Kopf & Psyche

Herbstmüdigkeit: Tipps gegen den Blues

Im Herbst sinkt bei vielen Menschen die Antriebskraft. Gleichzeitig steigt das Schlafbedürfnis. Herbstmüdigkeit ist ganz normal, aber nicht immer angenehm. Mit gezielten Maßnahmen kann man ihr jedoch gut vorbeugen, oder – wenn sie schon da ist – wieder wacher werden.

Sie haben es vielleicht schon geahnt: Licht, Schlaf und Wohlbefinden hängen bei uns eng zusammen. Im Herbst erwischen wir weniger Tageslicht, denn die Sonne geht später auf und eher unter. Das fehlende Tageslicht führt zur Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin. Die von vielen verspürte Müdigkeit ist nichts anderes als eine Form des Winterschlafs beim Menschen. Uns fehlt das Wachmacher-Hormon Serotonin, das im Frühling und Sommer dafür sorgt, dass wir voller Tatendrang sind und uns einfach wacher fühlen.

Die Ursachen stecken in unseren Genen. Unsere Spezies gibt es seit vier Millionen Jahre – und die meiste Zeit davon haben wir draußen verbracht und uns an die wandelnden Lichtverhältnisse genauso angepasst wie alle anderen Lebewesen. Durch die verringerte Tagesdauer stellt sich unser Hormonhaushalt vom Sommer- auf den Wintermodus um. Und nur weil wir seit ein paar Jahrhunderten in Häusern wohnen, hat sich dieser Basismechanismus nicht verändert.

Herbstmüdigkeit: Was hilft dagegen?

Den Herbst verschlafen und sich bis zum Frühling unter die Decke kuscheln? Das muss nicht sein. Wir erklären, was Sie gegen Herbstmüdigkeit machen können.

Richtiges Licht

Unser Gehirn reagiert auf das sichtbare Licht aus dem blauen Spektrum, indem es Serotonin produziert. Sogenannte Tageslichtlampen imitieren dieses Licht. Sie strahlen Licht aus, das als “kaltweiß” bezeichnet wird. Es kommt dem Licht, das typisch ist für einen Tag mit blauem Himmel, sehr nahe. Auf uns wirkt dieses Licht aktivierend. Ein Effekt, der tagsüber von Nutzen ist. Abends dagegen würde dieses Licht verhindern, dass eine natürliche Müdigkeit sich in uns breit macht. Die Lösung: Abends im Wohn- oder Schlafzimmer Lampen anknipsen, die kein kalt- sondern warmweißes Licht aussenden.

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Älteres Paar beim Joggen.

Bewegung an der frischen Luft sorgt für neue Energie. (c) Colourbox

Bewegung an der frischen Luft

Werden Sie aktiv – und zwar im Freien. Machen Sie Spaziergänge und besorgen Sie sich dadurch eine Extraportion Serotonin. Selbst bei bewölktem Himmel wirkt Tageslicht noch aktivierender als das Licht einer Glühbirne in geschlossenen Räumen.

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Gesunde Ernährung

Setzen Sie jetzt besonders stark auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung, die Sie mit Vitaminen und Mineralien sowie sekundären Pflanzenstoffen und Ballaststoffen versorgt. Versuchen Sie, der Lust auf Snacks, die viele Kohlenhydrate enthalten, nicht allzu oft nachzugeben. Kohlehydrate aus Weißmehl oder Zucker lassen den Serontoninspiegel im Blut sinken.

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Routinen pflegen

Ein gutes Mittel gegen Herbstmüdigkeit ist auch eine zeitliche Alltagsroutine. Gehen Sie abends am besten immer zur gleichen Zeit ins Bett und behalten Sie auch morgens konsequent Ihre Routine bei.