Kopf & Psyche

Hilft Ginkgo dem Gedächtnis?

Mit zunehmendem Alter werden wir alle vergesslicher. Diese Entwicklung können wir nicht aufhalten. Vielleicht aber verzögern. So soll zum Beispiel Ginkgo dem Gedächtnis helfen. 

Vergesslich ist jeder von uns mal, vor allem wenn wir viel um die Ohren haben. Aber es ist auch Fakt: Ab dem 25. Lebensjahr lässt das Gedächtnis nach. Denn ab diesem Zeitpunkt gehen in regelmäßigen Abständen Synapsen im Gehirn verloren. Diese Verknüpfungen der Gehirnzellen sorgen dafür, dass Informationen weitergeleitet und Erinnerungen gespeichert werden. Gleichzeitig wird es mit den Jahren immer schwieriger für das Gehirn, neue Synapsen zu bilden.

Es gibt aber Mittel, die helfen, das Gehirn länger fit und aktiv zu halten. Nicht wenige Menschen schwören dabei auf die Inhaltsstoffe des Ginkgo. Aber stärken diese tatsächlich die Konzentration und das Gedächtnis?

Welche Wirkstoffe stecken in Ginkgo?

Der Ginkgo (lat. Name ginkgo biloba) ist eine der ältesten Baumarten der Welt und stammt ursprünglich aus China. In der traditionellen chinesischen Medizin verwendet man Ginkgo schon seit über 2000 Jahren, zum Beispiel bei Asthma, Bronchitis, Nierenproblemen und Senilität.

Die wichtigsten Wirkstoffe, die man in der Pflanzenheilkunde einsetzt, stammen aus seinen Blättern. Dabei handelt es sich um sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide, Terpenoide, Sitosterine und Anthocyane. Sie wirken antioxidativ und können die Nervenzellen vor schädlichen Umwelteinflüssen schützen. Außerdem können sie die Durchblutung fördern (auch zum Gehirn hin) und Botenstoffe stärken, die im Gehirn das Lernen und Konzentrieren positiv beeinflussen.

Wir vergessen alle mal etwas. Kann Ginkgo dagegen helfen?

Was wollte ich gleich nochmal? Ab 25 lässt das Gedächtnis langsam nach. (c) colourbox.de

Das Spezialextrakt EGb 761 soll zudem die Hirnzellen dazu anregen, leichter neue Synapsen zu bilden. Dadurch kann es die Gedächtnisleistung bei leichten kognitiven Beeinträchtigungen steigern. Das Extrakt wird daher als Arzneimittel bei Alzheimer oder vaskulärer Demenz eingesetzt, um die Lebensqualität der Betroffenen wieder zu verbessern und ihren Alltag zu erleichtern.

In welcher Form wird Ginkgo angeboten?

Wer Ginkgo einmal ausprobieren möchte, kann ihn in Form von Tabletten, Kapseln, Dragees, Säften, Tropfen oder Tee erwerben. Sprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt darüber, ob die Einnahme von Ginkgo für Sie sinnvoll sein kann.

Aber: Gingko ist kein Allheilmittel bei Gedächtnisproblemen oder eine Behandlung gegen Alzheimer. Die Einnahme kann aber die Gedächtnisleistung verbessern und das Voranschreiten einer Demenz verlangsamen. Dass die Pflanze Demenz vorbeugen kann, ist bislang nicht erwiesen. Ihre heilsame Wirkung ist wissenschaftlich noch nicht eindeutig belegt, es wird weiter daran geforscht.

Weil auch Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen und allergischen Reaktionen möglich sind, sollten Sie vor der Einnahme unbedingt mit Ihrem Arzt sprechen. Schwangere und Patienten, die blutverdünnende Medikamente einnehmen, sollten auf Ginkgo besser verzichten.

Das können Sie zusätzlich tun, um dem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen

Man kann den Alterungsprozess des Gehirns nicht aufhalten. Man kann ihn aber verzögern. Ginkgo kann dabei unterstützend wirken. Um die Synapsen und Gehirnzellen zu stärken und länger fit zu halten, empfehlen Mediziner zusätzlich Gehirnjogging, regelmäßige Bewegung, frische Luft und ausreichende Flüssigkeitszufuhr.

>Erfahren Sie hier mehr darüber, wie Sie ihr Gehirn fit halten.

Auch mit der richtigen Ernährung kann man den Stoffwechsel im Gehirn ankurbeln. Als „Hirnnahrung“ gelten Kohlenhydrate, etwa in Vollkornbrot und Haferflocken, sowie ungesättigte Fettsäuren, wie sie zum Beispiel in Nüssen, Trockenfrüchten und fettreichem Fisch wie Lachs in großen Mengen vorkommen.


Ginko und Walnüsse sind gut fürs Gehirn