Herz, Kreislauf & Stoffwechsel

Wie entsteht eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis)?

Es gibt sicher kein Organ, das unwichtig ist. Dennoch wird das Herz gerne als Motor des Körpers bezeichnet. Wenn das Herz Probleme macht, schrillen alle Alarmglocken. Zu Recht – wird eine Herzerkrankung zu spät erkannt, kann das tödlich enden. Die Herzmuskelentzündung gehört zu jenen Herzerkrankungen, die leicht übersehen werden können.

Eine Herzmuskelentzündung betrifft nicht erst Menschen jenseits der 60. Einen grippalen Infekt mal nicht richtig auskuriert und zu schnell wieder mit dem gewohnten Training begonnen, kann ausreichen, um sich eine Myokarditis einzuhandeln. Bleibt sie akut, lässt sie sich noch gut behandeln.

Was ist eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis)?

Von einer Herzmuskelentzündung oder im Fachbegriff Myokarditis wird gesprochen, wenn ein Entzündungsprozess im Herzmuskel entstanden ist. Hierbei wird zwischen einer akuten Herzmuskelentzündung und einer chronischen unterschieden. Die Erkrankungen unterscheiden sich im Verlauf: während die akute heilbar ist, ist die chronische langfristig und in der Regel nicht komplett heilbar.

Ursachen einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis)?

Verursacht wird die Herzmuskelentzündung meistens durch Viren. Weitere Auslöser können Parasiten, Pilze und Bakterien sein. Eine Überempfindlichkeit gegenüber Medikamenten kann eine Herzmuskelentzündung hervorrufen oder begünstigen. Eine verschleppte Erkrankung mit körperlicher Belastung führt oft dazu, dass die Bakterien oder Viren das Herz angreifen. Ein ohnehin angeschlagenes Immunsystem erhöht das Risiko einer Herzmuskelentzündung. So sind wie bei den meisten Erkrankungen auch Drogen und ein ungesunder Lebensstil Risikofaktoren.

Symptome der Herzmuskelentzündung (Myokarditis)

Eine Herzmuskelentzündung kann symptomlos verlaufen, was eine Diagnose schwierig macht. Gerade bei chronischem und relativ leichtem Verlauf bleibt eine solche Entzündung dann oftmals lange unentdeckt. Bei einer akuten Herzmuskelentzündung sind folgende Beschwerden wahrscheinlich:

  • Herzrasen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Atemnot
  • Druckgefühl auf der Brust
  • Milzvergrößerung
  • Lebervergrößerung
  • Geschwollene Beine, da sich Flüssigkeit ansammelt
  • Abfall der Kondition

Bei einer chronischen Herzmuskelentzündung kommen noch weitere Symptome hinzu:

  • Schlechter Allgemeinzustand
  • Verminderte Leistungsfähigkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Gewichtsverlust
  • Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen und allgemeine Schwäche
Herzmuskelentzündung

Die Entzündung verhärtet den Herzmuskel. (c) Henrie / Fotolia

Wie erkennt der Arzt die Herzmuskelentzündung (Myokarditis)?

Der Hausarzt wird im Falle eines Verdachtes meist an einen Facharzt (Kardiologen) überweisen, da dieser die besseren Möglichkeiten zur Diagnose hat. Blutdruck, Körpertemperatur und die Herzfrequenz geben eine erste Möglichkeit zur Diagnose. Außerdem wird der Oberkörper abgehört, sodass sowohl Herz, wie auch Lunge auf auffällige Geräusche untersucht werden.

Über eine Blutuntersuchung wird festgestellt, ob Entzündungswerte erhöht sind. Diese allein sagen nicht aus, ob der Herzmuskel entzündet ist, gemeinsam mit Auffälligkeiten am Herzen, geben sie aber einen Hinweis auf Herzprobleme. Wenn es einen Verdacht gibt, wird der Oberkörper geröntgt. Ein erkranktes Herz ist oftmals vergrößert, außerdem sind Flüssigkeitsansammlungen in der Lunge ein Symptom für ein krankes Herz.

Eine Ultraschalluntersuchung gibt Aufschluss darüber, wie es im Herzen ansieht. Eine Pumpschwäche sowie Probleme mit den Herzklappen sind so sichtbar. Wenn eine Flüssigkeitsansammlung am Herzbeutel erkennbar ist, ist das ein Anzeichen für eine Herzmuskelentzündung.

Bei jeder Form von Herzproblemen wird eine EKG-Untersuchung vorgenommen. So können schnellere Herzschläge, unregelmäßige Schläge und zusätzliche Herzschläge festgestellt werden. Gerade Letztere sind typisch für eine Herzmuskelentzündung. Außerdem kann die Entzündung mit dem EKG gut lokalisiert werden.

Wie lässt sich eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) behandeln?

Um Gefahren vorzubeugen und der Entzündung Zeit zum Heilen zu geben, ist Schonung unverzichtbar. Auch auf Stress sollte, soweit es geht, verzichtet werden. Alkohol, Drogen und Nikotin sind ebenfalls tabu, um die Heilung nicht zu gefährden. Außerdem müssen die Erreger eingedämmt werden. Im Falle von Bakterien durch Antibiotika eingedämmt oder bei Viren, Pilzen und Parasiten durch den gezielten Einsatz von Medikamenten.

Prognose einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis)

In etwa 15 Prozent der Fälle entwickelt die Herzmuskelentzündung sich chronisch, selten verläuft sie tödlich. Sowohl der chronische Verlauf, wie auch ein tödlicher werden durch Sport oder hohe körperliche Belastung während der Erkrankung wahrscheinlich. Mit ausreichend Ruhe stehen die Chancen auf eine Heilung aber gut.

Wichtig ist, dass die Nachsorge nicht vernachlässigt und sich an die Anweisungen des Arztes gehalten wird. Nur so kann ein Rückfall durch zu frühe oder zu hohe Belastung verhindert werden. Außerdem sollte das Herz nach einer Erkrankung gerade in der ersten Zeit regelmäßig untersucht werden.