Alternativmedizin & Naturheilkunde

Heilpflanze Anis: Gut für Magen, Darm und Atemwege

Das besondere Aroma von Anis kennen viele Urlauber: Südeuropäische Spirituosen wie Ouzo oder Rakı werden aus Anis hergestellt und sollen den Appetit und die Verdauung anregen. Um von der gesunden Wirkung von Anis zu profitieren, braucht es aber keinen Alkohol. Wir stellen Ihnen die besten Anwendungsgebiete der Heilpflanze Anis vor.

Anis (lat. Pimpinella anisum) kommt aus dem östlichen Mittelmeerraum und wird dort seit der Antike als Heilpflanze verwendet. Die einjährige Pflanze besitzt viele kleine weiße Blüten. Daraus entwickeln sich später kleine braune Samen, die ab August erntereif sind. Ihr Geschmack ist süßlich und erinnert an das Aroma von Fenchel. Das Kraut wurde wegen seiner Inhaltsstoffe und Wirkung zur Heilpflanze des Jahres 2014 gekürt.

Sternanis ist übrigens eine ganz andere Pflanze, stammt aus Asien, und wird als Gewürz gerne in Currys oder zum weihnachtlichen Backen verwendet.

Anis: Reich an ätherischen Ölen

In Anissamen stecken viele gesunde Inhaltsstoffe, allen voran das ätherische Öl Anethol. Dieser sekundäre Pflanzenstoff schützt die Pflanze vor schädlicher UV-Strahlung. Aber auch wir Menschen können davon profitieren, weswegen Anis in der Pflanzenheilkunde sehr geschätzt wird.

> Erfahren Sie hier mehr über die Wirkung von ätherischen Ölen

Verwendung bei Magen-Darm-Beschwerden

Das im Anis enthaltene Anethol hat eine krampflösende Wirkung: Es lockert die Muskeln im Magen-Darm-Trakt und kann dadurch krampfartige Bauchschmerzen lindern. Zugleich steigert Anethol die Durchblutung der Muskeln, regt den Appetit an und fördert die Verdauung.

Auch Menschen mit Blähungen kann Anis helfen, weil dessen Pflanzenstoffe einen antimikrobiellen Effekt haben. Sie neutralisieren schädliche Keime und Bakterien im Magen-Darm-Trakt. Dadurch entstehen weniger blähende Gase. Andere Mikroorganismen, die gut für eine gesunde Darmflora sind, können dagegen umso besser gedeihen.

Aus Anissamen wird in Südeuropa gerne appetitanregender Likör hergestellt.

Alkoholische Getränke aus Anis sind beliebte Appetitanreger. (c) Mahlebashieva/Fotolia

Innerliche Verwendung von Anis bei Verdauungsproblemen

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Dragees und Tabletten mit ätherischem Anisöl zu kaufen. Lassen Sie sich am besten von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten. Alternativ können Sie auch Anistee trinken – pur oder mit weiteren verdauungsfördernden Pflanzen wie Fenchel oder Kümmel.

Rezept für Tee mit Anis

Für eine kleine Tasse selbstgemachten Tee …

  1. Drücken Sie einen halben Teelöffel Anissamen vorsichtig an. Am besten im Mörser oder mit der Messerspitze.
  2. Übergießen Sie die Samen mit 150 ml heißem Wasser und lassen Sie den Tee abgedeckt rund zehn Minuten ziehen.
  3. Seihen Sie die Samenreste vor dem Trinken ab.

Anis als Schleimlöser bei Erkältungen und Bronchitis

Die ätherischen Öle der Anispflanze wirken bei Husten und Bronchitis gleich auf zweifache Weise: Sie lockern die Atemmuskulatur und sie lösen zähen, festsitzenden Hustenschleim. Das erleichtert das Einatmen und zugleich können Betroffene den Schleim besser abhusten. Auch andere Begleiterscheinungen – wie etwa rasselnder, pfeifender Atem – können dank der Heilwirkung von Anis abklingen.

> Die besten Tees bei Erkältungen

Ein bewährtes Hausmittel ist neben Tee sowie Bonbons oder Hustensäften mit Anisöl auch eine Inhalation mit ätherischem Anisöl.

So geht’s:

  1. Befüllen Sie eine Schüssel mit einem Liter heißen Wasser.
  2. Geben Sie rund fünf Tropfen Anisöl hinzu und mischen Sie diese gut unter.
  3. Dann beugen Sie sich über die Schüssel und inhalieren den Wasserdampf etwa zehn Minuten lang.

Beim Einatmen gelangt das Anisöl über die Atemwege an die Bronchien und entfaltet dort seine schleimlösende Wirkung. Diese Anwendung kann täglich zwei- bis dreimal stattfinden.

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Weitere Anwendungsgebiete von Anis:

  • hemmt Entzündungen im Mund- und Rachenraum
  • mildert Halsschmerzen
  • lindert Sodbrennen
  • regt die Milchbildung bei stillenden Müttern an
Die Heilpflanze Anis hilft u.a. bei festsitzendem Husten.

Das Anis Kraut liefert ätherische Öle, die u. a. krampflösend wirken. (c) Сyrustr/Fotolia

Hinweise zur Anwendung von Anis

Anistee ist grundsätzlich sehr bekömmlich. Allerdings sollten Sie nicht mehr als zwei kleine Tassen täglich davon trinken und auch nicht dauerhaft konsumieren. Wer für seinen Tee gerne selbst auf Suche geht, sollte bei Anis vorsichtig sein: Denn die giftigen Früchte der Schierlingspflanze sehen ihm zum Verwechseln ähnlich. Im Zweifelsfall besser nicht sammeln, sondern Samen im Handel kaufen.

Wie andere ätherische Öle, sollte auch Anisöl immer dunkel gelagert und nie pur angewendet werden. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist das Anisöl tabu, da es zu schweren Hautreizungen, Übelkeit oder Atemnot führen kann.

Menschen mit Asthma oder einer Allergie gegen Doldenblütler (zum Beispiel Sellerie, Fenchel, Koriander) sollten vor der Anwendung ihren Arzt aufsuchen. Bei ihnen kann Anis ebenfalls Juckreiz oder Erbrechen auslösen. Auch schwangere und stillende Frauen sollten sich von ihrem Arzt beraten lassen, bevor sie Anis verwenden.

Werden Beschwerden wie etwa Magenkrämpfe auch nach etwa einer Woche nicht besser oder treten sie gehäuft auf, sollten Betroffene unbedingt zum Arzt gehen. Bedenken Sie, dass Heilpflanzen eine medizinische Therapie zwar ergänzen, aber nicht vollständig ersetzen können.

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