Heublumen

Alternativmedizin & Naturheilkunde

Heublumen: Helfer für Gesundheit und Wellness

Viele Wellness- und Kur-Hotels locken mit Heublumen-Bädern und anderen entspannenden Anwendungen. Aber was genau sind diese Heublumen überhaupt? Und warum werden sie als Heilpflanzen bezeichnet? Erfahren Sie hier, was die Grasblüten so besonders macht und wie vielseitig sie eingesetzt werden können!

Gänseblümchen kennt jeder – doch wie sehen Heublumen aus? Dass niemand so richtig weiß, was Heublumen sind, liegt daran, dass es sie eigentlich gar nicht gibt.

 Was sind Heublumen?

Die Bezeichnung „Heublumen“ ist ein Sammelbegriff und umfasst eine Mischung aus verschiedenen Wiesenpflanzen – genauer gesagt: eine Mischung aus deren Blüten, Samen, Blättern, Stängeln und sonstigen Pflanzenteilen.

Diese bunte Mischung enthält so klangvolle Gräser-Namen wie …

  • Quecke
  • Wiesenlolch
  • Trespe
  • Wiesenschwingel
  • Ruchgras
  • Lieschgras
  • Knäuelgras
  • Fuchsschwanzgras

Woher bekomme ich Heublumen?

Gesammelt werden die Grasblüten – wie sie im Volksmund genannt werden – im Sommer. Sie sind ein Nebenprodukt der Heuernte. Bei der Lagerung von Heu fallen die kleinen Teilchen, die nicht von der Heugabel erfasst werden, auf den Boden. Dafür kommen sie in der Pflanzenheilkunde seit Jahrtausenden als Heublumen ganz groß raus. Erhältlich sind Heublumen in der Apotheke, wo sie ähnlich wie Tee lose abgepackt zu kaufen sind.

Bunte Blumenwiese

Heublumen sind getrocknete Wildblumen. (c) colourbox.de

Wie wirken Heublumen?

Laut den Kenntnissen der Naturheilkunde werden Heublumen wie andere Heilpflanzen als Umschläge und Bäder gegen folgende Beschwerden helfen:

  • Gelenkschmerzen
  • Muskelverspannungen und -krämpfe
  • Verstauchungen
  • Rheuma
  • Arthrose
  • Erkältungen
  • Entzündungen
  • Hautprobleme
  • Nieren- und Blasenprobleme
  • Ischias- und Rückenschmerzen

Außerdem sollen sie …

Welche Inhaltsstoffe sind in Heublumen enthalten?

Wirksam sind vor allem die enthaltenen ätherischen Öle, Gerbstoffe und sogenannte Cumarine. Diese Inhaltsstoffe gelangen über die Haut direkt zu den Organen, wo sie als Wirkstoff Schmerzen und akute Entzündungen lindern. Der Kur-Spezialist Sebastian Kneipp setzte die Heublumen gerne bei seinen Heilverfahren ein und machte sie allgemein bekannt.

Wie verwende ich Heublumen?

Ob als Bad, als Dampfbad oder als Wickel – die verschiedenen Anwendungsmethoden können Sie ganz einfach selbst daheim ausprobieren. Die Heublumen sind recht günstig in Apotheken und Drogerien erhältlich. Dort gibt es bei Bedarf sogar fertige Heublumen-Säckchen zu kaufen.

  1. Als Heublumen-Bad: So machen Sie es selbst

Sie müssen nicht gleich ein Wellness-Wochenende buchen, um in den Genuss eines Heublumenbades zu kommen. Denn so einfach geht Entspannung für Zuhause:

  • Übergießen Sie 500 g Heublumen mit fünf Litern kochendem Wasser.
  • Lassen Sie den Sud eine halbe Stunde ziehen und gießen ihn anschließend ins 37 Grad warme Badewasser.
  • Bleiben Sie 15 Minuten entspannt in der Wanne liegen.
  • Legen Sie sich anschließend eine Stunde ins Bett oder aufs Sofa. Durch die Ruhe entfalten die Heublumen ihre Wirkung.
  1. Altbewährt: als Heublumen-Säckchen 

Ein Heublumensack lindert Husten, Hautkrankheiten, Muskelkrämpfe und Gelenkschmerzen. Dazu einfach …

  • ein Leinensäckchen zu zwei Dritteln mit Heublumen füllen und zubinden.
  • 20 Minuten über heißem Wasserdampf ziehen lassen.
  • Danach vorsichtig abtropfen und auf etwa 42 Grad abkühlen lassen.
  • Dann eine halbe Stunde auf die betroffene Stelle legen und ruhen, damit die ätherischen Öle ihre Wirkung entfalten können.
  1. Als Heublumen-Wickel – Für die Körperabwehr

Heublumen-Wickel sollen helfen, die Abwehrkräfte zu steigern und grippale Infekte zu lindern. Dazu tauchen Sie einfach …

  • ein Leinentuch in einen Sud aus Heublumen.
  • Anschließend zwischen zwei trockenen Tüchern auf die betroffene Stelle legen und zugedeckt eine Stunde wirken lassen. 
  1. Zur Inhalation: Bei Erkältung

 Bei Erkältungen können Sie zehn Minuten über dem Heublumen-Sud inhalieren. Das befreit die Atemwege und wirkt entzündungshemmend. Für jede Inhalation sollten Sie einen neuen Sud aufsetzen und nicht den alten nochmals aufwärmen.

  1. Als Dampfbad: In der Schwangerschaft und zur Geburtsvorbereitung

Bei Schwangeren, vor allem bei Erstgebärenden, hat sich das Heublumen-Dampfbad als tolles Naturmittel bewiesen, um sich auf die Geburt vorzubereiten. Dieses Heublumensitzbad, das ab der 38. Woche der Schwangerschaft empfohlen wird, macht das Dammgewebe weich und geschmeidig. Die Muskulatur im Beckenboden lockert sich und kann sich beim Geburtsvorgang besser und schmerzfreier dehnen. Eine Anwendung pro Woche reicht aus, erst kurz vor der Geburt oder nach dem errechneten Termin kann das Sitzbad nach Bedarf gemacht werden. Für Frauen mit Krampfadern im Intimbereich sind die Dampfsitzbäder allerdings nicht geeignet, da diese dadurch verstärkt werden können. Und so geht’s:

  • Etwa zwei bis drei Esslöffel Heublumen in einen Topf geben und mit ein bis zwei Litern kochendem Wasser aufgießen.
  • Dann den Topf in die Toilettenschüssel stellen und drüber setzen, sobald der Dampf nicht mehr zu heiß ist (Vorsicht: Kontakt mit dem heißen Topf vermeiden!).
  • Jetzt heißt es Abwarten und Entspannen – mindestens 10 Minuten oder bis der Dampf abgekühlt ist.

Vorsicht bei Allergien!

Wer unter Pollen-Allergien leidet, wird vermutlich schon beim Wort „Heublumen“ eine laufende Nase bekommen. Zu Recht ist bei bekannten Reaktionen auf Blüten und Gräser Vorsicht geboten, denn bei der Anwendung der Wiesenpflanzen kann es zu Heuschnupfen, Asthma oder Hautausschlag kommen.

Bei Hautverletzungen und offenen Wunden ist der Kontakt zu den Blüten ebenfalls nicht zu empfehlen. Auch bei einem rheumatischen Schub raten Ärzte von einer Heublumen-Anwendung ab. Wer unter Bluthochdruck oder anderen Herz-Kreislauf-Beschwerden leidet, sollte zumindest auf ein heißes Vollbad verzichten.