Tief einatmen! Inhalieren bei Erkältung

Alternativmedizin & Naturheilkunde

Tief einatmen! Inhalieren bei Erkältung

Was wunden Schleimhäuten bei der Genesung hilft? Warmes Wasser, angereichert mit pflanzlichen Heilkräutern oder ätherischen Ölen. Das wusste schon Oma und auch heute schwören viele auf das beliebte Hausmittel. Wir erklären, wie Inhalieren bei Erkältung richtig funktioniert und welche Zusätze angekratzten Atemwegen besonders guttun.

Eine einfache Erkältung sorgt in der Regel für verschnupfte Nasen oder heisere Hälse – und das im Schnitt sieben Tage lang. Ein Medikament, das den Infekt ursächlich bekämpft, gibt es nicht. Antibiotika kommen kaum infrage, weil meist Viren (und keine Bakterien) im Spiel sind. Was hilft den Kranken also? Ein warmes Bett, Ruhe und allerhand Mittelchen, die die Symptome lindern – wie Balsame, Bonbons oder eben heißer Dampf zum Inhalieren.

Inhalieren bei Erkältung: Sanft und heilsam

Das Inhalieren von Wasserdampf macht Erkältungssymptome erträglicher. Die feinen Tröpfchen heißer Dampf, die dabei in die Atemwege gelangen, befeuchten die Schleimhäute und beruhigen sie gleichzeitig. Festsitzendes Sekret in den Atemwegen verflüssigt sich dadurch und kann dann besser abfließen. Das Ergebnis im besten Fall: Husten und Schnupfen (Rhinitis) verschwinden, das Durchatmen fällt leichter.

Inhalationen halten darüber hinaus auch Krankheitserreger im Zaum. Denn löst sich der Schleim in den Atemwegen und kann abtransportiert werden, wird auch eine große Menge der Viren oder Bakterien aus dem Körper befördert. Abhusten oder Ausschnäuzen schützen in diesem Sinn vor einer weiteren Ausbreitung der Infektion und damit zum Beispiel vor einer Nasennebenhöhlenentzündung.

Dampfbäder lindern aber nicht nur akute Beschwerden, sondern bieten auch einen gewissen Infektionsschutz. Sie unterstützen die Schleimhäute dabei, ihre Barrierefunktion aufrechtzuerhalten. Die Atemwege leiden im Winter oft unter der Luft in geheizten Stuben. Die Schleimhäute trocknen allmählich aus und werden anfälliger für kleine Verletzungen. Krankheitserreger haben in der Folge leichteres Spiel.

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Kopf runter und einatmen

Doch wie oft sollte man täglich Inhalieren? Bei Erkältung empfiehlt sich ein Dampfbad direkt nach dem Aufstehen und vor dem Zubettgehen. Morgens hilft das Inhalieren, verkrustetes Sekret der Nacht abzutransportieren. Abends werden die Atemwege noch mal befreit, damit das Atmen im Schlaf leichter fällt.

Wer unter Allergien oder Asthma leidet, sollte sich vorab beim Arzt absichern. Ansonsten kann jeder inhalieren, der möchte. Bei Erkältungsbeschwerden genügt es, den Atemwegen dreimal täglich für je fünf bis zehn Minuten mit Wasserdampf einzuheizen – und zwar so:

  1. Wasser aufkochen, anschließend das heiße Wasser in einen Topf oder eine Schüssel füllen und etwas abkühlen lassen. Achtung: Ist der Aufguss zu heiß, kann das den Kreislauf belasten.
  2. Ein Handtuch über den Kopf legen, dann im Abstand von zwei Handbreiten über das Wasserbad beugen.
  3. Entspannt und ruhig im normalen Tempo weiteratmen. Wichtig: nicht zu schnell oder zu tief, sonst droht Schwindel.
  4. Bei Bedarf das Handtuch immer wieder heben und kurz lüften.
  5. Nach dem Inhalieren eine kleine Pause einlegen, nicht direkt an die frische Luft gehen.

Alternativ können auch Inhalatoren (erhältlich zum Beispiel in der Apotheke) zur Dampfatmung verwendet werden. Das Prinzip bleibt gleich: Warmer Wasserdampf beruhigt angegriffene Schleimhäute und hilft, Sekret abzutransportieren. Diese speziellen Vorrichtungen mit Aufsatz für Mund und Nase gelten allerdings als sicherer und präziser. Die Verbrennungsgefahr ist deutlich geringer und die Augen werden geschützt.

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Welche Zusätze kommen infrage?

Um die Atemwege zu befeuchten und Beschwerden zu lindern, genügt im Prinzip schon purer Wasserdampf. Allerdings kann die Beigabe geeigneter Substanzen diesen Effekt noch verstärken, weil sie zusätzlich entzündungshemmend oder abschwellend wirken sollen.

Heilkräuter

Als Inhalationszusatz bewährt haben sich vor allem Salbeiblätter oder Kamillenblüten (auch Tee oder Extrakt wird häufig ins warme Wasser gegeben). Die mit dem Dampf eingeatmeten pflanzlichen Anteile sollen die Schleimhäute beruhigen und die Atemwege befreien. Kamille wird außerdem eine anti-entzündliche und antibakterielle Wirkung zugeschrieben.

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Ätherische Öle

Viele reichern ihr Dampfbad auch mit Eukalyptus-, Latschenkiefer-, Fichtennadel- oder Thymianöl an. Diese aromatischen Zugaben haben schleimlösende und abschwellende Effekte. Zusätzlich sollen sie Erreger abtöten und so einem grippalen Infekt schnell entgegenwirken. Gesicherte wissenschaftliche Beweise dafür fehlen jedoch.

Vorsicht! Ätherische Öle nur mit Bedacht einsetzen. Denn sie können die Augen reizen, die Atemwege zusätzlich belasten oder Kopfschmerzen bereiten. Für Asthmapatienten und Kinder sind sie tabu.

Koch- oder Meersalz

Salz ist ein ebenfalls beliebter, aber in der Wirksamkeit umstrittener Dampfbadzusatz gegen Erkältungsbeschwerden. Gesunden Menschen soll die Salzinhalation vorbeugend zu einer widerstandsfähigen Schleimhaut verhelfen. Das Problem: Salz ist sehr schwer löslich, weshalb (wenn überhaupt) nur minimale Mengen davon in den Dampf gelangen.

Generell gilt: Die klassische Dampfinhalation wirkt überhaupt nur auf die oberen Atemwege. Wer es effektiver haben möchte, muss auf spezielle Düsen- oder Ultraschallvernebler zurückgreifen. Diese Geräte erzeugen einen feinen Wassernebel, der auch die Bronchien erreicht – und nicht nur die Nasenschleimhäute.
Um die Wirkung von Salz gegen Schwellung und Entzündung optimal zu nutzen, empfiehlt sich außerdem ergänzend ein Meerwassernasenspray zu verwenden.

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