluten.

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Wann zum Arzt?

Wenn das Toilettenpapier blutig ist, der After juckt oder Knoten am Schließmuskel zu spüren sind, sollten Sie sofort einen Arzt – am besten einen Proktologen (Facharzt für Erkrankungen des Enddarms) aufsuchen. Wichtig: Hinter diesen Symptomen können auch andere Erkrankungen, unter anderem krankhafte Veränderungen der Darmschleimhaut (Tumore), stecken.

Hämorrhoidalleiden lassen sich sehr gut behandeln und je früher der Arzt eingreifen kann, desto besser. Nur die passende Behandlung kann in den Anfangsstadien das Fortschreiten der Krankheit aufhalten und in fortgeschrittenen Fällen die Beschwerden lindern.

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Jucken im Analkanal kann ein Zeichen von Hämorrhoiden sein (c) absolutimages/Fotolia

Die Behandlung von Hämorrhoidalleiden

Entzündungshemmende Cremes und Hämorrhoiden-Salben können dafür sorgen, dass Schmerzen und Juckreiz verschwinden:

  • Gegen den Juckreiz und die Entzündung helfen Salben oder Zäpfchen mit dem pflanzlichen Wirkstoff der Hammamelisrinde (Zaubernuss).
  • Salbe mit Ringelblumenextrakt hilft äußerlich aufgetragen gegen die Entzündung.
  • Salben oder Zäpfchen mit dem Wirkstoff Benzocain, Lidocain oder Polidocanol. Die Mittel können innerlich sowie äußerlich angewendet werden.
  • Sitzbäder mit Kamille (wirkt entzündungshemmend) oder Eichenrinde (wirkt austrocknend) helfen zusätzlich gegen die Beschwerden und  unterstützen die Heilung

In frühen Hämorrhoiden-Stadien hilft oft ein kleiner ambulanter Eingriff. Dabei wird das betroffene Gefäß in der Regel verödet – mit je nach Fall unterschiedlichen Techniken, aber meist ohne Schmerzen. Eine ballaststoffreiche Ernährung sorgt für einfachen, regelmäßigen Stuhlgang und kann erneuten Beschwerden entgegenwirken.

Ist das Leiden hingegen schon zu sehr fortgeschritten, hilft nur noch eine Operation. Eine mögliche Hämorrhoiden-Operation ist zum Beispiel jene nach Milligan-Morgan oder Ferguson. Lesen Sie hier mehr darüber.

Es muss sich nicht verschlimmern

Ein paar einfache Gewohnheitsänderungen können helfen, das Fortschreiten des Hämorrhoidalleidens zu bremsen:

  • Ausgewogene Ernährung
    Darmträgheit und Verstopfung sorgen dafür, dass der Stuhl herauszupressen. Das sollten Sie auf jeden Fall vermeiden. Ballaststoffreiche Nahrung mit Vollkornprodukten, Obst und Gemüse sowie ausreichend Flüssigkeit unterstützen die Verdauung.
  • Bewegung
    Regelmäßige Bewegung sorgt für eine gute Verdauung, weil sie die Darmtätigkeit anregt.
  • Sauberkeit im Analbereich
    Die Gefäßwände sind dünn und neigen schnell zu Verletzungen. Das begünstigt wiederum, dass sich Hämorrhoiden entzünden. Reinigen Sie Ihren After also nur mit klarem Wasser und weichem Toilettenpapier – besser ist ein Waschlappen. Kaltes Wasser beseitigt außerdem den Juckreiz. Von fertigen Reinigungstüchern dagegen ist abzuraten. Sie enthalten oft Alkohol oder andere reizende Stoffe.
  • Übergewicht reduzieren
    Ein paar Pfunde zu viel in der Körpermitte lasten nicht nur auf den Hüften. Sie drücken auch auf den Enddarm. Oft hilft es deshalb schon, abzunehmen, um die Beschwerden durch Hämorrhoiden zu lindern.
  • Stress vermeiden
    Wenn Sie zu den Menschen gehören, die bei psychischer Belastung zu Verdauungsstörungen neigen, können Sie lernen, sich mit Progressiver Muskelentspannung, Yoga oder Meditation bewusst zu entspannen.
  • Korrekte Sitzhaltung auf der Toilette
    Experten empfehlen, beim Stuhlgang eine Hockhaltung einzunehmen. Das entspannt den Beckenboden und soll die Darmentleerung ohne Pressen erleichtern. Stellen Sie sich also am besten im Badezimmer einen Schemel für die Füße bereit.