Beauty & Wellness

Henna Tattoo – Harmlos oder gefährlich?

An vielen Stränden weltweit bieten Einheimische an, Touristenhaut mit einem Henna Tattoo zu verzieren. Doch seien Sie vorsichtig: Henna gilt zwar als harmlos, jedoch nicht, wenn es die Chemikalie p-Phenylendiamine (PPD) enthält.

Mehndi oder Mehendi heißt die kunstvolle, ornamentale Körperbemalung mit Henna, die ihren Ursprung in Persien haben soll und sich in den Nahen Osten, nach Nordafrika und Asien verbreitete. In einigen dieser Länder erhalten Bräute vor der Hochzeit Bemalungen auf ihre Hände, Arme, Füße und Beine.

Im Gegensatz zu echten Tattoos verblassen die Körperbilder mit dem Pflanzenfarbstoff nach wenigen Wochen, weil nur die sich regelmäßig erneuernde oberste Hautschicht getönt wird. In den 1990er Jahren brachten Stars wie Madonna die Mehndi im Westen in Mode.

Wie Rastazöpfchen und Armbändchen aus Stoff können Sie sich solche Körperverzierungen an vielen Stränden weltweit aussuchen. Viele Urlauber betrachten das Henna Tattoo als ein hübsches Andenken, das wie die Erinnerung an die Ferien bald verblasst.

Verbrennungen durch ein Henna Tattoo

Auch die siebenjährige Engländerin Madison Gulliver wollte im August 2017 ein Souvenir ihres Ägyptenurlaubs mit nach Hause nehmen. Sie und ihr Bruder Sebastian durften sich ein Henna-Tattoo im hoteleigenen Schönheitssalon aufmalen lassen. Als die Mitarbeiterin dort dem Jungen die Farbe auf die Haut auftrug, begann es zu jucken und er ließ sie sofort wieder abwaschen. Auf Madisons Arm vollendete die Kosmetikerin ihr Kunstwerk aus Blüten und Schnörkeln. Doch die Freude des Mädchens währte nur kurz. Sie klagte über Juckreiz, die Haut unter der Hennafarbe bildete Blasen.

Frau, auf deren Hand ein Henna Tattoo aufgebracht wird.

Für viele ist ein Henna Tattoo ein schönes Urlaubssouvenir. (c) nagaets / Fotolia

Allergische Reaktionen durch die Chemikalie p-Phenylendiamine (PPD)

Zurück in England suchten ihre Eltern mit Madison einen Arzt auf. Er behandelte die angegriffene Haut mit Salben, überwies das Kind schließlich in eine Spezialklinik für Brandwunden. Es stellte sich heraus: Das schwarze Henna, mit dem die Kosmetikerin die Haut der Kinder bemalte hatte, enthielt die Chemikalie p-Phenylendiamine (PPD). Sie zählt zu den bekanntesten Allergenen, die die Haut reizen können.

PPD ist einer der Hauptgründe dafür, dass zahlreiche Friseure und Friseurinnen ihren Beruf aufgeben mussten. Innerhalb der EU darf der Stoff ausschließlich für Haarfarben verwendet werden, aber nicht in Kosmetika für die Haut. Dort kann es allergische Reaktionen auslösen und auf zarter Kinderhaut zu einem schweren Kontaktekzem mit Verbrennungen führen.

Hinzu kommt: Wer einmal auf PPD beziehungsweise dessen Abbauprodukte allergisch reagiert hat, muss unter Umständen auf viele Haarfärbemittel verzichten und den Kontakt mit dunklen Textilien oder verschiedenen Kunststoffen vermeiden. Wenn Madison Pech hat, wird das Andenken an ihren Ägypten-Urlaub nie verblassen.

Schon seit mehr als 3000 Jahren nutzen die Menschen „Lawsonia inermis“, das Extrakt des Hennastrauchs, um damit Haut, Haare und Nägel zu färben. Der rote Inhaltsstoff Lawson erzielt dabei bestenfalls rote bis braune Färbungen. Er löst auf menschlicher Haut keine Überempfindlichkeit aus, bestätigte 2013 das wissenschaftliche Expertenkomitee für Verbrauchersicherheit der EU-Kommission.

So schützen Sie sich vor Hautreizungen

  • Grundsätzlich sollten Sie misstrauisch sein, wenn Ihnen ein Henna-Künstler am Strand ein Tattoo anbietet. Sie können nie wissen, welche Zusätze in der Farbe stecken. Das Risiko ist nicht kalkulierbar.
  • Henna färbt rot oder braun, erscheint ein Henna-Tattoo auf Ihrer Haut schwarz, ist mit Sicherheit eine Chemikalie enthalten.
  • Ein Signal für Sie, dass PPD in der Farbe steckt, ist, wenn die Bemalung schon binnen einer Stunde sichtbar sein wird. Lawsonia inermis wirkt durch Fermentation, deshalb brauchen Mehdis mit reinem Henna sechs bis acht Stunden, bis sie sich vollständig auf der Haut entwickelt haben.
  • Auch im Fall von in Deutschland angebotenen temporären Tattoos oder bei Ware aus dem Internet sollten Sie vorsichtig sein und das Produkt genau prüfen (Produktbeschreibung, Farbe, Geruch, Wirkzeit).